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Kapitelinhalt 65. Kapitel: Innerliche, tatfreuige Religion auf dem Miron. Zeugung und Totenbestattung. Sternkunde als Mittel der Gotteserkenntnis.

   01] Bei den Bewohnern dieses Planeten gibt es durchgehends keinen zeremoiellen sogenannten Gottesdienst; und ihr ganzes Religionswesen hat nichts anderes aufzuweisen als allein die innere Erkenntnis eines Gottes.
   02] Sie haben sogar keine Gebete, sondern an deren Statt die alleinige inne Bildung des Geistes, durch welche sie in alle ihre sonstige Wissenschaft und Weisheit geleitet werden. Sie sagen: Einen Gott mit Worten anbeten ist läppisch, eines unsterblichen Menschen unwürdig und einem allerhöchsten Gotte unwohlgefällig. Wer aber in seinem Geiste die wahre Bestimmung seiner selbst erkannt hat und derselben zufolge lebt, der ist Gott angenehm. Und das beste Gebet und die größte Ehre, die wir Gott erweisen können, ist es, so wir der Bestimmung gemäß leben, die Er in uns gelegt hat und uns allzeit getreulich uns selbst finden läßt. - Seht, das ist aber auch schon das Ganze ihrer Religion oder: nach diesem Grundsatze leben und handeln die Menschen dieses Planeten; und dieses Leben und Handeln ist der eigentliche Gottesdienst, den sie allezeit begehen.
   03] Darum haben sie auch keine eigentlichen Feiertage, sondern ein jeder Tag ist bei ihnen ein solcher. Denn sie sagen: An so viel Tagen wir leben, an ebenso viel und an denselben Tagen leben wir aus Gott. Darum soll in den Tagen kein Unterschied sein, und es soll keine Stunde geben, in der wir Gottes wenige eingedenk sein sollen als in einer andern und darum auch in keiner mehr als in einer andern. Denn wie wir vom Eingange in diese Welt bis zum Ausgange auf derselben ein beständig fortwährendes Leben haben, und wie wir nicht sagen können, daß wir in einer Stunde weniger oder mehr leben, also sollen wir auch in einer oder der andern Stunde nicht mehr oder minder andächtig sein als irgendeiner gewöhnlichen Stunde unseres Lebens. -
   04] Ferner sagen sie noch, weil es hier und da auch manchmal eigentümlichen Andächtler gibt: Was nütze es dem Menschen, so er zu Zeiten mit seinem Munde gewisse Gebete herlallen und wieder andere Zeiten davon ruhen möchte? Sollte denn Gott, der beständig Heilige, nur zu gewissen Zeiten von unserer menschlichen Seite einer Verehrung würdig sein und zu anderen Zeiten wieder nicht? Wie würde sich solches wohl vertragen mit einem reinen Geiste, der da erkennt, daß Gott allzeit gleich heilig ist und daher auch allzeit gleich von dem Menschen durch sein ganzes Tun und Lassen verehrt werden soll? - Was sollte unsere ohnmächtige Zunge allein, - als wäre sie der alleinige Teil des Menschen der Gott die Ehre geben könnte? So wir aber dem ganzen Wesen nach von Ihm erschaffen sind, sollen wir darum nicht auch dem ganzen Wesen nach und allezeit Gott die Ehre geben? - Ja, solches ist recht und des Menschen allein würdig. Daher handeln wir, wie wir zu handeln in unserem Geiste die ewige Bestimmung finden. Wer also handelt, der handelt allzeit der göttlichen Ordnung gemäß. Wer dieselbe erkennt in sich, der ist es, der mit seinem ganzen Wesen in jedem Augenblick seines Lebens Gott die gerechte Ehre gibt. -
   05] Seht, wenn ihr die Religionsgrundsätze der Bewohner dieses Planeten nur ein wenig in euch beachtet, so werdet ihr auch das verstehen, wovon Paulus spricht, indem er sagt: »Betet ohne Unterlaß!« - Denn wer nach Meiner Ordnung lebt und darum Meine leichten Gebote hält, der ist es ja, der da betet oder Mir die Ehre gibt - ohne Unterlaß. Wer aber da meinet, er müsse Tag und Nacht mit seinen Lippen wetzen, der ist entweder ein Narr, oder er ist ein Betrüger. Denn es ist ja doch oft genug in der Schrift erwähnt, in was für einem Ansehen lange Lippengebete bei Mir stehen.
