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Endzeitprophezeiungen bis 2027 (Lorber, Dudde | SeherInnen)

Vorsorge-Tipps

Materialismus - Wurzeln und Folgen


Inhaltsübersicht:


Ursachen des Materialismus

In unserer Zeit dominiert zumindest in den westlichen und hochtechnisierten Ländern ein krasser Materialismus. Dieser Materialismus hat viele Gründe, vor allem seelische und geistige. Diese Gründe und die Folgen des Materialismus sind so schwerwiegend, daß sie einerseits viele negative logische Konsequenzen (sog. 'Strafgerichte') nach sich ziehen werden, die von Menschen selbst herbeigeführt werden, andererseits auch ein schon lange angekündigtes Strafgericht, das von Gott an einem 'Tag des Zornes, Tag des Gerichtes des Herrn' herbeigeführt wird.

Trägheit und Bequemlichkeit als Ursachen für Ausbeutung und Materialismus (jl.ev05.204,06-08)

Jesus erläuterte seinen Jüngern, worin die psychischen Wurzeln der Entwicklung zur materialistischen Einstellung und seiner Fehlentwicklungen u.a. entstehen:
(jl.ev05.204,06) (Jesus:) »... Die Verschlimmerung eines Menschen wie auch eines ganzen Menschengeschlechtes liegt nicht so sehr in einem grundbösen Willen der Menschen, wie du es dir vor uns nun denkst, sondern sie liegt vielmehr in der zum Leben notwendigen Reizbarkeit der Seele, in der Trägheit, sich ernstlich auf den erkannten Wegen des Lichtes zu bewegen.
(jl.ev05.204,07) Weil aber der Seele die Ruhe und Untätigkeit gar so gut gefällt, so sucht sie Helfer und Diener, die für sie arbeiten oder ihr wenigstens helfen. Dadurch wird sie bald wohlhabend, reich und mächtig und fängt zu ihren Gunsten an zu herrschen, gibt Gesetze und ordnet zu ihrem Besten allerlei Dinge an. Und siehe, so wird sie dann zumeist eine feine Seele, die zur Tätigkeit keine Lust hat, und dies ist der Grund zur Verschlimmerung der Sitten ganzer Völker, die durch sie stets mehr und mehr vom Geistigen ins Materielle herübergedrängt werden.
(jl.ev05.204,08) Also die Trägheit oder die stets steigende Lust zum Müßiggang ist und bleibt stets der Anfang zu allen Lastern, und diese Eigenschaft der menschlichen Seele ist eben jener böseste Geist, den die Schrift 'Satan' nennt. Und darin besteht eben auch das Erbübel, an dem alle Menschen leiden, und von dem sie niemand befreien kann als eben nur ein wahrer Messias, der da kommt aus den Himmeln des vollsten Lebens und der höchsten Tätigkeit desselben.«

Gefahren der Materiewertschätzung; Satan und Materie; Wichtigkeit rechter Erziehung und Selbstüberwindung (jl.ev08.012,06-17)

