Jakob Lorber: 'Die Erde'

82. Kapitel: Urbewohner von Madagaskar aus geistiger Sicht (8. Mai 1847)


Originalinhaltsübersicht: Die Völkerschaften Süd-Afrika's. Fetischdiener, sie haben weder König noch Oberhaupt, sondern leben in Horden, essen rohes Fleisch und trinken Blut. Kannibalen. Keine aritkulierte Sprache. Ihr wenig Gutes, die Einfachheit und Wißbegierde. Großer Unterschied dieser Seelen von den vorigen in der Geisterwelt. Drüben stehen sie bei weitem höher als vorige. Die ehem. Sklaven-Greuel. Entschädigung der Sklavenseelen jenseits. Deren Herren - Weihrauch der Hölle. Schmerzliche Reflexion.

Gegliederte Inhaltsübersicht:

Originaltext 1. Auflage 1856 durch Project True-blue Jakob Lorber

Text aus früheren Auflagen - nicht in neuen Auflagen des Lorber-Verlags enthalten.

01] Diesem Volke zunächst an allerlei unterheidnischen Sitten und Gebräuchen stehen noch gewisse zumeist den südlichen Theil Afrika's bewohnende Völkerschaften, deren Religion nicht selten noch schlechter ist, als die der Madagaskaresen.

02] Da giebt es die eigentlichen Fetischdiener, die ganz naturgemäße Gegenstände verehren, ob sie ihnen nützen oder nicht, sondern bloß darum, weil sie ihnen an einem bestimmten Tage des Jahres zuerst in die Augen gefallen sind; solche Gegenstände können ein Baumstock, ein Wurm, ein Krokodil, ein Vogel, ein Affe, auch ein Stein sein, kurz Alles, was nur Körper heißt, kann als anbetungswürdige Gottheit gebraucht werden.

03] Diese Völker haben keinen König, auch keine Königin, worin sie sich von den Madagaskaresen sehr unterscheiden.

04] Sie leben bloß hordenweise gleich den Affen auf den Bäumen, und ernähren sich meistens von allerlei Raub und Jagd.

05] Das Fleisch verzehren sie ganz roh, und aus den Häuten machen sie gewöhnlich hängende Betten an den Baumästen.

06] Früchte genießen sie nur wenige, thierische Milch ist ihnen beinahe unbekannt; dafür aber trinken sie das Blut der Thiere mit desto größerer Begierde.

07] Diese Horden führen auch öfter eine Art Krieg, besonders zu den Zeiten größerer Thierjagden, wo gewöhnlich die in der Jagd weniger glückliche Horde die glückliche überfällt und ihr den Raub abjagt, wenn es thunlich ist.

08] Die beiderseits getödteten Jäger werden dann von der siegenden Partei ebenfalls als Jagdbeute mitgenommen, und zu allererst verzehrt.

09] Weiße Menschen aber sind für sie ein Leckerbissen; darum sie auch häufig die Meeresküsten beschleichen, um da einen weißen bekleideten Affen, wie sie der Meinung sind, zu erjagen, welche Affengattung für ihren Gaumen das wohlschmeckendste Fleisch hat.

10] Der Stärkste einer solchen Horde ist gewöhnlich der Anführer, hat aber jedoch nichts zu befehlen, sondern bloß nur anzuzeigen, was da zu geschehen hat; und die Anzeige geschieht gewöhnlich durch den ersten Angriff, nach welchem sich dann die ganze Horde richtet.

11] Diese Völkerschaften haben auch gewöhnlich keine articulirte Sprache; sondern sie verständigen sich bloß entweder durch Zeichen mit den Händen, oder durch gewisse Schnalzer mit der Zunge. Man benennt diese Völker europäischer Seits mit dem Namen: Kaffern, Hottentotten, Buschmänner und Klettern.

12] Viele von diesen Horden, deren es Tausende giebt, sind wohl schon, besonders längs den Küsten, soviel als möglich christlich kultivirt worden; aber viele mehr im Innern des Landes wohnende sind noch in der alten vollends thierischen Rohheit. Das einzige Gute, was diese Völker haben, besteht darin, daß sie für's Erste die allergeringsten Bedürfnisse des Lebens haben, und daß sie sehr wißbegierig sind; und wenn zu ihnen Missionäre kommen, natürlich Anfangs unter gehöriger Bedeckung, so haben sie mit diesen Völkern ein leichtes Spiel, vorausgesetzt, daß sie sich ihnen mitzutheilen verstehen, was aber eben auch nicht zu schwer ist, weil diese Völkerschaften wegen ihrer sehr wenigen Bedürfnisse auch überaus begriffsarm und wenige ganz natürliche Zeichen mit der Hand oft völlig hinreichend sind, mit diesen Völkern sich Anfangs genugsam besprechen zu können.