   06] Wie sonach ein jeder Mensch auch auf dieser Erde leben sollte, also leben in unserm Planeten Miron die Menschen mit höchst seltener Ausnahme. - Es gibt wohl auch hier und da mannigfaltige Abirrungen. Aber die Verirrten werden sobald von den Weisen zurechtgebracht, und es ruht ein Weiser nicht leichtlich eher, als bis er einen verirrten Bruder oder eine verirrte Schwester wieder auf den rechten Weg gebracht hat. - Die Verirrungen in diesem Planeten aber sind nie von so grober Ausartung wie bei euch. Die meisten sind im Bereiche der Meinungen zu finden, welche sich aber mit viel leichterer Mühe wieder berichtigen lassen, als bei euch die großen Ausartungen auf dem Wege der blindesten Selbstsucht.
   07] Wenn ihr aber schon auf dem Felde der Religion etwas Zeremonielles haben wollt, so mögt ihr dazu die Zeugung des Menschen und dann endlich das Hinscheiden desselben für eine solche religiöse Zeremonie betrachten.
   08] Denn die Zeugung geschieht alldort, wenn schon durch den Beischlaf, auf eine höchst erbauliche Art. Dieser Akt wird allzeit am Morgen vollzogen, und das nie im Hause, sondern in einem, auf einem benachbarten hohen Berge eigens zu diesem Behufe erbauten Tempel.
   09] Ebenso werden die Leiber der Verstorbenen [wieder] auf einen andern hohen Berg gebracht, allwo sie dann unter einem wieder eigens erbauten Tempel auf dem Boden der Erde, mit den Gesichtern nach aufwärts gekehrt, gelegt und da mit abgemähtem Grase bedeckt werden, wodurch sie dann auch alsbald verwesen und im Verlaufe von etwa drei Tagen so ganz zunichte werden, daß da vom ganzen, großen Leichnam nicht mehr die allerleiseste Spur anzutreffen ist. - Solches wäre demnach ebenfalls als eine Zeremonie zu betrachten.
   10] Ihr Hauptgottesdienst und [ihre vornehmlichste] göttliche Verehrung - aber besteht in der Musik und in der Astronomie. - Was die Musik betrifft, davon haben wir ohnehin schon umständlichermaßen gesprochen. Aber bezüglich der Astronomie bleibt uns noch so manches zu erwähnen übrig. Denn aus der Astronomie lernen diese Menschen Meine Allmacht und Größe und zugleich auch die überaus große Ordnung, welche darum in Mir sein muß, weil schon in der sichtbaren Welt alle die großen Werke in einer solch erstaunlichen Ordnung sich bewegen und miteinander verbunden sind.
   11] Daß auf dem Felde der Astronomie vorzugsweise ihre Monde die Hauptaufmerksamkeit auf sich ziehen, läßt sich daraus leicht entnehmen, weil fürs erste die Bewohner dieses Planeten, zufolge ihrer großen Entfernung von der Sonne, von all den der Sonne näher stehenden Planeten nie etwas zu sehen bekommen, außer höchstens dann und wann den Uranus, - und weil dann ferner der ganze gestirnte Himmel außer ihren Monden nahe keine beweglichen Weltkörper aufzuweisen hat, außer höchst selten irgendeinen zaudernden Kometen, welcher aber in dieser Entfernung von der Sonne allzeit schweiflos und somit nur ganz unansehnlich erscheint.
   12] Das Merkwürdigste bei ihrer Mondesastronomie und zugleich ihren Geist sehr Beschäftigende ist, daß sie im Grunde nur drei Monde und doch wieder zehn Monde haben.


