Biografie des Schriftstellers Leopold Engel (1858-1931)


Inhaltsübersicht


Biografie und okk. Betätigungen Leopold Engels

Wie kam es zur Niederschrift des 'Gr. Evangelium Johannes'?

   Lt. Vorwort zu diesem 11. Band schreibt der Lorber-Verlag: "Nie ist ihm (L. Engel) der Gedanke gekommen, einmal selbst zum Schreiber berufen zu werden. Zwar religiös veranlagt, unterschied sich der Knabe in gar keiner Weise von anderen Knaben... Das innere Leben des aufwachsenden jungen Mannes bildete sich aus sich selbst heraus, manchmal recht schwankend und auch weltlich... Engel hatte sich während seines Aufenthalts in Russland (wo sein Vater in Petersburg am Zarenhof als Musiker tätig und in einer Freimaurerloge Mitglied war, d. Hrsg.) als Schriftsteller betätigt..." (S. 5 f.)

   L. Engel schildert, wie er 1891 (im 33. Lj.) seine 'Berufung erhielt':
   "Ich hatte mit einem Geistesfreund ein Abkommen getroffen, ihm in seinen geschäftlichen Unternehmungen behilflich zu sein und eine Erfindung, die dieser gemacht hatte, auszubauen und womöglich zu verbessern. Ich begab mich deswegen nach Leipzig und wohnte bei diesem Freund. Nach einiger Zeit verfolgte mich konsequent der immer stärker werdende Gedanke, ich würde imstande sein, den Schluß des Lorberschen Johanneswerkes zu schreiben.
   Ich lehnte diesen Gedanken ab; er schien mir zu phantastisch und unwahr. Wie sollte gerade ich zu dieser Gnade kommen? Ich fühlte mich keineswegs dazu würdig. Aber die innere Pressung nahm täglich zu, so daß sie unerträglich wurde und ich meinem Freunde das Erlebnis, auch meine Verstandesmeinung, daß da nur Falsches zum Vorschein kommen würde, mitteilte. Mein Freund schüttelte den Kopf und meinte trocken: 'Ich würde mich an Ihrer Stelle ruhig hinsetzen und drauflosschreiben. Wenn es Unsinn ist, was da zum Vorschein kommt, werden wir das schon herausfinden und werfen das Geschriebene in den Papierkorb!'
   Kurz, er machte mir Mut, und ich folgte seinem Rat. Das Ergebnis kann jeder im Schlußband (sog. 11. Band 'Großes Evangelium Johannes', d. Hrsg.) lesen.
   Täglich wurde ein bestimmtes, nur kurzes Pensum erledigt, das mir klar und deutlich zufloss, und dem ich nicht imstande war, nur ein Wort hinzuzufügen, sobald der letzte Satz niedergeschrieben war. Auch brauchte ich nie das vorher Geschriebene durchzulesen. Vergeblich war auch jede Grübelei, was etwa nun folgen könnte, wenn das Pensum erledigt war. Versuchte ich es, so stimmte das nie am nächsten Tage mit dem tatsächlich Geschriebenen überein.
   Auch versuchte ich, dem Schreibdrange, der sich stets um 9 Uhr morgens einstellte, zu widerstehen. Es war unmöglich, zur größten Erheiterung meines Freundes, der mich beobachtete. Eine fremde Kraft zwang mich, zum Schreibtisch zu gehen und zu schreiben. (11. GEJ.S. 6)

