Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Band 4, Kapitel 112

Eine Vorhersage über die jetzigen Offenbarungen.

01] (Der Herr:) »Ich sagte, daß ihr da Wunderdinge der seltensten Art schauen werdet; nun ist bis auf die aus Tief- und Hochafrika durch Raphael herbeigeschaffte Leuchtkugel noch nichts weiteres geschehen, obgleich die Nacht ihre Mitte bereits überschritten hat. Ich habe euch auch früher darauf aufmerksam gemacht, daß Ich auf eine kurze Zeit eure Augen auftun werde, auf daß ihr vorderhand einmal bloß schauen könnet, wie es so ganz eigentlich in der Welt aussieht.
02] Bevor Ich jedoch das nun tue, sage und gebiete Ich es euch allen sogar, daß ihr von den Gesichten ja niemand etwas saget; denn dazu wird die Menschheit der Welt wohl noch sehr lange nicht von ferne hin reif sein, und es ist im Grunde auch zu ihrem Seelenheile gar nicht nötig, daß die Weltmenschheit so etwas erfahre! Wenn sie es sich nur sehr angelegen sein lassen will, Gott über alles und den Nächsten wie sich selbst zu lieben, so wird ihr alles andere und weitere schon ohnehin, soweit als nötig, geoffenbart werden.
03] Aber ihr, als die ersten Grundpfeiler Meiner Lehre, müsset für euch so manches mehr wissen im geheimen denn alle anderen zusammen, auf daß ihr nach einiger Zeit ja in keine Versuchung zum Abfalle von dieser Meiner Lehre gelangen möget.
04] Es wird aber alles das dennoch nicht verlorengehen, und wenn da tausend und nicht ganz tausend Jahre von nun an verflossen sein werden und Meine Lehre nahe ganz in die schmutzigste Materie begraben sein wird, so werde Ich in jener Zeit schon wieder Männer erwecken, die das, was hier von euch und von Mir verhandelt ward und geschehen ist, ganz wortgetreu aufschreiben und in einem großen Buche der Welt übergeben werden, der dadurch vielseitig die Augen wieder geöffnet werden!«
05] Nota bene: Du, Mein Knecht und Schreiber, meinst nun wohl, als hätte Ich damals dessen kaum erwähnt?! Willst du auch schwach werden im Glauben, wie du in deinem Fleische noch schwach bist?! Sieh, Ich sage es dir, daß Ich dem Cyrenius und dem Kornelius sogar deinen und mehrerer anderer Namen angegeben habe und sie nun auch die erfreulichsten Zeugen alles dessen sind, was Ich dir nun in die Feder sage. Aber Ich werde am Schlusse auch dir Namen ansagen, die von nun an in zweitausend Jahren noch Größeres niederschreiben und leisten werden als du nun! - Solches merke dir vorderhand, und schreibe alles vollgläubig!
06] Hierüber verwunderte sich Cyrenius sehr, und Kornelius fragte Mich um die Männer näher, denen solches verliehen wird.
07] Und Ich gab ihnen den Stand und den Charakter und sogar die Namen an und setzte dazu: »Einer von denen, dem wohl das meiste geoffenbart wird, mehr denn euch allen nun, wird in männlicher rechter Linie abstammen von Josephs ältestem Sohne und wird sonach auch ein rechter Nachkomme Davids sein dem Leibe nach. Er wird zwar sein gleich David schwachen Fleisches, aber dafür desto stärkeren Geistes! Wohl denen, die ihn hören und ihr Leben danach einrichten werden!
08] Es werden aber auch die anderen Großgeweckten zumeist von David abstammen. Denn solche Dinge können nur solchen gegeben werden, die sogar fleischlich von dorther stammen, von woher auch Ich fleischlich abstamme; denn auch Ich stamme ob der Maria, der Mutter dieses Meines Leibes, von David ab, da die Maria auch eine ganz reine Tochter Davids ist. Es werden in jener Zeit zwar diese Davidsnachkömmlinge sich zumeist in Europa aufhalten, aber darum werden sie dennoch ganz reine und echte Nachkommen des Mannes nach dem Herzen Gottes und fähig zur Tragung der größten Lichtstärke aus den Himmeln sein. Auf einen irdischen Thron werden sie wohl nimmer gelangen, aber desto mehr werden in Meinem Reiche ihrer harren, und Ich werde Meiner Brüder wohl allzeit gedenken! Auch die meisten Meiner Jünger, die hier sind, stammen männlicherseits von David ab und sind darum leiblich Meine Brüder in allem Ernste bis auf einen, der nicht von oben, sondern pur von dieser Welt her ist. Er sollte zwar nicht dabei sein, und doch muß er wieder dabei sein, auf daß das, was geschrieben steht, erfüllet werde!«
09] Sagt Cyrenius ganz verwundert: »Also nur den Nachkommen Davids wirst Du allzeit Deinen Willen offenbaren? Sind denn Mathael, Zinka und Zorel auch Nachkommen des großen Königs? Denn denen offenbarst Du nun ja auch dasselbe wie den Nachkommen Davids!«
10] Sage Ich: »Freund, das hier geschieht nicht auf dem Wege der geheimen Offenbarung, sondern durch offenes Wort für jedes Fleischohr wohl vernehmbar! Aber ganz was anderes ist's, zu vernehmen das geheime, innere Wort, das da kommt von Meinem Herzen in das Herz dessen, der es in sich vernimmt; und dafür muß es schon eine gewisse vorbereitete Linie von Menschen geben, deren Inneres fähig ist, die Allgewalt und Allkraft Meines Wortes zu ertragen! Denn jeden Unvorbereiteten würde ein Jota nur, unmittelbar aus Mir kommend, schon zerstören und töten. Wenn es aber einmal geschrieben ist, da mögen es Menschen, die eines guten Willens und Sinnes sind, wohl lesen; es wird sie nicht nur nicht töten, sondern stärken und kräftigen zum ewigen Leben.
11] Aber so es arge Weltmenschen lesen würden, um es zu verhöhnen, so würde es sie auch, wenngleich es nur geschrieben ist, zerstören und töten! Ù- Nun weißt du auch, wie da diese Dinge stehen; und Ich sage nun, daß ihr euch bereit haltet, zu schauen die Wunder des Werdens, Seins und Bleibens für ewig!«
12] Sagt Cyrenius: »Herr, bereit sind wir wohl, zu schauen, was uns Deine große und ganz besondere Gnade bieten wird; aber nur eine ganz kleine Frage möchte ich von Dir noch zuvor beantwortet haben, so es tunlich wäre!«
13] Sage Ich: »Frage du immerhin, und Ich werde dir antworten!«


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