[Anmerkung. Diese, in früheren Mitteilungen über die Mironmonde (S. 1 und 217) scheinbar widersprechenden Angaben veranlaßten den Schreibknecht des Herrn, Jakob Lorber, zu folgender Bitte: »O Du mein allein geliebtester Herr und heiligster Vater in Jesu! Ich armer, allerwertlosester Sünder und träger, unachtsamer Knecht bitte Dich aus dem innersten Grunde meines Herzens, daß Du mir wieder aus einer Verlegenheit helfen möchtest! - Siehe, wie es Dir bekannt ist und allezeit war, so hat sich in dem Diktate über die Sonne ein kleiner Zahlenwiderspruch vorgefunden, und das beim letzten Planeten, von dem da anfangs in der Einleitung gesagt ist, als habe er nur drei Monde; jetzt, in der speziellen Behandlung dieses Weltkörpers aber wird gesagt, daß er zehn Monde habe! - Wie soll solches genommen werden? - Hier bin ich, Herr und Vater, vor Dir und bekenne es aus meinem innersten Grunde, daß mich selbst solcher Zahlenzwist noch nie beirret hat; denn ich weiß es nur zu gut und zu bestimmt, daß sich in Dir am Ende alles löst und zur schönsten Harmonie ausgleicht, aber nicht also steht es mit jemand anderem, den Du, o Herr und Vater, gar wohl kennest. - Dieser hat seinem Verstande mittels eines demütigen und Dir ergebenen Glaubens die Schulspitzen noch nicht genug stumpf gemacht, und es genügt ein ausgelassenes Wörtchen schon, um seinen Glauben wanken zu machen, und mich armen Knecht des Truges zu verdächtigen! - Also dieses Mannes wegen gib, o Herr, mir eine Vorlöse des vorliegenden Zahlenwiderspruchs, oder führe mich von da sicher hinweg, wo ich beständig in Gefahr bin, des Truges in Deinem Namen verdächtigt zu werden, und gib diese Gnade irgendwo jemand anderem, mich aber belaß in Deiner alleinigen Liebe und Erbarmung! Denn ich bin also nicht sicher vor den Schlingen der Welt. - Daher hilf mir entweder auf die eine oder auf die andere Art. - Bin ich für dies heilige Amt Deiner großen Gnade zu schwach, da stärke mich entweder in allem, oder setze irgend jemand andern an diese meine Stelle. Denn wahrlich, sie ist mir schon zu einer großen Last geworden, da sie ein wahrhaftiges, großes und schweres Kreuz ist! - Aber wie allezeit, so geschehe auch diesmal Dein heiliger Wille. Amen. Dem Knecht wurde die für manchen Verstandeskritiker bedeutsame Antwort: »Also schreibe denn, du Sohn Adams, der du noch Feuer vom Himmel rufest, wann du irgend bemängelt wirst, darum du aus altem Grunde ein wahrer Jakob bist! Sieh Mich an, was alles haben die Menschen schon aus Mir gemacht! Wie oft wurde Ich ein Betrüger, ein Volksaufwiegler, ein israelitischer Faulenzer, Vagabund, Sonderling, Narr, ein Zauberer, ja sogar ein Diener Beelzebubs genannt!? - Ja selbst in dieser Zeit geht es Mir auf der Erde um kein Haar besser; man verhöhnt, verlacht und verspottet Mich allerorts, oder man leugnet Mich ganz und vernichtet dadurch auch sicher bis aufs letzte Häkchen Mein Wort und somit auch alle Meine Gnade und Erbarmung. Wo Mir aber allenfalls noch zum Scheine gedient wird, da brauche Ich es dir nicht näher zu bezeichnen, wie ein solcher Dienst an und für sich zuallermeist bestellt ist; denn solches kennst du wohl schon zum meisten Teile! - Und siehe, dennoch lasse Ich nicht Schwefel und Feuer vom Himmel regnen! Also sei auch du sanft und bescheiden, und sei allzeit voll Liebe, Sanftmut und Geduld gegen deine Brüder und Schwestern, so wirst du mehr ausrichten mit ihnen als durch Schwefel und Feuer vom Himmel! Wenn der A. H. W. hier und da so manches beanstandet, so müssen wir ihm darum noch nicht gram werden; er tut es ja nicht, um dich zu verdächtigen, sondern nur des Lichtes wegen. Darum also, Mein Jakob, noch