über die Gefahren, die von der Materie an sich und der Wertschätzung materieller Güter ausgehen, belehrte Jesus einst seine Jünger:
(jl.ev08.012,06) (Jesus:) »Obwohl aber der Leib der Seele zur Erreichung des ewigen Lebens unumgänglich notwendig ist, so ist er aber leicht auch das größte Unheil für die Seele; denn wenn sie sich von den notwendigen Reizungen ihres Fleisches betören läßt, ihnen nachgibt und sich ganz in dieselben mit aller ihrer Liebe und mit allem ihrem Denken und Willen versenkt, so ist sie in das Gericht ihres eigenen Fürsten der Lüge und Finsternis eingegangen, aus dem sie höchst schwer zu erlösen sein wird.
(jl.ev08.012,07) Und siehe, was dein Leib für deine Seele ist, das ist die Erde für das ganze Menschengeschlecht! Wer sich zu sehr von dem Glanze ihrer Schätze blenden und gefangennehmen läßt, der kommt auch selbst- und freiwillig in ihr Gericht (verhärtet u.a. seelisch, d. Hg.) und in ihren materiellen Gerichtstod, aus dem er ebenfalls noch schwerer sich befreien wird.
(jl.ev08.012,08) Weil nun aber die Menschen der Erde stets mehr und mehr der glänzendsten Schätze zu entlocken verstehen, um damit ihrem Fleische die größtmögliche Wohlfahrt, Behaglichkeit und Wollust zu verschaffen, so ist eben das die besonders erhöhte Tätigkeit des Fürsten der Hölle, welche in sich ist das ewige Gericht und somit der Tod der Materie und der Mittod jener Seelen, die sich aus oberwähnten Gründen von ihr haben gefangennehmen lassen.
(jl.ev08.012,09) Mit welcher Allmacht und Weisheit willst du dagegen als für ewig wirksam kämpfen? Ich sage es dir und euch allen: Mit keiner andern als mit der Wahrheit, die Ich euch gelehrt habe, und mit der Macht der möglichsten Selbstverleugnung und der wahren und vollen Demut des Herzens!
(jl.ev08.012,10) Wolle du nur das, was du als wahr erkennst, und handle danach auch der Wahrheit gemäß und nicht irgend aus weltlichen Gründen zum Schein wie also tun da unten die Templer und auch gar viele Heiden, so hast du dadurch die ganze Hölle und ihren Fürsten in dir besiegt! Alle bösen Geister, die in aller Materie vorhanden sind, werden dir nichts mehr anhaben können, und kämen sie dir auch im endlos großen Vereine... entgegen, so würden sie vor dir dennoch also fliehen müssen, wie lockere Spreu und der Sand der Wüsten vor dem mächtigen Sturmwind.
(jl.ev08.012,11) Aber wenn dich die Schätze der Erde gefangenhalten, so daß du, um in ihren vollen Besitz zu gelangen, auch die erkannte Wahrheit verleugnen würdest, dann bist du in deiner Seele schon ein Besiegter von der Macht der Hölle und ihres Fürsten, der da heißt Lüge und Finsternis, das Gericht, das Verderben und der Tod.
(jl.ev08.012,12) Sieh an unsere sieben Ägypter! Sie kennen alle inneren, verborgenen großen Schätze der Erde und könnten dieselben auch in großen Massen ausbeuten; aber sie verachten das, leben lieber höchst einfach und suchen nur die Schätze des Geistes, und so haben sie aber auch noch unverrückt jene wahren, urmenschlichen Eigenschaften, durch die sie als wahre Herren und Gebieter über die gesamte Natur dastehen, was sicher nicht der Fall wäre, wenn sie sich von den Reizen der Natur je hätten irgend gefangennehmen lassen.
(jl.ev08.012,13) Wenn ein Hausvater und Hausherr die rechte und gute Ordnung in seinem Hause erhalten will, so muß er mit seinem Gesinde nicht gemein werden und sich bald fügen in dessen allerartige Schwächen. Denn tut er das, so wird er ein Gefangener seines losen Hausgesindes, und wenn er dann zu einem oder zum andern sagen wird: "Tue dies!" oder "Tue jenes!", - werden ihm da seine über ihn mächtig gewordenen Diener wohl noch gehorchen? O nein, sie werden ihn nur verhöhnen und verlachen!
(jl.ev08.012,14) Also auch wäre es der Fall mit einem Feldherrn, so er sich unterordnete seinen Kriegern, die ihre Kraft und ihren Mut nur dem Feldherrn verdanken. Es käme der Feind, und er geböte dann den Kriegern, den mächtig drohenden Feind anzugreifen und zu besiegen, würden die Krieger dem schwach gewordenen Feldherrn wohl gehorchen? O nein, sie würden sich sträuben und sagen: "Wie magst du, Schwacher, uns gebieten? Hast du nicht den Mut und den Willen je gehabt, uns ernstlich den Gebrauch der Waffen einüben zu lassen und tändeltest nur mit uns wie ein Spielgefährte, wie kannst du uns nun gegen den Feind führen? Du warst nie unser Meister, sondern wir die deinen! Wie wirst du es nun auf einmal anstellen, uns alten Meistern über dich ein Meister zu werden?"
(jl.ev08.012,15) Sehet, so auch ergeht es einem jeden Menschen, der nicht schon von der frühesten Zeit an von seinen Eltern und Lehrern streng angehalten wird, sich in allen möglichen fleischlichen Leidenschaften selbst zu verleugnen (Selbstbeherrschung, Selbstdisziplin, Verzicht üben, d. Hg.), damit diese nicht die Herren und Meister über seine Seele werden! Denn sind sie einmal der Seele über den Kopf gewachsen, so hat diese dann einen schweren Stand, über alle die Begehrungen und Reizungen ihres Fleisches zu gebieten, weil sie eben in ihrem Fleische schwach und nachgiebig und hinfällig geworden ist.
(jl.ev08.012,16) Wird aber eine Seele schon von Jugend an nach der Wahrheit des klaren Verstandes vernünftig also geleitet und geübt, daß sie stets mehr Herr ihres Fleisches wird und demselben ja nicht mehr gewährt, als was ihm von der Natur aus nach Meiner Ordnung gebührt, so wird solch einer Seele auch von selbst verständlich alle Welt mit ihren Schätzen und ihren andern Lustreizen gleichgültig, und die also nun rein im Geiste starke Seele ist dadurch denn auch nicht nur Herr über ihres Leibes Leidenschaften, sondern auch ein Herr über die gesamte Natur der Welt und somit auch ein Herr über die gesamte Hölle und ihren Fürsten der Lüge und der Finsternis.
(jl.ev08.012,17) Nun wisset ihr, wer und was eigentlich die Hölle und der Fürst der Lüge und der Finsternis ist, und wie er zu bekämpfen und sicher zu besiegen ist. Tut es denn auch also, so werdet ihr Menschen auf dieser Erde sein Reich bald und leicht vollends zerstört haben, und ihr werdet wahre Herren der ganzen Erde und eurer und ihrer Natur sein!«

Übertriebener Körperkult als Ursache des Materialismus (jl.ev03.012,04-06)

In unserer Zeit spielt der Kult mit dem Körper bei sehr vielen Menschen eine sehr große Rolle. Dies zeigt sich in vielen Spielarten. Auf die daraus entstehenden Gefahren und Folgen für Körper, Seele und Geist des Einzelnen wie auch für die Gesellschaft wies Jesus schon zu seinen Lebzeiten hin:
(jl.ev03.012,04) »Wo aber alle Sorge für die Zärtung (Verweichlichung, d. Hg.) des Fleisches getragen wird und sogar eigene Schulen (Bodybuildung, Tanz-, Gymnastik-, Rhythmik-, Ballett, Kosmetikstudios etc., d. Hg.) bestehen, in denen der Leib durch allerlei Gymnastik möglichst ebenmäßig und am Ende durch allerlei Salben und Öle so zart als möglich gemacht wird, da gibt es keine freie und starke Seele mehr; und kommt dann nur ein leiser Gifthauch über solche ekelhaft schwachen Leiber, so hält dann leicht der Tod sein reichstes Erntefest. (s. zunehmende Haltungs- und Gesundheitsschäden, Rheuma, Gelenk- und Muskelerkrankungen, Allergien bereits bei Kindern und Jugendlichen! d. Hg.)
(jl.ev03.012,05) Da wird dann wieder gejammert und geklagt, und ein halbgläubiger Mensch um den andern macht seinen Mund auf und sagt: "Aber was kann Gott da doch für ein Vergnügen haben, so Er die Menschen in einem fort mit allerlei Plagen heimsucht?!" Da schaue entweder gar kein Gott heraus, oder Gott sei zu erhaben und kümmere Sich ums Gewürm einer Erde nimmer, oder Gott sei opferhungrig und weihrauchlüstern geworden, man müsse Ihn wieder besänftigen durch reiche Opfer, magische Sprüche und durch Weihrauch! Oder Gott sei erzürnt worden und räche Sich nun an der harmlosen schwachen Menschheit; man müsse in Sack und Asche Buße tun und zum wenigsten zwölf Sündenböcke in den Jordan schmeißen!
(jl.ev03.012,06) Aber daran denkt niemand, daß all das Leiden, alle Krankheiten, alle Kriege, alle Teuerung, Hunger und Pest lediglich daher rühren, weil die Menschen anstatt für ihre Seele und ihren Geist nach der Ordnung Gottes alles zu tun, nur alles für ihren Leib tun!«

Warum Atheismus zu Materialismus, Unreinheit und teuflischem Wesen führt (jl.ev08.034,11)