   Anmerkungen des Herausgebers: Die von L. Engel gegebenen Hinweise, welcher innere Zwang auf ihn zum medialen Schreiben ausgeübt wurde, sind auffällig. Mit solchen Zwangsmitteln arbeitet Jesus Christus nicht. In Lorbers Werken finden sich keine Hinweise auf derartige Zwangsmethoden! Zwang ist ein typisches Höllenkennzeichen, das sich bei Medien oft einstellt.
   Die Tatsache, wie salopp sein Freund darauf reagierte, als ihm mitgeteilt wurde, Leopold fühle den Drang, das unvollendete Werk Lorbers zum Abschluß zu bringen, weist darauf hin, daß L. Engels Medialität diesem Freund wohlbekannt gewesen sein dürfte. Angesichts der Herkunft aus einer Familie, in der sein Vater als Freimaurer dem Okkulten recht offen war, ist anzunehmen, daß auch L. Engels Medialität - die offensichtlich bereits ausgeübt wurde und diesem Freund wohl bekannt war! - eine Frucht vorhergehender okkulter Betätigung war. Die Freimaurerzugehörigkeit eines Vorfahren oder direkten Familienangehörigen bewirkt nach bibl. Gesetzen wegen der damit verbundenen Abgötterei Fluch auf den Ausübenden, aber auch auf die Nachkommen. Jene höllischen Wesen, die aufgrund der okkulten Familienbindungen dort aktiv werden dürfen, erzeugen sehr oft auch bei Nachkommen mediale Gaben, um dadurch umso direkter und effektiver auch bei ihnen okkult wirken zu können. (s. Thema 'Fremdeinflüsse - Ursachen, Auswirkungen, Beispiele)
   L. Engel war bis zum Zeitpunkt seiner 'Berufung' bereits seit 11 Jahren hauptberuflich Schauspieler und bereits in der Zeit in Petersburg schriftstellerisch tätig. Schauspieler wollen zwangsläufig im Rampenlicht stehen, d.h. Ehrgeiz, Geltungs- und Anerkennungsbedürfnis gehören geradezu zum Beruf. Vermutlich spielten diese recht weltlichen und selbstliebigen Motive auch bei Engels Schriftstellerei eine Rolle.

   Jakob Lorber wurde als 'Schreibknecht Gottes' ausgewählt, weil er sehr bescheiden und demütig lebte und eben kein 'schreiblustiger Schreiberling' war, der aus eigenliebigen Motiven schrieb.
   Die Angaben, wie der Schreibvorgang ablief, zeigt klar, daß L. Engel als Medium für ein Geistwesen tätig war und das innerlich Diktierte nicht seiner eigenen Person entsprang. Damit ist allerdings nicht das Geringste darüber ausgesagt, woher die Botschaften aus dem Jenseits kamen. Angeblich soll der sog. 11. (Abschluß)Band des 'Großen Evangeliums Johannes' (11. GEJ) von Jesus Christus diktiert worden sein.
   Aber allein schon aufgrund seines Lebenslaufes und der o.a. 'Berufungsschilderung' spricht vieles dafür, daß L. Engel zwar viele Voraussetzungen aufwies, als mediales Werkzeug für höllische Geistwesen bzw. für Satan geeignet zu sein, aber recht wenig, um für Jesus Christus eine solche Aufgabe auszuführen!
   Kritische und sorgfältige inhaltliche Vergleiche mit themengleichen Aussagen in den Werken Jakob Lorbers ergeben zwar viele Übereinstimmungen, aber zugleich auch derartig viele Abweichungen und teils krasse Widersprüche, daß mit großer Sicherheit davon ausgegangen werden muß, daß Leopold Engels Werke, die unter Inspiration geschrieben wurden, nicht aus der Sphäre Jesu Christi oder gar direkt von Jesus diktiert wurden.
   L. Engel selbst war überzeugt, daß ihm 'Luzifers Bekenntnisse' von Satan selbst durchs innere Wort diktiert worden seien - und er folglich als Medium Satans diente. Freilich glaubte L. Engel der bereits im sog. 11. Band 'Großes Evangelium Johannes' angedeuteten Lüge Satans, dieser sei reumütig auf dem Rückweg und sei bereits wieder als umgekehrter verlorener Sohn in seiner einstigen Rolle als 'Lichtbringer' für Gott tätig.