13] So wild und nahe ganz thierisch diese Völker sind, so sind sie aber doch für die geistige Welt beiweitem höher stehend, als die Bewohner Madagaskars, - und überhaupt solche Völker, die aus ihren inneren landespolitischen Ursachen entweder nur sehr schwer oder auch gar nicht zugänglich sind; - und sind obige wilde Völker zu vergleichen den Dingen auf der Erde, zu denen man leicht gelangen kann.

14] Jedes Ding, wenn noch so unscheinbar, kann zu etwas Nützlichem verwendet werden, wenn man sich desselben nur habhaft machen kann; aber die herrlichsten Dinge auf solchen Stellen der Erde vorkommend, die von Niemand erreicht und betreten werden können, sind für nichts zu verwenden, und so gut, als wären sie gar nicht vorhanden.

15] Mehr im westlichen Theile an der Küste dieses Welttheils wohnen wohl wieder Stämme unter einem Könige, auch hie und da unter einer Königin; diese Stämme sind die allerschlechtesten, weil sie Menschenhandel treiben, und einige Könige haben soviel, als bei euch thierische, dort Menschengestüte angelegt, um desto mehr Sclaven für den Handel nach Amerika zu erzeugen.-

16] Die stärksten und fruchtbarsten Frauenzimmer werden zu Tausenden in diese Gestüte zusammen gefangen, und von den stärksten Männern beschlafen. Wann sie dann schwanger sind, müssen sie die gewöhnlichen Arbeiten verrichten; nur einige Tage vor der Entbindungszeit werden sie wieder an den bestimmten Sammelplatz getrieben, um da ihre Frucht auf die Welt zu setzen, welche Frucht sie dann ein Jahr lang mit ihrer Brust zu erhalten haben.

17] Nach dieser Zeit werden ihnen die Kinder abgenommen, und der öffentlichen Ernährungsanstalt übergeben. Nach 6 Wochen nach der Entbindung muß ein solches Frauenzimmer sich wieder beschlafen lassen, und so fort, bis manche nicht selten bei 20 Kinder zur Welt gebracht hat.

18] Ist solch ein Frauenzimmer nach solcher Dienstleistung noch kräftig genug, so kann es noch mit als Sclavin verkauft werden; ist sie aber zu schwach, so wird sie hinausgetrieben, und muß sich selbst ihre weitere Nahrung suchen.

19] Nebst dieser Manipulation aber lassen diese schwarzen Herrscher auch noch, wo es nur thunlich, die Sclaven zusammenfangen, um sie dem Handel preis zu geben.

20] Es ist zwar in der gegenwärtigen Zeit diesem gar gräßlichen Unfuge an manchen Stellen schon so ziemlich gesteuert worden; aber in den mehr tief liegenden Gebieten, giebt es noch eine Menge solcher Scheußlichkeiten.

21] Die verkauften Sclaven haben zwar auf dieser Welt leider bei den christlichen Völkern das schrecklichste Loos, dafür sie aber so viel möglich jenseits schadlos gehalten werden;

22] aber jene Scheusale von Königen und Königinnen sind das ärgste Aas der Hölle; denn ihre Bosheit übersteigt alle Begriffe, und die Härte ihres Herzens zermalmt den Diamanten.

23] Mit diesen ist in der Geisterwelt wohl nichts anderes zu machen, als sie für den Weihrauch der untersten Hölle zu gebrauchen.

24] So giebt es unter ihnen auch Königinnen, die sich als die eigentliche Gottheit anbeten lassen, und wann eine solche Königin stirbt, was für die Gottheit freilich wohl etwas Schmähliches ist, so müssen, um diese Schmach zu sühnen, wenigstens einige Hunderte mit der Göttin sterben, und einige sich sogar lebendig mit ihr begraben lassen, damit der Königin im Grabe nicht zu langweilig wird.

25] Daß mit dergleichen Menschen jenseits sehr wenig zu machen ist, und selbst durch eine zweite Fleischwerdung keine außerordentlichen Erfolge zu erwarten sind, das läßt sich aus dem leicht ersehen, was für Früchte aus all' den zahllosen Besserungsversuchen des Satans bis jetzt noch hervorgegangen sind; doch daran liegt wirklich nicht viel.

