Johannes-Evangelium, Kap. 08
Bibeltexte nach Lutherbibel
* = Verweise auf Stellen, die das Umfeld und die Situation der Versentstehung am besten klarstellen
Inhaltsübersicht:
- joh.08,01] Jesus aber ging auf den Ölberg. {jl.ev06.172,06; jl.him2.027}
- joh.08,02] Und frühmorgens kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm, und er setzte sich und lehrte sie. {jl.ev06.196,01; jl.ev06.147; jl.ev06.170}
- joh.08,03] Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten ein Weib zu ihm, beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte {jl.ev06.197,01-02}
- joh.08,04] Und sprachen zu ihm: Meister, dieses Weib ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden. {jl.ev06.197,03a}
- joh.08,05] Moses aber hat uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen. Was sagst du? {a Lev.20,10;
jl.ev06.197,03b}
- joh.08,06] Das sagten sie aber, ihn zu versuchen, damit sie eine Sache gegen ihn hätten. Aber Jesus bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. {jl.ev06.197,04-05}
- joh.08,07] Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: a Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. {a Röm.02,01;
jl.ev06.197,06}
- joh.08,08] Und er bückte sich wieder nieder und schrieb auf die Erde. {jl.ev06.197,07}
- joh.08,09] Als sie aber das hörten, gingen sie weg, einer nach dem andern, von den Ältesten bis zu den Geringsten; und Jesus blieb allein mit dem Weib in der Mitte. {jl.ev06.197,08-09}
- joh.08,10] Jesus aber richtete sich auf und da er niemand sah außer dem Weib, sagte er zu ihr: Weib, wo sind sie, deine Ankläger? Hat dich niemand verdammt? {jl.ev06.197,11-12}
- joh.08,11] Sie aber sprach: Herr, niemand. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und a sündige hinfort nicht mehr. {a
joh.05,14;
jl.ev06.197,13-14}
- joh.08,12] Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das a Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. {a
joh.01,05;
joh.01,09; Jes.49,06; Jes.60,20;
mt.05,14-16;
jl.ev06.198,03}
- joh.08,13] Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du zeugst von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr. {jl.ev06.198,05; VatB.301}
- joh.08,14] Jesus antwortete und sprach zu ihnen: a So ich von mir selbst zeugen würde, so ist mein Zeugnis doch wahr; denn b ich weiß, von woher ich komme und wohin ich gehe; ihr aber wißt nicht, von woher ich komme oder wo ich hingehe. {a
joh.05,31; b
joh.07,28;
jl.ev06.198,06a}
- joh.08,15] Ihr richtet nach dem Fleisch, a ich richte niemand. {a
joh.03,17;
jl.ev06.198,06b}
- joh.08,16] So ich aber richte, so ist mein Gericht recht; denn ich bin nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. {jl.ev06.198,06c}
- joh.08,17] Auch steht in eurem Gesetz geschrieben, daß zweier Menschen Zeugnis wahr sei. a {a Dtn.19,15;
jl.ev06.198,06d}
- joh.08,18] Ich bin es, der ich von mir selbst zeuge; und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt auch von mir. {jl.ev06.198,06e}
- joh.08,19] Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater; a wenn ihr mich kenntet, so kenntet ihr auch meinen Vater. {a
joh.14,07;
jl.ev06.198,07-08}
- joh.08,20] Diese Worte redete Jesus in den Gotteskasten, als er lehrte im Tempel; a und niemand ergriff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen. {a
joh.07,30;
jl.ev06.198,09-12}
- joh.08,21] a Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Ich gehe hinweg, und ihr werdet mich suchen und in eurer Sünde sterben. Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen. a {a 21-22:
joh.07,34;
joh.07,35;
joh.13,33;
jl.ev06.198,14}
- joh.08,22] Da sprachen die Juden: Will er sich denn selbst töten, daß er sagt: Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen? {jl.ev06.198,15}
- joh.08,23] Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin a von oben her; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. {a
joh.03,31;
jl.ev06.198,17}
- joh.08,24] Darum habe ich euch gesagt, daß ihr sterben werdet in euren Sünden; denn a wenn ihr nicht glaubt, daß ich es bin, so werdet ihr sterben in euren Sünden. {a Jes.43,10;
jl.ev06.198,21}
- joh.08,25] Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du denn? Und Jesus sprach zu ihnen: Erstens der, der ich mit euch rede. {jl.ev06.198,22}
- joh.08,26] Ich habe viel von euch zu reden und zu richten. Aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt. {jl.ev06.198,25}
- joh.08,27] Sie verstanden aber nicht, daß er zu ihnen vom Vater redete. {jl.ev06.198,26}
- joh.08,28] Da sprach Jesus zu ihnen: a Wenn ihr den Menschensohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, daß ich es bin und nichts von mir selber tue, sondern, wie mich der Vater gelehrt hat, so rede ich. {a