Zwischen Glaubenslosigkeit und Materialismus sowie Schlechtigkeit und Boshaftigkeit bestehen direkte Zusammenhänge:
(jl.ev08.034,11) »Ein Mensch aber, der an einen Gott nicht glauben und darum auch nicht handeln will nach dessen den Menschen geoffenbarten Willen, versenkt sich dann stets mehr und mehr und tiefer und tiefer in das geschaffene Materielle und wird geistig unrein, schlecht und gerichtet böse und somit ein Teufel...«

Wohlleben erzeugt Materialisten; seelische Folgen (jl.ev02.203,05-06)

Jarah, ein Anhängerin Jesu wies auf die kaum zu vermeidenden charakterlichen, seelischen und geistigen sowie sozialen Folgen von irdischem Reichtum hin:
(jl.ev02.203,05) »Sehet, wenn der Herr die Menschen dieser Erde so recht mit allerlei irdischen Gütern versieht, da werden sie bald übermütig und fangen an, zu sehr für ihren Leib zu sorgen, und ihre Seele, in der der göttliche Geist wohnt, wird dann bald, gleich wie das edle Samenkorn von dem dasselbe umgebenden zu sättigungsgierigen Erdreich, aufgezehrt, statt daß sie zur Erkeimung des göttlichen Geistes in ihr zum ewigen Leben aus dem Leibe die Stärkung bekäme in gerechtem Maße, wie solche von Gott verordnet ist, und zu welchem Endzwecke Gott der Seele denn auch so ganz eigentlich den Leib gegeben hat. Wo aber die Seele dann von ihrem Leibe aufgezehrt ist, dort kommen dann aber natürlich statt der edlen Früchte auch nur Dornen, Disteln und allerlei anderes böses Unkraut zum Vorscheine, von denen man dann wahrlich keine Trauben und keine Feigen ernten kann!
(jl.ev02.203,06) Ein solcher Mensch ist aber dann geistig auch so gut wie tot! Er weiß nichts mehr von dem, was irgend des Geistes ist. Er leugnet alles Geistige und vermaterialisiert alles. Außer der groben Materie gibt es für solch einen Menschen nichts mehr; sein Bauch und seine sinnlichste Haut sind seine zwei alleinigen Gottheiten, denen er Tag und Nacht bereit ist, jegliches Opfer zu bringen. Für solche Menschen gibt es dann keinen Gott mehr, und wenn endlich solche Menschen, wie es nun leider nur zu sehr der Fall ist, gar noch Priester und Gottesdiener werden, da wird man doch hoffentlich nicht lange zu fragen brauchen und sagen: "Warum sind denn diese puren Knechte des Fleisches, für die im Grunde des Grundes Seele, Geist, Gott und Seine Himmel nichts als veraltete, poetisch phantastische Redebilder sind, Priester und Gottesdiener geworden?" Man sehe nur ihre überdicken Bäuche an, und man hat auch die vollste Antwort lebendig vor sich!«

Rolle von Edelmetall, Schmuck und Priestern bei der Entstehung des Materialismus; rechte Verehrung Gottes

Rechte gottesdienstliche Verwendung von Reichtum (jl.ev09.055,04-07a)

Anlässlich eines Mahles, bei dem ihm vom dankbaren Wirt Speisen in Edelmetallgeschirr serviert wurde, wies Jesus darauf hin, welche Rolle Gold, Silber und Edelsteine bestenfalls spielen dürften:
(jl.ev09.055,04) (Jesus:) »Es (Essen) ward darauf sogleich in silbernen Schüsseln auf den Tisch gebracht, so wie auch der Wein in großen silbernen Bechern. Meine Schüssel und Mein Weinkelch aber waren aus reinstem Golde angefertigt, und Ich fragte den Wirt, warum er das getan hätte, da Ich an derlei irdischer Pracht niemals ein Wohlgefallen habe.
(jl.ev09.055,05) Er aber verneigte sich tief vor Mir und sagte (der Wirt): »O Herr und Meister, ich weiß es wohl, daß Du an derlei niemals ein Wohlgefallen hast, daß man Dich nur mit einem mit reiner Liebe erfüllten Herzen wohlgefällig ehren und preisen kann. Du hast aber in Mir schon einen Menschen gefunden, der Dich im Herzen über alles geehrt und gepriesen hat und Dich fortan also noch mehr ehren und preisen wird. Ich aber dachte mir, daß ich eine Sünde begehen würde, so ich Dir als dem höchsten Herrn Himmels und der Erde nicht auch die Ehre erwiese, die man doch besseren Menschen zu erweisen pflegt!
(jl.ev09.055,06) Du hast ja die ganze Erde mit allem, was sie enthält, erschaffen, und so denn auch ihr Gold und Silber, und so zeugen ja auch diese Metalle, die von den Menschen schon seit gar lange her als die edelsten und somit auch wertvollsten anerkannt worden sind, von Deiner Liebe, Weisheit, Macht, Größe und Ehre! Und so denke ich in meiner Schlichtheit, daß es besser ist, Dich als den Schöpfer auch des Goldes und des Silbers mit diesen Metallen nach unserer menschlichen Weise zu ehren, als mit ihnen einen schmählichen Wucher zu treiben oder um ihretwillen die blutigsten Kriege zu führen und tausendfaches Unheil über die arme Menschheit wie aus der Hölle heraufzubeschwören.«
(jl.ev09.055,07a) Sagte Ich: »Ja, ja, da hast du freilich auch wohl recht; wenn alle Menschen dir gleich dächten und deines Herzens und Sinnes wären, dann würden ihnen Gold und Silber und Perlen und alle die kostbaren Edelsteine niemals zum Unheil werden!«

Rolle der Priester bei Entstehung des Materialismus (jl.ev09.055,07b-14)

