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01] Als Medizinen zum Einnehmen genügen die vier Arten (Lichtglobuli, Milchzuckerbröckchen, Salze, Blutpulver, d. Hg.) vollkommen; aber dessenungeachtet kann der Sonnenstrahl zur Heilung mannigfacher leiblicher Leiden noch mehrartig nutzbringend in Anwendung gebracht werden.
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02] So zum Beispiel jemand eine äußerliche krebsartige Wunde hätte, da nehmet ein mäßiges, sogenanntes Brennglas und überfahret solche Wunde des Tages zu öfteren Malen mit dem Sonnenbrennpunkt, und zwar so, daß mit solchem Brennpunkte die ganze Wunde überfahren wird, wobei aber zu bemerken ist, daß man mit dem Brennpunkte über einer Stelle der Wunde nicht zu lange verweilen darf. 03] Nach solchem Überfahren mit dem Brennpunkte tauchet einen ganz frischen, leinenen Lappen in gesonntes Wasser und leget solchen über die Wunde, was öfters in einer Stunde zu wechseln ist, so wird der also Leidende - bei übrigens rechter Diät - in Kürze von seinem Übel geheilt werden. |
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09] Noch ein anderes Mittel gegen derlei bösartige Außenwunden besteht darin: 10] Nehmet guten und frischen Hanfsamen, trocknet ihn 14 Tage hindurch an der Sonne und verwahret ihn sodann an trockenem Orte in verschlossenen Gefäßen. Wenn irgendein Bedarfsfall vorkommt, so gebet solchen Hanf in eine Ölpresse, nachdem ihr ihn zuvor etwas zerquetscht habt. Da werdet ihr ein recht feines Öl (Hanfsamenöl) daraus bekommen. 11] Mit diesem Öle bestreichet dann zu öfteren Malen solche Wunden, und sie werden, bei rechter Diät, in kurzer Zeit heilen ohne schädlichen Einfluß auf den Körper. |
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13] Nur da, wo die inneren Teile mehr einem Austrocknen sich nähern, wäre eine Milch aus Leinsamen, der gleichfalls vorher an der Sonne getrocknet (4) werden müßte, der Hanfsamenmilch vorzuziehen. |
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15] Man nehme wo möglich ein ganz frisch gepreßtes Baumöl (wohl kalt gepresstes, biologisches Olivenöl, d. Hrsg.), ungefähr ein Pfund, gebe es in eine wohl zu verstopfende Halbflasche (6) und tue, was in dieser Zeit leicht zu bekommen ist, eine gute Handvoll Mohnblütenblätter hinein. Die Blätter des wilden Mohns oder des kleinen Feldmohns wären denen des großen Gartenmohns vorzuziehen. 16] Wenn solche Mohnblütenblätter sich im Öle befinden, so verstopfe man die Flasche wohl und stelle sie ebenfalls 2-3 Wochen (ca. 85-130 Sonnenstunden, Sonnenstand über 45 Grad, d. Hg.) lang der Sonne aus und rüttle sie auch öfter am Tage.
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17] Nach dieser Zeit gieße man dieses Öl in eine Flasche und verstopfe sie wohl; wenn die Flasche dunkel ist, ist es besser, sie kann aber auch licht sein.
18] So nun jemand von den vorher erwähnten Schmerzen befallen wird, so benetze er einen frischen, gesonnten Lappen mit diesem Öl und lege ihn auf das schmerzende Glied, so wird es in Kürze besser. Auch bei Brust- und Seitenstechen, wenn solche rheumatischer oder gichtischer Art sind, kann solches Öl mit großem Vorteil angewandt werden.
19] Nächstens noch von einigen Arkanen oder Hauptlebensmitteln.
2) 'Lichte Flasche' bedeutet wohl klar-durchsichtiges Weißglas.
3) 'Dunkle Flasche' bedeutet lt. übrigen Erwähnung in diesem Werk entweder dunkelviolettes, dunkelblaues oder schwarzes Glas. Wenn möglich, ist dunkelviolett zu benutzen, da diese Farbe die im Glas enthaltenen Mittel nicht nur am besten konserviert, sondern in ihrer Wirkung noch verbessert.
4) 'Venerische Beulen' dürften wohl Krampfadern sein.
5) Besonnungsdauer des Leinsamens an der Sonne wie beim Hanfsamen ca. 14 Tage.
6) Flasche aus klarem, durchsichtigem Glas (wie bei Arnikatinkturzubereitung). Zur Aufbewahrung sind hier die Vorschriften nicht so eng definiert wie bei den anderen Mitteln, aber auch hierbei wird eher dunkelviolettes, dunkelblaues oder schwarzes Glas als helles empfohlen.
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