kein Feuer vom Himmel! Auch ist es darum noch nicht nötig, daß du Mir deshalb das Amt der Gnade zurückgeben willst, sondern fahre du nur fort; es wird das rechte Licht über einen jeden äußerlich scheinenden Widerspruch schon zur rechten Zeit und am rechten Platze vorkommen. Denn so jenes, das erste, untadelhaft gewesen wäre, würde nicht Raum zu einem andern gesucht! - Solches sollst du wohl verstehen - und beachten, warum das Alte Testament getadelt und ihm ein Neues gesetzt wird! - Siehe also auch hier. Drei Körner werden ins Erdreich gesetzt und bringen zehnfältige Frucht. Warum nicht dreifältige? Warum müssen die drei gesetzten Körner in der Erde zuvor vertadelt werden, ja warum zugrunde gehen, um den neuen zehn Kindern freies Emporwachsen zu gewähren? Bei euch widersprechen sich drei und zehn wohl, eurer Härte willen, aber nicht also ist es bei Mir; denn in Meinem Reiche sind tausend wie eins und eins gleich einer Zahl des unendlich Vielen! - Daher warte du auch nur geduldig ab, und traue es Mir zu, daß Ich im Ernste allerhöchst weise bin, so wird sich am rechten Platze wohl zeigen, warum da im ersten Berichte drei und im jetzigen, gleichsam neuen, zehn Monde stehen! - Damit du Mir aber nicht wieder in ein unnötiges Feuer gerätst so sage Ich dir im voraus, daß da in der Veroffenbarung der Sonne noch einige Beschaffenheitswidersprüche vorkommen, und sogar noch einige [weitere vorkommen werden. Wenn aber die Sonne wird vollendet sein, so werden sich alle Widersprüche lösen! Daher sollst du nicht feurig und der A. H. W. Nicht ängstlich werden. Denn was du empfängst ist Meine Sache, und Ich werde schon in allem Sorge zu tragen wissen, daß sie wird, wie sie sein soll, du aber tust hinreichend, so du Meinen Willen erfüllst! - Mit dem [bloßen Welt-]Verstande aber bleibe ein jeder hübsch ferne von Meiner Gabe, - sonst gleicht er dem Samen, der da aus der Hand des Sämanns fiel unter Dornen und Disteln. Denn im Verstande ist die Wohnung von allerlei Sorgen. - Wer demnach Mein Wort mit seinem Verstande statt mit seinem Herzen bemißt, der wird schwerlich je die Früchte aus Meinem Samen ernten. - Beim Matthäus (Kap. 28,01-07) kommen zwei Weiber zum Grabe; ein Erdbeben geschieht, ein Engel erscheint, wälzt den Stein vom Grabe, setzt sich darauf und gibt den zwei Weibern Bescheid von Mir. - Beim Markus (Kap.16,01-07) kommen drei Weiber, kümmern sich des Steines wegen dieser wird durch eine unsichtbare Macht hinweggetan, und sie gehen dann ins Grab, finden da einen Jüngling mit einem weißen Hemde zur Rechten sitzen, welcher sie tröstet und ihnen über Mich Auskunft gibt! - Beim Lukas (Kap. 24,01-07) kommen mehrere ungenannte Weiber, mit Spezereien sogar, und finden den Stein schon abgewälzt, gehen sogleich ins Grab hinein, finden da noch niemanden; nach einer Weile, da sie sich schon bekümmert hatten, treten zu ihnen zwei Männer in glänzenden Kleidern und geben ihnen Auskunft über Mich! - Beim Johannes (Kap. 20,01-14) kommt nur ein Weib, die Magdalena nämlich, findet das Grab offen, aber niemanden darin; darum läuft sie zu Petrus, und der Petrus mit dem andern Jünger kommen eiligst zum Grabe und finden außer den zusammengelegten Leintüchern nichts gehen sodann wieder nach Hause, und hierauf erst guckt die weinende Magdalena ins Grab und erblickt zu Kopf und zu den Füßen zwei Engel in weißen Kleidern, die bloß nur fragen: »Weib, was weinest du?