Die Wertschätzung von Gold, Silber und Edelsteinen im Kultischen war bzw. ist einer der wesentlichen Gründe, warum diese materiellen Dinge überhaupt als so wertvoll eingestuft werden. Das ergibt sich aus weiteren folgenden Hinweisen Jesu:
(jl.ev09.055,07b) »Aber weil die Menschen, die darauf sehen, daß Gott mit Gold und Silber und Perlen und Edelsteinen geehrt werde, ganz anders zu denken anfangen und sonach auch bald eines andern Sinnes werden, so wäre es sehr unweise von Gott, wenn Er Sich mit dem ehren ließe, was unter den Menschen zu allen Zeiten das meiste und größte Unheil gestiftet hat.
(jl.ev09.055,08) So wie du dachten auch die Erzväter der Erde und ehrten Gott vor goldenen und silbernen Altären und verrichteten ihre Preis- und Lobgebete in mit Gold und Silber und mit allerlei Edelsteinen reichlichst gezierten Tempeln, wie du solches im Tempel zu Jerusalem wohl ersehen kannst. Was war aber die Folge davon? Siehe, eben dadurch sind die benannten Metalle, Perlen und Edelsteine in der Einbildung der Menschen so überaus wertvoll geworden!
(jl.ev09.055,09) Als die Menschen am Ende von dem Werte dieser gottesverehrlichen Dinge in eine zu hohe Idee geraten sind, haben sie denn auch stets mehr und mehr in der Erde herumzuwühlen angefangen und suchten Gold, Silber und Perlen und Edelsteine, vergaßen dabei nach und nach auch Gott und meinten, Gott schon dadurch im höchsten Grade zu ehren und ungeheure Gnaden von Ihm zu erhalten, wenn sie Ihm zur Ehre irgend den größten Brocken Goldes, Silbers und der Edelsteine auf den Altar legen konnten.
(jl.ev09.055,10) Da aber doch nicht alle Menschen so geschickt waren, die benannten Dinge zu finden, um sich durch sie Gott wohlgefällig erweisen zu können, so befragten sie sich bei den Erzvätern, die zugleich Priester waren, wie viele Schafe, Kühe, Ochsen oder auch Kälber und Stiere sie anstatt soundso viel Goldes oder Silbers Gott zum Opfer bringen sollten, um Ihm wohlgefällig zu werden gleich dem, der da pur Gold und Silber Gott zum Opfer darbringt.
(jl.ev09.055,11) Da merkten es nur zu bald die Ältesten oder Priester, daß sich dabei ein einträgliches Geschäft mit dem Gottesdienste gar leicht und etwa auch unschädlich verbinden ließe, und daß das zur Erbauung und Beruhigung der Menschen auch ganz wohl dienlich wäre. Und so fingen die Priester an, Gold und Silber und Perlen und Edelsteine zu wägen und bestimmten den Wert nach der Anzahl der verschiedenen Tiere, später auch nach dem Maße des Getreides, der Früchte, des guten Bauholzes, des Weines, der Kleidungsstoffe und noch einer Menge anderer Dinge.
(jl.ev09.055,12) Dadurch entstand schon der Tausch- und Stechhandel, die arge und wucherische Wechslerei, darauf Neid, Haß, Zorn, Verfolgung, Lüge, Betrug, Geilheit, irdische Pracht, Größe und Hoheit und Stolz und Verachtung unter den Menschen, da man ihren Wert nicht mehr nach ihrem inneren Seelenadel, sondern nur nach dem Gewichte des Goldes und Silbers, der Perlen und Edelsteine, nach der Größe der Herden, der Äcker und Weinberge und nach dem größeren Besitze auch anderer Dinge bestimmte.
(jl.ev09.055,13) Daß die Armen die Reichen beneideten und durch allerlei List ihnen den Reichtum zu schmälern anfingen, wodurch Dieberei und Raub und Mord auch nicht lange auf sich warten ließen, ist eine selbstverständliche Sache. Denn mit dem stets mehr überhandnehmenden Materialismus geht das Geistige zugrunde, und Gott wird den Menschen am Ende ein alter, verbrauchter, nichtiger und wertloser Begriff, von dem sie sich keine Vorstellung mehr zu machen imstande sind, und die volle Gottlosigkeit und mit ihr alle erdenkbaren Übel werden unter den Menschen auf die allergewissenloseste Weise gang und gäbe, und die Menschen greifen zu den Waffen, und der sich besser dünkende Teil sucht dann den böseren mit Gewalt zu unterjochen; und hat er das, dann gibt er Gesetze, deren Nichtbeachtung er mit den ärgsten Strafen belegt. Und so entstehen dann die Machthaber und ihnen gegenüber die Sklaven auf der Erde.
(jl.ev09.055,14) Siehe, das macht alles das Gold, das Silber, die Perlen und die Edelsteine, so die Menschen in der Meinung, daß diese Dinge die reinste und edelste Materie seien, sie auch zur äußeren Verehrung auf was immer für eine Art anwenden!«

Warum sich Gott nicht äußerlich loben und preisen lassen will (jl.ev09.055,15-16)

Gott hat äußere Zeichen der Wertschätzung, Verehrung oder Anbetung nicht nötig. Das stellte Jesus eindeutig klar:
(jl.ev09.055,15) »Was die äußere Verehrung und Verherrlichung Gottes anbelangt, dafür hat schon Gott Selbst von Ewigkeit her gesorgt; denn Er hat darum den Himmel und alle sichtbare Natur - als diese ganze Erde, den Mond, die Sonne und die zahllos vielen Sterne, die zumeist lauter ums kaum Aussprechliche große Weltkörper sind voll Lichtes und voll der wunderherrlichsten Dinge und Kleingeschöpfe auf ihren übergroßen und überweit gedehnten Flächen und Gefilden - erschaffen, und das genügt zur Außenverherrlichung des großen Gottes und Meisters über alles von Ewigkeit, und Er bedarf darum keines Goldes, Silbers und keiner Perlen und geschliffener und polierter Edelsteine dieser Erde.
(jl.ev09.055,16) Die wahre und Gott allein wohlgefällige Verehrung und Verherrlichung besteht und bestehe denn allzeit nur in einem reinen, Gott über alles und den Nächsten wie sich selbst liebenden Herzen und somit - was dasselbe ist - auch in der getreuen Haltung der Gebote, die Er durch Moses allen Menschen gab; alles andere ist eitel und töricht auch von seiten eines reinen und Gott wohlgefälligen Menschen. Wird die äußere Verehrung aber noch von solchen Menschen, wie es da sind die Pharisäer und die Götzenpriester und -priesterinnen, und auch von anderen Scheinfrommen und Augendienern und Gleisnern Gott, an den sie bei sich gar nicht glauben und nie geglaubt haben, dargebracht, und das um Geld und andere bedeutende Opfer, so gilt das vor Gott nicht nur nichts, sondern es ist das ein Greuel vor Ihm, und dasselbe ist auch alles, was vor den Augen der Welt groß und glänzend ist. Das, Mein Freund, merke dir, da du es nun aus dem Munde Dessen vernommen hast, der Sich mit gar keiner Materie ehren und preisen läßt, sondern allein nur mit einem reinen, Ihm völlig ergebenen Herzen und Willen!«

Folgen des Materialismus

Geistige Wertlosigkeit von Weltschätzen (mt.16,26; jl.ev05.171,04)

