Eine der schlimmsten und angsterzeugendsten Vorstellungen besteht wohl darin, scheintot, d.h. lebendig begraben zu werden.
Auch ein Scheintod geschieht nicht zufällig. Jesus gibt durch Jakob Lorber differenzierte Hinweise, wie er zustandekommt und was man tun kann, Scheintote wiederzubeleben. Daraus läßt sich ableiten, wie man Scheintod vermeiden kann.
Als Vorbeugemaßnahme gegen die Gefahr eines Scheintodes läßt sich ableiten, daß solche Menschen keinen Scheintod zu befürchten haben, die klare Vorstellungen vom begrenzten Wert des materiellen Körpers haben, die ihre Aufmerksamkeit vor allem auf die charakterlich-seelische Höherentwicklung richten und die sich mit Fragen des Weiterlebens und geistigen Gesetzen beschäftigen. Wer nach den Geboten der Gottes- und Nächstenliebe lebt, wer seinem Körper nur jene Pflege und Aufmerksamkeit zukommen läßt, die ihm als bloßes Werkzeug der Seele zustehen und wer vom Leben nach dem Sterben mehr erwartet als vom irdischen Leben, kann leicht vom irdischen Körper loslassen, ja er freut sich sogar aufs Jenseits!
Für die Angst vor dem Scheintod gilt wohl besonders, was Jesus über die Angst vor dem Tod überhaupt offenbarte: a »Welche Menschen aber schon bei ihrem Leibesleben ihr Leben durch Selbstverleugnung, Demut und Liebe zu Mir (Jesus) in Mir vereinigt haben, wahrlich, diese werden von des Leibestodes Angst nicht viel verspüren.« {a JL.Him1.336,07}
zu 2) Jesus gibt auch Hinweise zur richtigen und geduldigen Reanimierung von Scheintoten: a »So ihr es aber merkt, daß da jemand im Scheintode liegt, da bringt ihn in ein Gemach mit guter und frischer Luft, betet über ihm, und legt ihm die Hände auf, und es wird mit ihm besser werden! Sollte manches Menschen Scheintod hartnäckiger sein, so habt Geduld, und haltet ihn nicht eher für tot, als bis sich die wahren Todeszeichen an ihm wohlerkenntlich zu zeigen anfangen!« {a JL.Ev08.084,03c f.}
zu 3) Bei der Prüfung der Todeskennzeichen sollte man aus Nächstenliebe gewissenhaft und nicht zu eilig vorgehen. Seine Mahnungen richtete Jesus während seiner Lebenszeit vor allem an die Römer, die im Falle toter Sklaven oder Armer nur sehr kurze Zeit bis zur Leichenbeseitigung verstreichen ließen: a »Das merkt euch, ihr Römer, ganz besonders! Denn mit dem Beerdigen der verstorbenen Armen und Sklaven macht man bei euch eben keine besonderen Umstände... Was ihr zuverlässig wünscht, daß es euch die Menschen tun möchten, so ihr in einen solchen Zustand, der immer ein trauriger ist, gerietet, das tut ihr auch ihnen!« {a JL.Ev08.084,04}
zu 4) Im Zweifelsfalle sollte ein Verstorbener erst beerdigt bzw. verbrannt werden, wenn auch der Verwesungsgeruch auftritt. Jesus ließ durch Lorber mitteilen: a »Es soll dabei darauf gesehen werden, daß ein Leichnam erst dann beerdigt wird, wenn er vollkommen tot ist, was ein Arzt aus der Gesichtsfarbe und dem üblen Verwesungsgeruch wohl muß beurteilen können; denn bei den Scheintoten stellen sich die eigentlichen Todeszeichen nicht ein. Darum sollen sie auch nicht eher beerdigt werden, als bis sie erkennbar völlig tot sind. {a JL.Ev08.084,02}
Wird aber ein solcher Mensch zu bald in die Erde vergraben und wird dann im Grabe wieder auch dem Leibe nach lebendig, so könnt ihr es euch wohl vorstellen, daß das für ihn, wenn auch nur auf einige Augenblicke, einen sicher höchst verzweiflungsvollen Zustand abgeben muß. So ihr aber lebet nach Meiner Lehre, in der vor allem unter euch die Nächstenliebe zu pflegen ist, da gehört auch das sehr zu einem Akte der wahren Nächstenliebe, daß ihr darauf wohl sehet, daß kein Scheintoter begraben oder verbrannt wird.« {a JL.Ev08.084,03b}
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