« Und nach Beantwortung dieser Frage bin auch Ich schon hinter ihr! - - Wer da äußerlich, rein weltgeschichtlich, nach seinem Verstande urteilt, was muß er bei diesen vier sehr verschiedenen Angaben wohl notwendig finden, so er recht spitzkritisch zu Werke gehen will? - Ich sage dir: Entweder den Tod seines Verstandes, oder den Tod seines Glaubens. Den Tod seines Verstandes, so er da ein göttliches Geheimnis ahnet und stellt solches Meiner Weisheit und Allmacht anheim. Den Tod des Glaubens aber, so er spricht: So das Faktum authentisch wäre, da müßten über dasselbe nicht nur vier, sondern hundert Geschichtszeichner in der Zahl, in der Art, in den Worten und überhaupt in allem völlig übereinstimmen, - von den vier Zeichnern [Evangelisten) aber sagt jeder etwas ganz anderes. Welcher hat recht? - Keiner! - Und somit glaube ich auch nichts! Siehe, es soll aber weder der Verstand noch der Glaube getötet werden. Wie aber kann solches geschehen? Ich sage dir: Allein durch Liebe, Demut, Sanftmut und Geduld! Wenn diese vier eins werden im Menschen, da wird auch des lebendigen Lichtes in größter Menge werden im Herzen, in welchem sich alle Widersprüche lösen werden! Beachtet das, so werdet auch ihr ins reine und klare kommen. So ihr aber mit eurem Verstande wollt Meine Schatzgräber sein, wahrlich, ihr sollt nichts denn Unrat finden! - Denn Meine Gaben sind nur fürs Herz, nicht aber etwa vorerst für den Verstand bemessen! - Wer da aber sein Herz durch den Verstand wecken will, der sei versichert, daß er es nur tötet; denn schwächer ist wohl keine Liebe als die des Verstandes! - Wer aber das Leben überkommen will, der liebe und glaube sanft und geduldig und fordere von Mir nicht, wie von einem schlechten Sachwalter, eine unzeitige Rechenschaft, denn wahre Kinder lieben den Vater und hadern nicht mit Ihm! - Solches versteht wohl! - Amen.«


   13] Ihr werdet fragen: Wie ist dies wohl möglich? - Fürs erste sage Ich euch: Nichts leichter als das! - Wie aber? - Solches soll euch sogleich durch ein anschauliches Bild bekanntgegeben werden.
   14] nehmt an, was ihr auch füglichermaßen annehmen könnt, daß die Sonne ein vollkommener Planet ist. Ist aber die Sonne ein vollkommener Planet, was sind demnach die Erdkörper als da zum Beispiel der Merkur, die Venus, die Erde usw? - Ihr werdet sagen: Das sind Monde der Sonne. - Wenn Ich euch nun frage: Wieviel solche Monde hat denn die Sonne? - Da werdet ihr sagen: Merkur 1, Venus 2, Erde 3, Mars 4, Pallas, Ceres, Juno und Vesta 8, Jupiter 9, Saturn 10, Uranus 11 und Miron 12. - Nun aber sage Ich: Wieviel Monde hat die Erde? Ihr sagt: Einen. - Wieviel hat denn der Jupiter? - Ihr sagt: Vier. - Wieviel hat deren der Saturn? - Ihr sagt: Sieben. - Wieviel hat deren der Uranus: - Ihr sagt: Fünf. - Wieviel hat deren der Miron? - Ihr sagt: Nach der ersten Zahl drei. - Das gibt somit zusammen zwanzig Monde. (Nach heutiger wissenschaftlicher Feststellung ist die Gesamtzahl der Monde unseres Planetensystems 28, - wobei jedoch von den gelehrten Forschern selbst eine Anzahl dieser kleinen Trabanten nicht als eigentliche Monde, sondern als Asteroiden (Sternentrümmer) betrachtet werden, - so die beiden »Möndchen« des Mars, die fünf erst 1892 entdeckten Kleinmonde des Jupiter, die drei äußersten Kleinmonde des Saturn. Die Monde des Uranus und des Neptun sind wegen der ungeheuer großen Entfernungen dieser Planeten heute für die Wissenschaft mit noch weit geringerer Sicherheit feststellbar. Man kennt vom Uranus bis jetzt vier und vom Neptun einen Trabanten. - Den seherischen Angaben durch Jakob Lorber bezüglich der Mondezahl stehen also die gelehrten Forschungsergebnisse - im rechten Lichte betrachtet - nicht entgegen.) - Was sind denn diese Monde hernach zur Sonne? - Ihr könnt unmöglich etwas anderes sagen als: Das sind Nebenmonde. - Gut! Mehr brauche Ich nicht! - Nun begeben wir uns wieder auf unsern Miron.