Materieller Reichtum, weltliche Vorteile und Positionen führen leicht dazu, an seiner charakterlichen, seelischen und geistigen Entwicklung großen Schaden zu erleiden. Daher warnte Jesus:
(mt.16,26) "Was hülfe es dem Menschen, a wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er b seine Seele auslöse?" (alk.09,25; lk.12,20; jl.ev01.215,12; jl.ev10.109,02-03; b ps.049,09; mk.08,36; = b ps.049,09; jl.ev05.171,04*; jl.ev01.139,08; VatB.125)

(jl.ev05.171,04) Bei Lorber gleichlautend: »Was hülfe es denn einem Menschen, so er gewönne die ganze Welt mit allen ihren Schätzen, litte aber dabei Schaden an seiner Seele? Oder was kann ein Mensch geben, daß er dann wieder löse seine Seele aus den Banden der Materie, des Gerichtes und des Todes?«
(jl.ev10.109,02... zu große irdische Vorteile sind stets Nachteile für die Seele.
   03] Ich aber bin nicht gekommen zum Nutzen des Leibes, sondern zum Nutzen der Seele des Menschen nur bin Ich in diese Welt gekommen; darum sollt ihr Mich auch vor allem nur um das bitten, was eurer Seele zum wahren, ewig währenden Nutzen gereicht. Denn was nützte es dem Menschen, so er gewinnen möchte alle die toten Schätze dieser Welt, an seiner Seele aber dadurch sicher den größten Schaden erlitte? Wie wird er diese wohl retten können vom Tode und Gerichte der Weltmaterie?"

Folgen der Falschbewertung des Goldes (jl.ev05.089,01-05)

Jesus erklärte dem Römer Cyrenius, welchen Wert bzw. Unwert Edelmetalle und Edelsteine haben bzw. wie man mit ihnen umgehen solle:
(jl.ev05.089,01) »Du kennst ... den wahren Wert des Goldes und der Edelsteine; gebrauche sie auch in der Art und Weise, wie Ich sie dir nun angezeigt habe, so wirst du ganz in Meiner Ordnung stehen wie ein Patriarch der Urzeit!
(jl.ev05.089,02) Auch die Patriarchen der Urzeit kannten das Gold und gebrauchten es echt und gerecht; die aber anfingen, es nach dem eingebildeten Werte zu gebrauchen, die kamen auch ehest in ein großes Unglück. Denn aus dem eingebildeten Werte des Goldes, der Perlen und der Edelsteine erstanden erst die Diebe und die Straßenräuber, und ein König ward des andern Feind, sobald er in Erfahrung gebracht hatte, daß sein Nachbar etwa gar zuviel des gelben Metalles aufgehäuft hatte.
(jl.ev05.089,03) Also nur die Narrheit der Menschen erzeugt gegenseitige Verfolgungen! Aus ihr entstehen am Ende alle erdenklichen Laster, als da sind: Neid, Geiz, Habsucht, Stolz, Hochmut, Herrschgier, Fraß, Völlerei, Unzucht und allerlei Hurerei, - und am Ende Totschlag, Mord und alle Grausamkeiten, die sich die Menschen gegenseitig bereiten. Und was schuldet hauptsächlich daran? Zuallermeist die gänzliche Verkennung des Goldes und der vielen Edelsteine und Perlen! Die Menschen haben sich nach dem Maße des Goldbesitzes voneinander zu unterscheiden angefangen! Der Stärkere brachte viel zusammen, und der Schwächere ging leer aus. Der nun am Golde Reiche hatte einesteils wohl bald eine bedeutende Anzahl interessierter Freunde, und der Arme wurde alsbald zum wenigsten als ein halber Dieb, dem man nicht trauen darf, angesehen und daher verachtet! Was Wunder, so er bei solch einem Fingerzeig ehestens ein wirklicher Dieb ward?!
(jl.ev05.089,04) Ich aber will diese ärgerliche Sache nun nicht weiter verfolgen, da du, Mein Freund Cyrenius (röm. Statthalter in jenem Gebiet, d. Hg.), dir alles Weitere von selbst ganz und gar leicht denken kannst! Aber das setze Ich noch hinzu: Wollt ihr mit der Zeit frei sein von allerlei Feinden, Dieben, Räubern und Mördern, so schätzet das Gold und alle die Edelsteine nach ihrem eigenschaftlichen Werte, und ihr werdet dadurch die Anzahl eurer Feinde um ein sehr bedeutendes vermindern; denn durch eure Weisheit werden dann viele selbst weise werden und Gottes Ordnung in allen Dingen erkennen! Und werden sie das, so werden sie auch edle und liebe Menschen werden, vor denen ihr euch nicht zu fürchten haben werdet.
(jl.ev05.089,05) Aber wenn ihr, oder zum mindesten eure Nachkommen, dem Golde, dem Silber und den Edelsteinen wieder den eingebildeten Wert werdet beizulegen anfangen, so werdet ihr wieder in die alten Feindschaftsverhältnisse treten, in denen ihr euch jetzt befindet. Ich sage es dir: Unter gewissen, wahren Verhältnissen ist alles gut auf der Erde und bringet Segen durch den wahren Gebrauch für Leib, Seele und Geist, und es ist dem Reinen alles rein, und für den, der selbst ein Licht geworden ist, kann es keine Nacht mehr geben; aber durch einen dummen, verkehrten und also ordnungswidrigen Gebrauch muß am Ende selbst das Beste schlecht werden und statt Segen und Heil - Fluch und Unheil bringen!«

Charakterliche Auswirkung falsch genutzten Reichtums (jl.ev05.049,08)

Klar weist Jesus darauf hin, welche charakterlichen, seelischen und sozialen Folgen materieller Reichtum in der Regel nach sich zieht:
(jl.ev05.049,08) »Was macht aber der irdische Reichtum, und was erzeugt er stets? Er macht die Menschen hoffärtig und herrschgierig und erzeugt Hartherzigkeit, Lieblosigkeit und stinkendsten Hochmut und dadurch Verachtung, Haß und Verfolgung der Nebenmenschen.«

Wucher und Egoismus als Ursache von Not, Elend und Untergang von Weltreichen (jl.ev09.101,06-07)