   Kritische Textvergleiche zwischen Lorbers Werken, dem sog. 11. Band 'Großes Evangelium Johannes'. und 'Luzifers Bekenntnissen' zeigen aber, daß das sog. 11. Band 'Großes Evangelium Johannes' und 'Luzifers Bekenntnisse' inhaltlich und stilistisch so viele Übereinstimmungen - gerade in den Abweichungen zu Jesu Offenbarungen durch Lorber oder zur Bibel - aufweisen, daß wohl kaum Jesus, wohl jedoch Satan solche Widersprüche in Massen diktiert haben dürfte!
   Vor allem die Wesenheit und Rolle Satans wird in L. Engels gesamten Werken derartig im Negativen bagatelliesiert und im Positiven herausgestrichen, daß kaum zu übersehen ist, wem L. Engel tatsächlich als Medium diente! Beweise hierfür wird diese vergleichende Textkritik ausreichend liefern.

Leopold Engel über das Innere Wort

   Leopold Engel schildert, wie er die inneren Diktate über das sog. 'Innere Wort' vernahm:

   gm.sgeh.anz,10] "Die oft an mich gerichtete Frage, wie das Innere Wort sich kundgibt, kann ich nur wie folgt beantworten:

   gm.sgeh.anz,11] Bei meinem Schreiben unterscheide ich genau dreierlei Phasen.
   Zuerst das, was aus meinem eigenen Ich schriftstellerisch entspringt als Produkt meines Wissens oder meiner Phantasie. Bei späterem Durchlesen, auch wenn Jahre darüber hingehen, erkenne ich das Geschriebene stets als das Ergebnis meiner Arbeit. Es wird mir beim Lesen nicht fremd vorkommen.
   gm.sgeh.anz,12] Die zweite Art ist die der einfachen Inspiration, eine Gedankenübertragung aus ferneren Sphären. Es sind nicht Worte, sondern Gedanken, die mir zufließen und die ich selbst in Worte einkleiden muß. Das Ergebnis ist halb mein Eigentum - im wesentlichen jedoch nicht; denn ohne diese Gedankenübertragung gelingt es mir nicht, etwas Brauchbares zu schaffen. Stimmung, Ruhe und Neutralität des Innern gehören zum Gelingen. Störungen unterbrechen die Arbeit sofort, in die sich nicht allzu schwer auch eigene Gedanken einschleichen können, sogar imstande sind, bei lebhafter Phantasie die Inspiration gänzlich zu fälschen. Vorsicht, Selbstkritik ist in diesem Stadium dringend notwendig ; denn hier treiben Spottgeister gern ihren Unfug, wird Unsinn leicht zur Methode. Das Geschriebene mutet bei späterem Durchlesen oft fremdartig an ; man wundert sich dann, das jemals geschrieben zu haben, erinnert sich aber doch an das eine oder andere mehr oder weniger deutlich.

   gm.sgeh.anz,13] Die dritte und letzte Art ist dem eigenen Sinn oft rätselhaft. Es kann der bereits geschilderte Zwang eintreten, dann aber auf Bitte nach oben auch das deutliche Empfinden eines inneren Sprechers eintreten, ungefähr in der Art, wie man sich ein gehabtes Gespräch mit einem Freunde, den man auch glaubt sprechen zu hören, in die Erinnerung ruft. Es entsteht ein Zwiegespräch. Frage und Antwort, klare Erklärung von Dingen, die man vorher nicht wußte und die - das ist ein charakteristisches Zeichen - dem Gedächtnis sehr leicht wieder entschwinden, wenn sie nicht durch Schrift festgehalten werden. Letzteres ist ein Beweis der Echtheit; denn Selbstgedachtes wird man doch im Gedächtnis behalten.

   gm.sgeh.anz,14] Bei diesem und dem vorigen Stadium unterstützt die Handführung oft den Schreiber als Zeichen, daß eine fremde Kraft tätig ist. Das Niedergeschriebene entschwindet so schnell dem Gedächtnis des Schreibers, daß er bei längerer Mitteilung das Geschriebene erst gründlich mit Aufmerksamkeit durchlesen muß, um den Inhalt nun in sich aufzunehmen. Stets werden ihm echte Kundgebungen nach einiger Zeit wie von ihm nicht niedergeschrieben vorkommen. Ist das nicht der Fall, so nehme ich mindestens Vermischung mit Eigenem an, also die zweite Phase mit größerer Deutlichkeit. Nur scharfe Selbstkritik und höchste Neutralität führen zu Kundgebungen des echten Inneren Wortes."

