Jakob Lorber: "Bischof Martin - Die Entwicklung einer Seele im Jenseits"

202. Kapitel: Lohn der Überwinder. Die himmlische Ehe als höchste Vollendung der göttlichen Ordnung. Vom Wesen des Weibes. Martins gute Wahl und Hingabe in Jesu Willen. Ein Wink über die himmlische Ehe. Martins himmlische Mission als Vollendeter.

   01] (Der Herr:) »Nun, Meine Kindlein, aber noch etwas anderes! Martin, Borem und Chorel, tretet näher zu Mir! Ihr habt euch nun durch alle schweren Prüfungen durchgewunden und seid siegreich aus so manchen starken und sehr hitzigen Kämpfen hervorgegangen. Dadurch habt ihr euch völlig tauglich gemacht für Mein Reich aller Himmel!
   02] Ihr seid nun zu tüchtigen Arbeitern in Meinem Weinberg geworden, und so seid ihr auch eines gerechten Lohnes wert, der euch nun zuteil werden soll. Ich weiß es und lese klar in euren Herzen, daß Ich euer allergrößter Lohn bin und ihr für ewig nach keinem anderen Verlangen tragt. Aber eben diese Gestaltung eurer Herzen macht euch auch für den Empfang jedes anderen Lohnes wert und fähig.
   03] Meine Ordnung zu eurer höchsten Vollendung aber will es, daß ihr in der Folge nicht außer, sondern in der Ehe der Himmel leben und wirken sollt. Daher muß auch ein jeder von euch, um vollkommen zu sein in allem, ein Weib haben, auf daß da erfeste für ewig seine Weisheit und aufnehme das Licht, das der Flamme der Liebe im eigenen Herzen entströmt!
   04] Denn ein Weib ist wie ein Gefäß, aber ein geistiges Gefäß zur Aufnahme und Aufbewahrung des Lichtes aus euren Herzen. Zugleich aber ist das Weib eine Magd in der Lebensküche des Herzens und unterhält das heilige Lebensfeuer auf dem Herde, den Ich in euren Herzen erbaut habe. Und so müßt ihr euch nun auch jeder ein Weib nehmen und mit ihm völlig eins sein für ewig! Martin, Ich meine, das wird dir nicht unangenehm sein?«
   05] Spricht Martin: vor Seligkeit ganz zerknirscht: »O Herr, Du kennst meine Natur am besten! Was Du mir geben wirst, wird mich endlos selig machen! Chanchah oder Gella, das ist mir gleich; oder wenn's tunlich wäre - so ein Sonnentöchterchen! Oh, das wäre schon über alles!«
   06] Rede Ich: »Das steht nun bei dir; du bist frei und darfst sonach auch frei wählen!«
   07] Spricht Martin: »O Herr, ganz allein Dein Wille geschehe!«
   08] Rede Ich: »Nun, so nimm dir die nächste bei dir!«
   09] Martin, voll Seligkeit sogleich sich umsehend, erschaut schon die Marelisael, die erste und schönste der drei Sonnentöchter, an seiner Seite. Er führt sie vor Mich hin und fragt: »Herr, ist das die Rechte?«
   10] Ich sage: »Ja!« und segne ihn für ewig, womit Martin vollendet ist.
   11] Voll höchster Seligkeit küßt er sein Himmelsweib und erkennt nun, daß dadurch seine Liebe sich mit der Weisheit für ewig vermählt hat. Beide loben und preisen Mich nun aus einem Herzen und einem Munde. Denn so wird aus dem getrennten Adam erst im Himmel wieder ein vollkommener Mensch, aber in gesonderter, persönlich seligster Wesenheit.
   12] Nach Martin bekommt Borem die Surahil, die zweite der drei Sonnentöchter, und Chorel die Hanial, die dritte der drei, - und beide sind glücklich und selig über die Maßen!
   13] Martin, sich vor Seligkeit und süßestem Wonnegefühl kaum fassend, spricht: »O Herr, Du bester, heiligster Vater! Hier möchte ich nun wohl auch, wie einst Petrus auf dem Tabor ausrufen: 'Hier ist gut sein!' Aber nur allein Dein Wille geschehe!«
   14] Sage Ich: »Mein lieber, nun vollendeter Martin! Hast du auf der Erde das alte Sprichwort nie gehört: 'Wer die Liebe hat, der führt die Braut heim!' Siehe, das wird nun auch bei dir der Fall sein. Daher, da wir nun hier in diesem großen Hause alles geordnet haben, werden wir wieder heimziehen!
   15] Der Weg aber, den wir gehen werden, soll diesen Meinen neuen Kindern auf dieser großen Lichterde fortan offen bleiben bis in dein und Mein Haus! Alle aber, die du aufgenommen hast in dein Haus, bleiben dein und Mein für ewig. Denn was Mein ist, das ist nun auch dein, und was dein ist, das ist auch Mein für ewig.
   16] Also wirst du auch für ewig der Schutzengel dieses Hauses und seiner Gemeinde verbleiben in Mir, wie Ich in dir. Aber nicht nur die Gemeinde dieser Erde, sondern auch alle zwölf Tore deines Hauses werden dich in zahllose andere Erdengemeinden führen, wo du erst der Seligkeiten ohne Maß und Zahl finden wirst!
   17] Nun noch ein Wort an die neuen Kinder dieser Erde! Das aber gehe aus deinem Munde!«


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