Wucher, Herrschsucht, Streben nach Prunk und Luxus, Egoismus und Hochmut sind an jedem menschlichen Elend zentral mitbeteiligt und erzeugen schon auf Erden Höllenzustände, wie Jesus darlegte:
(jl.ev09.101,06)»... Alles Elend bereiten sich die Menschen durch ihren bösen Wuchergeist nur selbst. Zuerst leiden die Kleinen und Armen, dann aber kommt es tausend Male ärger über die Großen und Mächtigen; denn sie sind durch ihren Wuchersinn und durch ihre zu himmelschreiend große Herrschsucht Diebe und Räuber der Völker und haben darum von mir aus auch zur rechten Zeit den verdienten Lohn zu gewärtigen.
(jl.ev09.101,07) Sehet euch alle die großen Reiche der euch bekannten Erde an! Wo sind die einst so mächtigen Könige von Babylon, von Ninive und von Griechenland, und die mächtigen Ägypter und ihre Pharaonen? Sie sind verdorrt alle; und ebenso wird es auch andern solchen Großreichen in Zukunft ergehen, ihres Wuchers und ihrer zu großen Herrschsucht wegen! Denn der zu selbstsüchtige Wucher und die zu große Herrsch- und Glanzsucht der Menschen ist der eigentliche Satan, ein Fürst dieser Welt, die - weil ohne alles Lebenslicht aus den Himmeln - vollkommen Hölle selbst ist, der es wohl gestattet ist, sich wegen der Probung des freien Willens und seiner Liebe sich bis zu einer gewissen Höhe zu erheben; wird diese Höhe aber überschritten, so kommt das Gericht, und Hölle und Satan werden in den Abgrund des Verderbens gestürzt. Darum bleibet denn alle in Meiner Lehre, und kämpfet mit reiner Liebe, gutem Willen und mit aller Sanftmut und Demut wider die Hölle und wider den Satan, und ihr werdet dafür des ewigen Lebens Siegeskrone überkommen und schon auf dieser Erde ein wahres Gottesreich gründen!«

Bewertung von Wucherern und Geizigen (jl.ev03.192,04-07)

In falschen Händen führt großer Reichtum zu Fluch und Höllenzuständen. Daher warnte Jesus einst vor allem vor Wucherern und Geizigen:
(jl.ev03.192,04) »... Ein großer Reichtum in den Händen eines Geizhalses oder Wucherers ist ein Fluch der Hölle für ein ganzes Königreich; denn der sucht nur alles an sich zu ziehen auf Kosten aller Menschen! Ihn rührt kein Elend, keine Not und keine Träne armer, verlassener Witwen und Weisen. Vor dem kalten Angesicht eines Wucherers können Tausende mit dem Hungertod ringen, so wird er dennoch niemandem ein Stück Brotes zu seiner Sättigung reichen!
(jl.ev03.192,05) Darum sage Ich es euch aber auch, daß dereinst Hurer und Ehebrecher und Diebe und reuige Raubmörder ins Reich Gottes eingehen werden, aber die Seele eines Geizhalses und Wucherers nimmer; denn diese ist unverbesserlich und wird darum zum Material, aus welchem die Teufel eine unterste Hölle erbauen werden!
(jl.ev03.192,06) Ein Wucherer ist eine wahre Höllenmaschine, zum Verderben aller Menschen errichtet, und wird als solche auch für ewig ein vollstes Eigentum der Hölle verbleiben!
(jl.ev03.192,07) Setze einem Wucherer eine Königskrone auf, gib ihm Zepter und Schwert und ein mächtiges Heer dazu, und du hast einen Satan zum tyrannischsten Regenten über die armen Menschen gesetzt, der den letzten Blutstropfen seiner Untertanen nicht schonen wird! Er wird jeden eher erwürgen lassen, als bis er ihm einen Stater nachsehen und erlassen wird! Darum sei von Mir verflucht jeder Geiz und jeder Wucher!«

Negative Auswirkung des Mammons auf Erkennen der Wahrheit (jl.ev09.078,05; jl.ev09.078,07)

Wer sehr an Edelmetallen, Edelsteinen und materiellen Gütern hängt, ist für geistige Wahrheiten kaum ansprechbar und erkennt Wahrheiten nicht, weil die materiellen Güter die Seele verhärten:
(jl.ev09.078,05) »... In der Seele deines Gefährten steckt noch zu viel Gold und Silber dieser Welt, und da kann das Reich Gottes nicht so leicht Platz greifen wie bei Menschen, deren Seelen nicht von dem Mammon dieser Welt verhärtet und blind (unwissend um geistige Gesetze und Fortleben im Jenseits, d. Hg.) geworden sind. Der schiebt die Schuld auf Gott, daß Er ihn vernachlässigt habe, bedenkt aber nicht, daß auch er gar manche und sehr bedeutungsvolle Mahnungen von Gott aus erhalten hat, die ihm zu einer großen Leuchte für seine Seele hätten werden können, wenn sie nicht schon von Kindheit an mit aller Gold- und Silbergier wäre angefüllt worden.«
(jl.ev09.078,07) ... »Aber er erkannte vor lauter Gold und Silber das Licht aus den Himmeln nicht, obschon es Tausende geradewegs mit Händen haben greifen können. Er dachte wohl recht viel in seinem Gehirne nach, aber was nützet der Seele, deren Herz mit lauter Mammon verhärtet und verfinstert ist, ein solches Denken, das da gleicht einem flüchtigen Irrlichte, das wohl gleich einem Blitz die Nacht auf einen Augenblick erleuchtet, aber gleich darauf eine viel ärgere Finsternis zur Folge hat, als sie ehedem den Boden der Erde deckte?«

Tips für den Umgang mit hörunwilligen Reichen, Weltweisen, Schwätzern und Materialisten (jl.ev06.059,08-18)