joh.03,14;
joh.12,32;
jl.ev06.198,27a}
- joh.08,29] Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Er läßt mich nicht allein; denn ich tue allezeit, was ihm gefällt. {jl.ev06.198,27b}
- joh.08,30] Als er solches redete, glaubten viele an ihn. {jl.ev06.199,01}
- joh.08,31] Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: a Wenn ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger {a
joh.15,07;
jl.ev06.199,02a; 31-32: VatB.253}
- joh.08,32] und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. {jl.ev06.199,02b;
jl.ev08.176,02+06;
jl.Ev10.220,06; jl.Ev11.310}
- joh.08,33] Da antworteten sie ihm: a Wir sind Abrahams Samen und sind nie jemandes Knecht gewesen. Wie sprichst du dann: Ihr sollt frei werden? {a
mt.03,09;
jl.ev06.199,03}
- joh.08,34] Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. {jl.ev06.199,04a; VatB.281}
- joh.08,35] Der Knecht aber bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig. {jl.ev06.199,04b}
- joh.08,36] So euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wahrhaft frei. a {a Röm.06,16; Röm.06,18; Röm.06,22;
jl.ev06.199,04c}
- joh.08,37] Ich weiß wohl, daß ihr Abrahams Samen seid; aber ihr sucht mich zu töten, denn mein Wort findet bei euch keinen Platz. {jl.ev06.199,05-06a}
- joh.08,38] Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; so tut ihr, was ihr von eurem Vater gesehen habt. {jl.ev06.199,06b}
- joh.08,39] Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so tätet ihr Abrahams Werke. {jl.ev06.199,07-08a}
- joh.08,40] Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen solchen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt hat, die ich von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan. {jl.ev06.199,08b}
- joh.08,41] Ihr tut eures Vaters Werke. Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren; wir haben einen Vater: Gott. {jl.ev06.199,08c-09}
- joh.08,42] Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn ich bin ausgegangen und komme von Gott; denn ich bin nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. {jl.ev06.199,10a}
- joh.08,43] Warum kennt ihr denn meine Stimme nicht? a Weil ihr mein Wort nicht hören könnt! {a 1 Kor.02,14;
jl.ev06.199,10b}
- joh.08,44] Ihr a seid von dem Vater der Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun. Der ist b ein Mörder von Anfang an und ist nicht bestanden in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so redet er von seinem Eigenen; denn er ist ein Lügner und ein Vater der Lügen. {a 1 joh.03,08-10; b Gen.03,04;
jl.ev06.199,17;
jl.Ev10.163,19-20}
- joh.08,45] Weil ich aber die Wahrheit rede, glaubt ihr mir nicht. {jl.ev06.199,19}
- joh.08,46] Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? {a 2 Kor.05,21; 1 Petr.02,22; 1 joh.03,05; Hebr.04,15;
jl.ev06.199,23a}
- joh.08,47] a Wer von Gott ist, der hört Gottes Wort; ihr hört darum nicht, weil ihr nicht von Gott seid. {a joh.18,37;
jl.ev06.199,23b}
- joh.08,48] Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, daß du ein Samariter bist und a den Teufel in dir hast? {a joh.07,20;
jl.ev06.199,24}
- joh.08,49] Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, aber ihr verunehrt mich. {jl.ev06.199,25}
- joh.08,50] Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie sucht und richtet. {jl.ev06.200,06b}
- joh.08,51] Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So jemand mein Wort halten wird, der a wird den Tod nicht sehen ewiglich. {a
joh.06,40;
joh.06,47;
jl.ev06.200,06c}
- joh.08,52] Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. {jl.ev06.200,07a}
- joh.08,53] Bist du mehr als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? {jl.ev06.200,07b}
- joh.08,54] Jesus antwortete: So ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehrt, von dem ihr sprecht, a er sei euer Gott; {a Jes.63,16;
jl.ev06.200,08a}
- joh.08,55] und a ihr kennt ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. {a
joh.07,28;
joh.07,29;
jl.ev06.200,08b}
- joh.08,56] Abraham, euer Vater, wurde froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. {jl.ev06.200,09}
- joh.08,57] Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? {jl.ev06.200,10}
- joh.08,58] Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: a Eher als Abraham wurde, war ich. {a
joh.01,01; joh.01,02;
jl.ev06.200,11}
- joh.08,59] Da a hoben sie Steine auf, um auf ihn zu werfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. {a
joh.10,31;
jl.ev06.200,12}
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