   Auch diese Ausführungen zeigen lediglich, daß L. Engel Botschaften aus der geistigen Welt empfangen konnte und auch erhielt. Sie besagen freilich nicht das Geringste darüber, wer der Urheber der Diktate über den sog. 11. Band des 'Großen Evangeliums Johannes' (11. GEJ) war. Angeblich soll es Jesus Christus gewesen sein.
   In den 1928 ebenfalls durchs 'innere Wort' empfangenen 'Luzifers Bekenntnisse' gibt sich Satan als der angeblich reumütig zu Gott umgekehrte Urheber des Werkes klar zu erkennen. Da aber 'Luzifers Bekenntnisse' derartig viele krasse interne Widersprüche und vor allem massive Widersprüche zu Lorbers Offenbarungswerken aufweisen, diente L. Engel dem absolut nicht umgekehrten Lügenfürsten Satan höchstpersönlich als Medium!
   Demzufolge hätte L. Engel angeblich zuerst von Jesus Christus die inneren Diktate zum sog. 11. Band des 'Großen Evangeliums Johannes' (11. GEJ) erhalten, dann (nachdem er 33 Jahre hochaktiver Freimaurer war = Abgöttereidienst unter christl. Tarnmantel betrieb) vom angeblich zu Gott zurückgekehrten Satan!
   Viele Anzeichen sprechen jedoch dafür, daß bereits das sog. 11. Band 'Großes Evangelium Johannes' von Satan durchs 'innere Wort' diktiert wurde er nur einem einzigen Herrn, nämlich Satan diente! Dafür spricht sein ganzer okkulter Lebenslauf und seine ehrgeizige leitende Freimaurertätigkeit!


Welche Rolle spielte Leopold Engel in der Freimaurerei?

   L. Engel soll bereits 1888 mit Okkultist und Hochgradfreimaurer Theodor Reuss (1855 - 1923) in Berlin geplant haben, den wegen seiner staats- und menschenverachtenden Umtriebe verbotenen Illuminatenorden von Weishaupt neu zu begründen. (Internetlink zu dieser Verbindung mit Reuss, Inhaber der 33°, 90°, 96°, X°-Freimaurer-Hochgrade)
   Wenn diese Angabe zutrifft, dann stand L. Engel bereits 3 Jahre vor Beginn seiner medialen Niederschrift des sog. Abschluss-Bandes des 'Großen Evangeliums Johannes' (11. GEJ, 1891-93 niedergeschrieben) im Bann von freimaurerischem, machtorientiertem, abgöttischem und damit satanischem Gedankengut!
   Wer genauer wissen will, welch schillernde und überaus zwielichtige Person der Hochgradfreimaurer und magisch-spiritistisch tätige Okkultist Theodor Reuss war, mit dem Leopold Engel schon 1888 eng kooperieren wollte, der ihn offiziell 1895 in eine Freimaurerloge aufnahm und bis 1902 enge mit ihm kooperierte, der findet jede Menge aufschlussreiche Infos im Internet unter den Stichworten 'Theodor Reuss', 'Illuminaten', 'Freimaurer' und 'Leopold Engel'. Daher erübrigt es sich, hierzu mehr zu schreiben!
   Wie stark die Vorliebe zu okkulten Betätigungen und Mitgliedschaft in Logen bei Leopold Engel war, zeigt sich deutlich daran, daß er bereits 2 Jahre nach Niederschrift des sog. 11. Bandes des 'Großen Evangeliums Johannes" (11. GEJ) (1891-93) einer Freimaurerloge unter Protektion des Hochgrad-Freimaurers Th. Reuss beitrat. Reuss hatte selbst in Freimaurer- und Okkultistenkreisen einen üblen Ruf, u.a. als Sexualmagier.
   Innerhalb weiterer 2 Jahre nahm L. Engel bereits einen hohen Freimaurerrang (Custos) ein und gründete 1897 selbst einen Illuminatenorden, der als übergeordnete Stelle die verschiedensten Freimaurerlogen unter einem Dachverband vereinigen sollte. Die Motive dazu entsprachen wohl kaum den Richtlinien Jesu bzgl. Demut, Einfachheit, uneigennütziger Gottes- und Nächstenliebe!
   In Illuminaten- und Freimaurer-Logenkreisen war L. Engel dann lebenslang als 'Bruder Theophrastus' aktiv tätig.