26] Wenn einem Töpfer ein Topf durchaus nicht gelingen will, was wird es wohl sein, so er ihn zusammenschlägt und hinaus auf die Straße wirft, wo er doch vielleicht als Straßenpflaster zu gebrauchen sein wird, wenn er sich schon durchaus zu keinem nützlichen Topfe hat qualificiren lassen wollen; oder was wohl wird es einem Tonkünstler sein um eine freie Phantasie, wenn er sie abgespielt hat, und nicht zu Papier gebracht? Hat er nicht die Fähigkeit für die Eine verlorene tausend andere vorzuspielen, und wann er eine will, sie auch auf's Papier zu bringen?

27] Daher lassen wir diese ungerathenen Töpfe von Völkerschaften, und begeben uns wieder zu einem anderen Volke.

01] Diesem Volke zunächst an allerlei unterheidnischen Sitten und Gebräuchen stehen noch gewisse zumeist den südlichen Teil Afrika's bewohnende Völkerschaften, deren Religion nicht selten noch schlechter ist, als die der Madagaskaresen.

02] Da gibt es die eigentlichen Fetischdiener, die ganz naturmäßige Gegenstände verehren, ob sie ihnen nützen oder nicht, sondern bloß darum, weil sie ihnen an einem bestimmten Tage des Jahres zuerst in die Augen gefallen sind; solche Gegenstände können ein Baumstock, ein Wurm, ein Krokodil, ein Vogel, ein Affe, auch ein Stein sein, kurz alles, was nur Körper heißt, kann als anbetungswürdige Gottheit gebraucht werden.

03] Diese Völker haben keinen König, auch keine Königin, worin sie sich von den Madagaskaresen sehr unterscheiden.

04] Sie leben bloß hordenweise gleich den Affen auf den Bäumen, und ernähren sich meistens von allerlei Raub und Jagd.

05] Das Fleisch verzehren sie ganz roh, und aus den Häuten machen sie gewöhnlich hängende Betten an den Baumästen.

06] Früchte genießen sie nur wenige, tierische Milch ist ihnen beinahe unbekannt; dafür trinken sie das Blut der Tiere mit desto größerer Begierde.

07] Diese Horden führen auch öfter eine Art Krieg, besonders zu den Zeiten größerer Tierjagden, wo gewöhnlich die in der Jagd weniger glückliche Horde die glückliche überfällt und ihr den Raub abjagt, wenn es tunlich ist.


08] Die beiderseits getöteten Jäger werden dann von der siegenden Partei ebenfalls als Jagdbeute mitgenommen, und zu allererst verzehrt.

09] Weiße Menschen aber sind für sie ein Leckerbissen; darum sie auch häufig die Meeresküsten beschleichen, um da einen weißen bekleideten Affen, wie sie der Meinung sind, zu erjagen, welche Affengattung für ihren Gaumen das wohlschmeckendste Fleisch hat.

10] Der Stärkste einer solchen Horde ist gewöhnlich der Anführer, hat aber jedoch nichts zu befehlen, sondern bloß nur anzuzeigen, was da zu geschehen hat; und die Anzeige geschieht gewöhnlich durch den ersten Angriff, nach welchem sich dann die ganze Horde richtet.

11] Diese Völkerschaften haben auch gewöhlich keine artikulierte Sprache; sondern sie verständigen sich bloß entweder durch Zeichen mit den Händen, oder durch gewisse Schnalzer mit der Zunge. - Man benennt die Völker europäischerseits mit den Namen: Kaffen, Hottentotten, Buschmänner und Klettern.

12] Viele von diesen Horden, deren es Tausende gibt, sind wohl schon, besonders längs den Küsten, so viel als möglich christlich kultiviert worden; aber viele mehr im Innern des Landes wohnende sind noch in der alten vollends tierischen Rohheit. Das einzige Gute, was diese Völker haben, besteht darin, daß sie für's erste die allergeringsten Bedürfnisse des Lebens haben, und daß sie sehr wißbegierig sind; und wenn zu ihnen Missionare kommen, natürlich anfangs unter gehöriger Bedeckung, so haben sie mit diesen Völkern ein leichtes Spiel, vorausgesetzt, daß sie sich ihnen mitzuteilen verstehen, was aber eben auch nicht zu schwer ist, weil diese Völkerschaften wegen ihrer sehr wenigen Bedürfnisse auch überaus begriffsarm und wenige ganz natürliche Zeichen mit der Hand oft völlig hinreichend sind, mit diesen Völkern sich anfangs genugsam besprechen zu können.