Anläßlich einer Missionsaussendung riet Jesus seinen Jüngern:
(jl.ev06.059,08) »Wo man euch aber nicht aufnehmen wird oder nur also, wie dein alter Freund nun deine Worte aufgenommen hat, da schüttelt sogar den Staub von euren Füßen, der an einem solchen Orte oder in einem solchen Hause an ihnen klebend ward, auf daß von ihnen ja nichts Weltliches an euch haften bleibt (mt.10,13-14; lk.10,10-11)! Denn ihr wisset, daß Mein Reich nicht von dieser Welt ist, sondern geschaffen werden muß durch die Erkenntnis und durch die Beachtung Meines Wortes im Innern des Menschen. Aber es ist die Erschaffung dieser inneren, geistigen Lebens- und Himmelswelt so lange hin stets eine schwierige Sache, solange an einem Menschen noch irgend etwas Weltsinnliches haftet.
(jl.ev06.059,09) Ich meine unter dem erwähnten Staube an euren Füßen (vgl. mt.10,14; lk.10,11) aber nicht etwa den natürlichen Zimmerstaub oder den Staub auf den Straßen, sondern der Staub, den Ich meine, das sind jene weltklugen Reden solcher Menschen, die deinem alten Freunde ganz ähnlich sind. Sie klingen recht artig, freundlich und dem Weltverstande ganz angemessen; aber sie sind dennoch nichts als ein leerer Staub, weil sie nur Welttümliches befürworten und selbst darin von einem Wahrheitsernste keine Spur vorhanden ist. Wie aber der leere, nichtige Staub der Straßen keinem Wanderer zu etwas nütze werden kann, so auch derlei weltstaubige Reden solcher reichen und weltklugen Bürger.
(jl.ev06.059,10) Obschon aber solch ein Staub niemandem zum Nutzen werden kann, so kann er einem Wanderer aber dennoch mehr oder weniger schädlich sich gestalten. So ein Wind kommt und den Staub in die Luft hebt, da heißt es die Augen schließen und den Mund zuhalten, ansonst kann man erblinden und ersticken. Auch muß man so lange stehenbleiben oder sich gar, mit dem Gesichte zur Erde gekehrt, auf den Boden legen, bis der Wind den lästigen Staub weithin getragen hat. Und das hat den Wanderer sicher auch Zeit gekostet, infolgedessen er notwendig später an den Ort seiner Bestimmung gelangt, als er ohne die Staubbescherung gelangt wäre.
(jl.ev06.059,11) Was aber der Straßen- und Gassenstaub dem irdischen Wanderer ist, das ist der eitle, weltkluge Wortstaub dem Lebenspilger auf Meinen euch gezeigten Lebenswegen. Er trübt leicht die innere Sehe und kann sogar sehr erstickend auf das wahre, innere, geistige Seelenleben einwirken. Und mindestens verzögert er bei aller angewandten Vorsicht doch den geistigen Fortschritt! Darum sagte Ich, daß ihr auch sogar den Staub, der an euren Füßen kleben geblieben ist, abschütteln sollet, auf daß gar nichts Welttümliches an euch sei; denn wahrlich sage Ich euch: Solange an einer Seele noch ein welttümliches Atom klebt, kann sie nicht völlig in Mein Reich eingehen; denn alles Welttümliche ist das für die Seele, was das Gift für den Leib ist. Ein kleinster, kaum sichtbarer Tropfen von einem starken Gifte kann dem Leibe den Tod geben, und ebenso kann auch ein Atom Welttümlichkeit eines Menschen Seele ganz verderben oder wenigstens derart zu Schaden bringen, daß sie dann lange zu tun haben wird, um völlig geheilt zum ewigen Leben zu erstehen. Die Erfahrung wird euch darüber die vollste Bestätigung geben.«
(jl.ev06.059,12) Sagte Petrus: »Herr, da wird es für uns eben nichts Leichtes sein, Dein Wort den andern Menschen zu verkünden! Denn wie werden wir's erfahren, ob ein Mensch geeignet ist, Dein Evangelium aufzunehmen? Der Alte draußen wäre für mich einmal schon ein ganz geeigneter Mensch gewesen, da er sonst von einer ganz guten Gemütsart ist und sich gerne in seinen Mußestunden über höhere und geistige Dinge bespricht und, soviel mir bekannt ist, auch gerne armen Menschen Gutes erweist. Nun, wenn derlei Menschen auch noch zu den Bedenklichen gehören, mit denen man nicht viel zu tun haben soll, da wüßte ich dann wahrlich nicht, wen man für die Mitteilung Deines Evangeliums für tauglich erachten soll.«
(jl.ev06.059,13) Sagte Ich: »Seid ihr denn auch noch blind und merket nichts von dem, was Ich euch sage? Hast du im vorigen Jahre nicht den reichen Jüngling gesehen? Er fragte Mich, was er tun solle, um das ewige Leben zu erreichen. Und Ich sagte zu ihm, daß er die Gebote halten und Gott über alles und den Nächsten wie sich selbst lieben solle. Da sagte und beteuerte der junge Mann, daß er das schon seit seinen Kinderjahren getan habe. Ich aber sagte darauf: "Nun gut, - willst du mehr, so verkaufe alle deine Güter, teile den Erlös unter die Armen, und komme dann und folge Mir nach, so wirst du dir dadurch einen großen Schatz im Himmelreiche bereiten!" Als bald ward der junge Mann traurig, kehrte uns den Rücken und zog seines Weges weiter. Ich aber machte euch dann die Bemerkung, dernach ein Kamel leichter durch ein Nadelöhr (schmaler Nebeneingang am Haupttor von Jerusalem zur Zeit Jesu, d. Hg.) gehe denn ein Reicher in den Himmel (mt.19,16 -24). Damals stauntet ihr darüber und meintet, da dürften äußerst wenige ins Himmelreich gelangen. Und Ich sagte zu euch, daß bei dem Menschen wohl gar vieles als unmöglich erscheine, was aber bei Gott noch immer gar wohl möglich ist. (vgl. mt.19,19-26)
(jl.ev06.059,14) Damals sahet ihr diese Sache nicht völlig ein; aber nun dürfte sie euch wohl schon um vieles begreiflicher sein. Was hätten wir zum Beispiel gewonnen, so wir damals jenem jungen Manne so recht zuzureden angefangen hätten, daß er dennoch das tun solle, was Ich ihm angeraten habe? Gar nichts! Er hätte uns mehrere Tage hindurch seine weltklugen Gründe vorgetragen, derentwegen er selbst beim besten Willen Meinem Rate vorderhand nicht nachkommen könne, und wir wären nach mehreren Tagen mit ihm auf demselben Flecke gestanden wie im ersten Augenblicke unseres Zusammentreffens. Wir aber zogen lieber recht schnell weiter und fanden bald eine Gelegenheit, wo wir recht viel Gutes haben wirken können. Sehet, da haben wir auch den Staub, den uns der junge Mann offenbar bereitet hatte, schnell abgeschüttelt und zogen ungehindert unseres Weges weiter!
(jl.ev06.059,15) Die da draußen im Vorzimmer sind lauter solche Menschen, die an und für sich ganz rechtliche und sehr weltkluge Menschen sind, welche Eigenschaft sie auch sehr weltreich machte; aber für Mein Evangelium sind sie noch lange nicht reif und werden es in dieser Welt auch schwerlich je ganz werden. Daher sollet ihr in der Folge solchen Menschen auch Mein Wort nicht predigen; denn es wird bei ihnen nicht wurzeln und noch weniger je zu einer guten Frucht reifen.
(jl.ev06.059,16) Du, Petrus, hast dem reichen Bürger wahrlich ganz tüchtige Wahrheiten gesagt, so, als hättest du sie aus Meinem Munde geredet! Welche Wirkung aber haben sie bei ihm gemacht? Sieh, gar keine! Er redet nun so frei und unbeirrt mit seinem Geschäftsfreunde, als ob du nie ein Wort von Mir zu ihm gesprochen hättest! Er weiß, daß Ich hier bin; es sollte ihn wenigstens die Neugierde zu Mir führen, auf daß er sich mit Mir Selbst über das besprechen möchte, was du von Mir ihm kundgetan hast! Allein, das alles ist dem reichen Manne so gleichgültig wie eine auf dem Wege von seinem Fuße zertretene Mücke. Er steht auf uns und unsere für ihn zu geringfügige Hilfe gar nicht an, indem er ja ein sehr reicher und weltkluger Mann ist, - und noch gar viele sind seinesgleichen.
(jl.ev06.059,17) Sehet, das sind so die rechten Weltwühlschweine, denen ihr Meine Perlen nicht vorwerfen sollet (vgl. mt.07,06); denn diese kümmern sich um nichts anderes als nur um das, ob und was bei einer Sache materiell zu gewinnen ist. Darum hatte der reiche Mann dir denn auch vorgehalten, daß du dein gewinntragendes Gewerbe verlassen habest und Mir gewisserart um nichts und wieder nichts gefolgt seiest.
(jl.ev06.059,18) Diese Menschen sind sonst recht artig und beachten gegen jedermann eine feine Sitte; aber das alles ist gleich der feinen und zierlichen Tünche eines Grabes, das dadurch äußerlich recht erbaulich anzusehen ist, - aber inwendig ist es dennoch voll Totenmoders und pestilenzialischen Ekelgeruches. Solange so ein Mensch ganz ruhig seinen Gewinn einstecken kann und ihn kein Geschäftsunglück ereilt, wird er stets in der besten und mitunter sogar freigebigen Laune sich befinden; lassen wir ihn aber bei irgendeiner Spekulation nur einmal so recht tüchtig eingehen, da schaue dir dann deinen freundlichen Mann an, und fange an, mit ihm über innere, geistige Wahrheiten zu reden, und Ich stehe dir dafür, daß du noch eher hinausgeschafft wirst, als du den Mund so recht aufgemacht hast! Und sieh, darin liegt auch hauptsächlich der Grund, warum Ich dich von deinem sonst sehr löblichen Eifer abberufen habe; denn bei derlei Menschen ist jedes innere, geistige Wort ein beinahe völlig vergebliches!«