   Seine weiteren schriftstellerischen Aktivitäten spiegeln ziemlich exakt auch die Leitlinien wieder, die den Ansichten und verdeckten Zielen der Freimauer und Illuminaten (s. 'Satans Neues Testament) entsprechen. Das zeigt sich deutlich in der Schrift

L. Engel: 'Geschichte des Illuminatenordens'

Berlin 1906, zwei Bände

Inh. u.a.: Ein Beitrag zur Geschichte Bayerns. - Vorgeschichte, Gründung (1776), Beziehung zur Freimaurerei, Verfolgung durch die Jesuiten, Fortentwicklung bis zur Jetztzeit, nach authentischen Dokumenten in den Geheimen Staats-Archiven zu München, Berlin, Dresden, Gotha, Paris, Wien, dem Geheimarchiv des Illuminaten-Ordens und verschiedenen Privat-Archiven. Mit vielen Tafeln und Illustrationen.
Band II: Die Wurzeln der Illuminatenverfolgung / Die Maßregelung Zwakhs / Verfolgung des Baron Bassus / Die Loge Theodor vom guten Rat. Die Aussagen zweier Priester / Weitere Verordnungen des Kurfürsten und Verfolgungen / Giftrezepte der Illuminaten und ein berüchtigtes Protokoll / Die Ordenskasse. Geistliche als Illuminaten / Die Ausbreitung des Ordens / Illuminatismus und Freimaurerei / Das Ende des Ordens / Weishaupts letzte Jahre und seine Familie / Beschuldigungen, die dem Orden wurden / Der Fortbestand des Ordens und die Furcht vor ihm / Der neue Illuminatenorden //

s. Literatur (aus Freimaurerperspektive) über den bayr. Illuminatenorden von Weishaupt

Öffentlich bekannte Aktivitäten seiner Logentätigkeit:

Bei einer Freimaurer-Logen-Neugründung 1901 waren Vater Carl und Sohn Leopold Engel leitend beteiligt. Es sind folgende Vorgänge öffentlich im Internet zu dieser Episode nachlesbar:

Erste Stiftungs-Urkunde über die Gruendung der Loge "Ludwig" in Berlin:

(Wortgetreue Kopie des Patentes.)
Im Namen des Geheimen Areopag des Illuminaten-Ordens. Der Geheime Areopag des Illuminaten-Ordens, welcher gemaess den Bestimmungen des "B.G.B.d D.R." durch das Custosamt in Dresden rechtsgiltig [sic] vertreten wird, hat beschlossen, ab Januar 1900 von seinem durch den Begruender des Illuminaten-Ordens Adam Weishaupt rechtmaessig erworbenen Ordensrecht Freimaurer-Logen zu begruenden, wieder Gebrauch zu machen.
Der Geheime Areopag des Illuminaten-Ordens uebergibt hiemit zu diesem Zwecke seinem Ordens-Mitgliede, dem Bruder Theodor Reuss, z.Zt. wohnhaft in Berlin, der in einer Gerechten und Vollkommenen St. Johannisloge zum Freimaurer-Meister aufgenommen und in einem Souveraenen Kapitel zum Auserwaehlten St.Andreas-Ritter erhoben worden ist, das alleinige Recht, Freimaurer-Logen nach dem Schottischen Ritus der Alten und Angenommenen Maurer, gemaess den Logengesetzen des Illuminaten-Ordens zu begruenden und einzuweihen. Alle auf die Freimaurerlogen bezueglichen Ordenspapiere sind von ihm in Gemeinschaft mit dem jeweiligen Custos des Illuminaten-Ordens in der unten beigefuegten Art zu beglaubigen.
Das Custos-Amt in Dresden ist beauftragt, hierueber gegenwaertige Urkunde auszufertigen, ordensgemaess zu unterzeichnen, und die die Dokumente der Freimaurerlogen zu beglaubigenden Siegel und Unterschriften hier beizufuegen.

Dresden, den 1. Dimeh 1900.

Beglaubigung fuer Freimaurerlogen:

(Siegel) (gez.) Theodor Reuss (Grossmeister d. St.Johannis-u. St.Andreas-L.), (gez.) Leop. Engel, (Custos) (Siegel) (gez.) Leopold Engel (Custos d. Illuminaten-Ordens.), (gez.) Rudolph Petzold (Stellvertretender Custos.) (gez.) Carl Engel (Siegel) (Archivar u. Siegelbewahrer).

Anm.: Die Datierung vom '1. Dimeh 1900' wurde lt. nachfolgenden Mitteilungen von Grossmeister Th. Reuss von L. Engel um 1 Jahr vordatiert. Diese Urkundenfälschung führte 1902 zum Ausschluß von L. Engel aus dieser Freimaurer-Loge 'Ludwig' und Verlust seines Freimaurer-Amtes als 'Schaffner'.

1901 Wiedereröffnung der 1890 gegründeten Freimaurer-Loge 'Ludwig', Stellung darin als 'erster Schaffner'

. Theodor Reuss berichtet: "Am 12. Maerz 1901 traten in meiner Wohnung in der Bellealliancestrasse in Berlin die Illuminaten Theodor Reuss, Leopold Engel, August Weinholtz, Max Rahn und Siegmund Miller zusammen, und beschlossen, die im Jahre 1890 in Muenchen gegruendete Freimaurerloge "Ludwig" wieder zu eroeffnen. Den oben Genannten schlossen sich an die IG.-Mitglieder [!] Max Heilbronner und Georg Gierloff.
Nachstehend veroeffentliche ich hiermit den Wortlaut des Gruendungs-Protokolls der Loge "Ludwig" in Berlin:

Protokoll. (Wahrheitsgetreue Abschrift.)

Am zwoelften Maerz Neunzehnhundert-eins traten in Berlin die unterzeichneten Mitglieder des Ordens der Illuminaten zusammen, und beschlossen, die seither ruhende Loge "Ludwig" der alten und angenommenen Freimaurer, frueher im Orient Muenchen, nunmehr im Orient Berlin, wieder zu eroeffnen und die Arbeiten wieder aufzunehmen. Es wurde beschlossen, vom Custos des Illuminaten- Ordens (L. Engel, d. Hrsg.) die vorschriftsmaessige Konstitution zu erbitten.
Die folgenden Beamten wurden einstimmig gewaehlt: Zum Meister vom Stuhl wurde der Bruder Theodor Reuss (aufgenommen am 9. November 1876 in der "Pilger-Loge" im Orient London) gewaehlt. Zum ersten Aufseher und zum stellvertretenden Meister vom Stuhl wurde Bruder August Weinholtz von der "Germania Loge No. 1" gewaehlt. Zum zweiten Aufseher wurde gewaehlt Bruder Max Rahn; zum ersten Schaffner wurde gewaehlt Bruder Leopold Engel, Or. Petersburg, zum zweiten Schaffner wurde gewaehlt Bruder Georg Gierloff; zum Schatzmeister und Zeremonienmeister wurde gewaehlt Bruder Max Heilbronner, Or. Paris. Saemtliche Brueder nehmen die auf sie gefallene Wahl an.
Die naechste ritualmaessige Lehrlings-Loge wird am 25. Maerz 1901, abends 9 Uhr, im Logenlokal Neue Wilhelmstrasse 1 abgehalten. V.G.U.
Berlin, den 12. Maerz 1901.
(Folgen die eigenhaendigen Unterschriften von) Theodor Reuss. - August Weinholtz. - Max Rahn. - Leopold Engel. - Max Heilbronner. - Georg Gierloff. - Sigmund Miller - Kaiser Friedrich Loge