13] So wild und nahe ganz tierisch diese Völker sind, so sind sie aber doch für die geistige Welt bei weitem höher stehend, als die Bewohner Madagaskar's, und überhaupt solche Völker, die aus ihren inneren landespolitischen Ursachen entweder nur sehr schwer oder auch gar nicht zugänglich sind; und sind obige wilde Völker zu vergleichen den Dingen auf der Erde, zu denen man leicht gelangen kann.-

14] Jedes Ding, wenn noch so unscheinbar, kann zu etwas Nützlichem verwendet werden, wenn man sich desselben nur habhaft machen kann; aber die herrlichen Dinge auf solchen Stellen der Erde vorkommend, die von niemand erreicht und betreten werden können, sind für nichts zu verwenden, und so gut, als wären sie gar nicht vorhanden.-

15] Mehr im westlichen Teile an der Küste dieses Weltteils wohnen wohl wieder Stämme unter einem Könige, auch hie und da unter einer Königin; diese Stämme sind die allerschlechtesten, weil sie Menschenhandel treiben, und einige Könige haben so viel, als bei euch tierische, dort Menschengestüte angelegt, um desto mehr Sklaven für den Handel nach Amerika zu erzeugen.

16] Die stärksten und fruchtbarsten Frauenzimmer werden zu Tausenden in diese Gestüte zusammen gefangen, und von den stärksten Männern beschlafen. Wenn sie dann schwanger sind, müssen sie die gewöhnlichen Arbeiten verrichten; nur einige Tage vor der Entbindungszeit werden sie wieder an den bestimmten Sammelplatz getrieben, um da ihre Frucht auf die Welt zu setzen, welche Frucht sie dann ein Jahr lang mit ihrer Brust zu erhalten haben.

17] Nach dieser Zeit werden ihnen die Kinder abgenommen, und der öffentlichen Ernährungsanstalt übergeben. Nach 6 Wochen nach der Entbindung muß ein solches Frauenzimmer sich wieder beschlafen lassen, und so fort, bis manche nicht selten bei 26 Kinder zur Welt gebracht hat.

18] Ist solch ein Frauenzimmer nach solcher Dienstleistung noch kräftig genug, so kann es noch mit als Sklavin verkauft werden; ist sie aber zu schwach, so wird sie hinausgetrieben, und muß sich selbst ihre weitere Nahrung suchen.

19] Nebst dieser Manipulation aber lassen diese schwarzen Herrscher auch noch, wo es nur tunlich, die Sklaven zusammenfangen, um sie dem Handel preis zu geben.

20] Es ist zwar in der gegenwärtigen Zeit diesem gar gräßlichen Unfuge an manchen Stellen schon so ziemlich gesteuert worden; aber in den mehr tief liegenden Gebieten gibt es noch eine Menge solcher Scheußlichkeiten.

21] Die verkauften Sklaven haben zwar auf dieser Welt leider bei den christlichen Völkern das schreckliche Los, dafür sie aber so viel möglich jenseits schadlos gehalten werden;

22] aber jene Scheusale von Königen und Königinnen sind das ärgste Aas der Hölle; denn ihre Bosheit übersteigt alle Begriffe, und die Härte ihres Herzens zermalmt den Diamanten.

23] Mit diesen ist in der Geisterwelt wohl nichts anderes zu machen, als sie für den Weihrauch der untersten Hölle zu gebrauchen.

24] So gibt es unter ihnen auch Königinnen, die sich als die eigentliche Gottheit anbeten lassen, und wenn eine solche Königin stirbt, was für die Gottheit freilich wohl etwas Schmähliches ist, so müssen, um diese Schmach zu führen, wenigstens einige Hundert mit der Göttin sterben, und einige sich sogar lebendig mit ihr begraben lassen, damit es der Königin im Grabe nicht zu langweilig wird.

25] Daß mit dergleichen Menschen jenseits sehr wenig zu machen ist, und selbst durch eine zweite Fleischwerdung keine außerordentlichen Erfolge zu erwarten sind, das läßt sich aus dem leicht ersehen, was für Früchte aus all' den zahllosen Besserungsversuchen des Satans bis jetzt noch hervorgegangen sind; doch daran liegt wirklich nicht viel.

26] Wenn einem Töpfer ein Topf durchaus nicht gelingen will, was wird es wohl sein, so er ihn zusammenschlägt und hinaus auf die Straße wirft, wo er doch vielleicht als Straßenpflaster zu gebrauchen sein wird, wenn er sich schon durchaus zu keinem nützlichen Topfe hat qualifizieren lassen wollen, oder was wohl wird es einem Tonkünstler sein um eine freie Phantasie, wenn er sie abgespielt hat, und nicht zu Papier gebracht? Hat er nicht die Fähigkeit, für die eine verlorene tausend andere vorzuspielen, und wenn er eine will, sie auch auf's Papier zu bringen?

27] Daher lassen wir diese ungeratenen Töpfe von Völkerschaften, und begeben uns wieder zu einem anderen Volke.

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