   15] Dieser etwas wunderbare Planet hat das Eigentümliche, daß sein erster Hauptmond ebenfalls noch zwei Nebenmonde hat, die sich um ihn bewegen und mit ihm erst gemeinschaftlich die Bahn um den Hauptplaneten machen - also wie euer Mond mit der Erde um die Sonne. - Der zweite und höher stehende Mond hat ebenfalls wieder zwei Nebenmonde und ist größer als der erste. - Der dritte Mond, als der höchste, hat sogar drei Trabanten oder Nebenmonde, wodurch er auch von den anderen zwei Monden leicht unterschieden wird, damit dann durch seinen Umschwung die euch schon bekannte Jahreszeit dieses Planeten berechnet wird. - Nun habt ihr das ganze, undurchdringliche Geheimnis gelöst vor euch!
   16] Aber, wird jemand sagen: Warum war denn nicht gleich in der anfänglichen, allgemeinen Andeutung davon die Rede? - Ich aber frage euch: Warum seht denn ihr mit freiem Auge die vier Trabanten des Jupiter nicht, sondern sie müssen zufolge der starken Entfernung jedem [Beobachter] mit dem Jupiter selbst wie auf einem Punkt zusammengeschmolzen erscheinen, und erst ein tüchtiges Fernrohr vermag diesen fünffachen Einpunkt also zu lösen, daß ihr dann sowohl den Planeten als auch dessen Monde gehörig voneinander abgesondert erblickt. - Ihr werdet sagen: Der Grund liegt in der Ordnung unserer Augen, derzufolge wir nicht selten eine fernliegende Vielheit als eine konkrete Einheit erschauen. - Und Ich aber antworte euch auf die frühere Frage: Ebenso liegt es auch in Meiner Ordnung, euch geistig noch fernliegende Dinge, wenn sie zusammengenommen ein Ganzes ausmachen, nur als ein Ding aufzuführen und dieses eine Ding erst dann in seine Mehrheit aufzulösen, wenn wir uns im Geiste demselben also genähert haben, wie allenfalls ihr euch dem Jupiter durch die Hilfe eines guten Fernrohres genähert habt. - Seht, das ist demnach doch auch eine Ordnung und ist vollkommen gerecht bemessen nach Meinem Plan.
   17] Wenn euch Gelehrte eurer Erde sagen: Wir haben drei Nebelsterne entdeckt! -, haben diese Gelehrten richtig oder falsch gesprochen? - Ich sage euch: Richtig und falsch! - Denn richtig, weil sie wirklich nicht mehr als drei Nebelsterne entdeckt haben; falsch aber, weil ein jeder solcher Nebelstern nicht selten ein wahrhafter Trillionstern ist. Wie groß der Unterschied zwischen »drei« und »mehreren Trillionen« ist, brauche Ich euch nicht auseinanderzusetzen; und ihr müßt von selbst erkennen, wie irrig die Zahl drei sich gegen die Vielheit der entdeckten Sterne in diesen angegebenen drei »Nebelsternen« verhält.
   18] Ich meine aber nun: Diese angeführten Beispiele werden hinreichen, um darzutun, daß die Art und Weise, wie Ich ein oder das andere Ding nach und nach enthülle, eine sowohl naturmäßig als auch geistig vollkommen ordnungsmäßige ist.
   19] Nur dürften einige fragen: Aus welchem Grunde müssen denn bei dem Planeten Miron, wie sonst bei keinem andern, dessen drei Hauptmonde noch Nebenmonde haben? - Auf diese Frage will Ich so ganz eigentlich keine Antwort geben; sondern setze dieselbe nur bedingend an. - Wer solches aus gelehrt kritischer Lust wissen möchte, der beliebe Mir zuvor aus seinem Geiste darzutun, warum zum Beispiel die Planeten Merkur, Venus und Mars und die vier kleinen Planeten gar keine Monde haben? Warum hat der bei weitem größte Planet Jupiter nur vier Monde und der kleinere Planet Saturn nebst seinem Ringe sieben? - Wer Mir dieses gründlich dartun kann, dessen Geist will Ich auch die Ursache der Nebenmonde des Planeten Miron enthüllen.
   20] Unsere Sache aber ist vorderhand die Sonne und nicht eine speziellste Darstellung eines Planeten. Somit wissen wir von diesem Planeten auch hinreichend, was wir für unsern Zweck zu wissen notwendig haben, und wollen daher nicht mehr länger auf seinen Gefilden verweilen; sondern uns für ein nächstes Mal ungesäumt auf unsern siebenten Sonnengürtel zurückbegeben. - Und somit lassen wir die Sache für heute wieder gut sein!


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