Versinken in Materialismus erfordert Gericht (jl.ev03.011,01-05)

Warum sich Menschen immer wieder harte Strafgerichte oder ihren physischen Untergang selbst bereiten, wenn sie die Ordnung Gottes übertreten, geistige Werte geringschätzen oder verachten und ihr Herz an materielle Werte hängen, erläuterte Jesus einst so:
(jl.ev03.011,01) »Man klagt noch Gott an und sagt: "Wie konnte Gott eine alles Leben erstickende Sündflut über den Erdboden kommen lassen und wie vernichten die Sodomiter und Gomorrhiten!?" O nichts leichter als das! Denn wozu belebte und gezierte Fleischklumpen auf dem Boden einer Erde noch länger herumwühlen lassen, deren Seelen sich so weit von der alten Ordnung Gottes entfernt haben, daß in ihnen aber auch die letzte Spur sogar des Bewußtseins ihrer selbst vor lauter Sorge ums Fleisch entflohen ist!?
(jl.ev03.011,02) Kann es noch eine dickere Inkarnation (Verstofflichung) der Menschenseele geben als eine, in der die Seele nicht nur von dem göttlichen Geiste in ihr jeder Ahnung bar geworden ist, sondern sich am Ende selbst auch derart verliert, daß sie ihr eigenes Dasein im vollsten Ernste zu leugnen anfängt und nicht mehr zu der Überzeugung zu bringen ist, daß sie ist!?
(jl.ev03.011,03) Ja, wenn bei der Menschheit der Welt einmal der Zustand eintritt, da hat dann auch der Mensch vollends aufgehört, ein Mensch zu sein; er ist dann nur mehr ein instinktartig vernünftiges Tier und ist vorderhand für jede weitere Bildung der Seele und des Geistes total unfähig. Darum muß solch ein Fleisch getötet werden und verfaulen samt der zu intensiv inkarnierten (sehr verstofflichten) Seele, auf daß vielleicht nach vielen Jahrtausenden eine aller Inkarnation ledig gewordene Seele wieder den Weg ihrer Selbstbildung und Selbständigwerdung, entweder noch auf dieser Erde oder auf einer andern, betreten kann.
(jl.ev03.011,04) Daß es aber nun schon wieder gar häufig Menschen gibt, die von ihrer eigenen Seele vor lauter großen Sorgen um der Welt und ihres Fleisches willen nichts mehr wissen, das könnet ihr zum Teil an euch selbst, zum Teil an den Sadduzäern und zum größten Teile an allen Menschen ersehen; denn da weiß keiner mehr Bescheid zu geben, wer und was die Seele ist! Man spricht sie wohl aus und sagt: "Bei meiner Seele", und "in meiner Seele": fragt man aber dann jemanden und sagt: "Freund, wer und was ist denn etwa doch die Seele?", da steht dann der Befragte sofort gleich einem Ochsen am Berge und weiß nicht, wo aus und wo ein!
(jl.ev03.011,05) Wenn aber einmal eine Seele sich selbst nicht mehr kennt und am Ende sogar ganz vergißt, daß, was und wie sie ist, dann hört sich alles auf! Und Gott bleibt da nichts übrig, als das alte Menschenleiber-Vertilgungsmanöver von neuem über den Erdboden ergehen zu lassen, bald in größerem und bald in kleinerem Maße, je nach dem Sachverhalte der Menschen, inwieweit diese von ihrem Geiste und ihrer Seele noch etwas oder gar nichts mehr wissen.«

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Letztes Update: 16.02.2017