Th. Reuss fügt an: "Man wird bemerken, dass der Beschluss zur Gruendung am 12. Maerz 1901 gefasst wurde. Dass das von Leopold und Carl Engel ausgestellte Patent jedoch vom 1. Dimeh (1. Januar) 1900 datiert wurde. Die Gruende fuer diese Vor-Datierung lagen bei Engel selbst.
Nach langen, gemeinsamen Beratungen der saemtlichen Grossbeamten der Grossen Mutterloge "Ludwig" wurden Leopold Engel und Sigmund Miller aus der Mitgliederliste der Grossen Mutterloge "Ludwig" wegen "eines Aktes der Falschheit und des Treubruches" gestrichen. Diese Tatsache wurde dem Leopold Engel in einem, von saemtlichen Grossbeamten der Grossen Mutterloge "Ludwig" unterzeichneten Schreiben vom 8. Juli 1902 mitgeteilt.


   Welche Aktivitäten im Rahmen der Freimaurerei und Illuminaten L. Engel ausgeübt hat, ist mir im Detail nicht bekannt, außer, daß

Zusammenfassende Bewertung seiner schriftstellerischen Tätigkeit

   Leopold Engel darf sicherlich zu einem der aktivsten Freimaurer und Illuminaten gezählt werden.
   Seine gesamten veröffentlichten Werke - angefangen vom '11. Band des Großen Evangeliums Johannes' (1891-93) - über den 'Katechismus der deutschen Theosophie'
(1893) bis hin zu 'Luzifers Bekenntnisse'(1928) enthalten zahlreiche und inhaltlisch z.T. sehr schwerwiegende Widersprüche zu den themengleichen Aussagen in Jesu Offenbarungen durch Jakob Lorber (1800-64)

   Gerade die inhaltlichen Abweichungen spiegeln typisch freimaurerisch-antichristliches Gedankengut wieder. Trotz angeblich guter Kenntnisse der Offenbarungen Jesu durch Lorber scheint L. Engel die gravierenden Widersprüche in seinen inspirierten Werken zu Jesu Offenbarungen entweder nie erkannt oder sie ignoriert zu haben.

   'Luzifers Bekenntnisse', die L. Engel als Medium Satans nach innerem Diktat niederschrieb, enthalten schwerwiegende Lügen, die vielfach eine direkte Fortführung und Ausweitung gleichartiger, aber besser getarnter Lügen im sog. 11. Band 'Großes Evangelium Johannes' darstellen. Daher ist mit großer Sicherheit davon auszugehen, daß bereits L. Engels sog. 11. Band 'Großes Evangelium Johannes' direkt von Satan inspiriert war. Die daran folgende Betätigung als hochaktiver Freimaurer und Illuminatengründer spricht ebenfalls dafür, daß Satan durchgehend die tragende Regie in Leopold Engels Leben führte.
   Demnach ist auch anzunehmen, daß Leopold Engel als irregeführtes, wenngleich im guten Glauben tätiges Medium in Satans Diensten im Rahmen der Freimaurerei tätig war und Satans Ziele unter dem verbalen und teils inhaltlichen Mantel der Neuoffenbarungen verfolgte.


Home  |   Zum Buch-Inhaltsverzeichnis Leopold Engel: Person u. Werk