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   01] Robert geht nun voran. - Am Eingange der Gruft aber stehen zwei Mönche mit einer tüchtigen Geldbüchse und reden den Robert um ein Trinkgeld für die armen Seelen im Fegfeuer an. - Robert entschuldigt sich und sagt, daß er kein Geld habe. - Die Mönche schmunzeln und sagen ganz heimlich: "Ja, ja, holt wieder an Schmutzpack mehr auf der Welt!" - Kommen nun die Dynasten an den Ausgang und werden ebenfalls angesprochen; sie geben den Mönchen aber auch nichts, natürlich aus dem Grunde, weil sie nichts haben. - Und die Mönche sagen: "Ja, ja! Bei diesen muß man holt allzeit bittschriftli einkummen, und nochher kriegt man erst noch nix als höchstens an obweislichen allergnädigsten Bescheid um a paar Jahrln später! No, dös kennen wir schon! - Aber hiezt kummen die vier ganz Fremden! Vielleicht lossn die a bisserl einige Hoar!"
   02] Komme nun Ich mit Paulus, Petrus und Johannes, und auch wir werden sogleich um einen Beitrag für die armen Seelen im Fegfeuer angeredet. - Paulus aber fragt die Mönche, wo denn das Fegfeuer für die armen Seelen wäre. - Und ein Mönch sagt ganz gravitätisch: "Zweihundert Meilen tief unter der Erd'! Und noch um hundert Meilen tiefer kummt dann d' Höll mit den Verdammten, die dort ewig brennen, weil sie nie für die armen Seelen im Fegfeuer was tun wollten!"
   03] Sagt Paulus darauf: "Und gelt, da habt ihr wohl eine rechte Freude darüber!?" - Sagen die beiden Mönche: "O ja, das wohl sicherli, und wann wir ihne a helfen kunnten, so tatn wir's dennoch nit; denn die schmutzgen harten Luder sollen nur ewig brennen! Wir möchten ja ka Vaterunser beten für sie." - Sagt Paulus: "Aber ihr seid eben nicht gar sehr barmherzig, wie ich sehe! Wie wäre es denn, so ihr in der vierhundert Meilen tiefen Hölle unter der Erde wäret? Wäre es euch angenehm, so jemand gar so unbarmherzig mit euch umginge? Möchtet ihr euch ewig so sieden und braten sehen?" - Sagt der eine: "I bitt ihnen, euer Gnodn, das war aber a dumme Frag! Wie kann ma aber so wos frogn, wos nit gschehen kann?! A Mönch kimmt jo nit so leicht in d' Höll, wie an anderer Mensch - denn den schützen schon die vielen heiligen Messn, die er für die armen Seeln glesn hat! Verstandn, euer Gnodn!?"
   04] Sagt Paulus notgedrungen etwas scherzhaft: "Ah, das ja, das ist freilich etwas ganz anderes! Richtig, richtig, an die heiligen Messen habe ich gar nicht gedacht! Ja, ja, die mögen wohl freilich für alles mögliche gut sein! - Habt ihr beiden schon so recht viele heilige Messen gelesen, und das mehr bezahlte oder mehr unbezahlte?"
   05] Sagen die Mönche: "Dos is schon wieder ani ung'schickte, dumme Frog! Wer wird denn in Wean ani ungezohlte Meß lesen!? Ma, wird mit de zohlten nit ferti, nocher soll mer etwa a noch un'zohlte lesen!? Waß der gnäd'ge Herr dos nit, daß sich die Reichn n' Himmel kaufen müssen und nur die armen Teufel werdn umsonst hineingloss'n!? Jo mein lieber gnädger Herr! D' reich'n Ludern solln nur zohln, wann's a in Himmel hineinkummen wolln, sonst wird wohl a Kamel eher durch a Nadelloch schlüpfen, als a Reicher ins Himmelreich! Wer den Himmel auf der Erd hot, dem gebührt in d'r and'rn Welt die Höll. Und wann er scho a dort den Himmel hobn will, so muß er'n sich kaufen, und dös mit etwa wohlfeil, sondern so teuer als nur immer mögli ist, und wir Priester Gottes hobn's Recht, den Himmel aufz'tan oder zuz'mochn. Doß wir ihn aber für d' Reichn nit umsonst austun werdn, dös werdn die gnäd'gen Herrn doch etwa begreifn!? Die schmutzgen Luder solln zohln, doß ihne d' Augn übergeahn, bevor sie in den Himml hineinglossen werdn. Jo, dös tun wir, und wir hobn's Recht dazu!"
   06] Sagt Paulus: "Und wer hat euch denn das Recht gegeben?" - Sagt der Mönch: "Na, es aber dos wieder a Frog! Wer wird's denn geben hobn? Der Papst, als der Stellvertreter Christi auf Erdn! Und der hot's Recht von Gott! Das werdn's jo etwa doch wissn, wenn's ka Erzketzer san!"
   07] Sagt Paulus: "Nun gut, gut, wir verstehen uns schon und benötigen deshalb keines Lärmes. - Aber das einzige saget mir noch, ob ihr das wisset, daß ihr euch nun nicht mehr auf der Erde, sondern rein nur in der Geisterwelt befindet!?" - Sagen die Mönche laut lachend: "Uns scheint's, doß beim gnäd'gen Herrn, wie wir so ordinärweg sag'n, es z'rappln anfangt! Wenn wir in der Geisterwelt wärn, so wärn wir entweder im Himmel oder im Fegfeuer oder gor in der Höll und täten wir nimmer a heil'ge Meß lesn. Do aber sieht der gnä' Herr ja doch, daß mer hiezt in aner Kirchn san und sonst nirgends! Und do ist kane Geisterwelt! - Hat der gnä' Herr dos verstanden?!"
   08] Sagt Paulus: "Ja, ich habe euch verstanden und eingesehen, daß ihr noch für lange Zeit unheilbar seid! Daher wir euch auch so belassen wollen, wie wir euch gefunden haben. - Ich bin zwar Paulus, der weltbekannte Apostel des Herrn, die zwei hinter mir sind Petrus und Johannes, und in ihrer Mitte ist Christus, der Herr Selbst, der euch helfen wollte; aber ihr seid dafür noch viel zu blind. Euch wird nur das Loch des äußersten Abends heilen, wo Heulen und Zähneknirschen sein wird. Gehabt euch wohl! In einigen hundert Erdjahren werden wir uns wieder sehen!"
   09] Paulus geht nun. - Und als Ich mit Petrus und Johannes zu den Mönchen komme, so reden sie auch Mich um ein Almosen für die armen Seelen im Fegfeuer an. Ich aber gebe ihnen keine Antwort und schenke ihnen auch kein Almosen, wie auch Meine Begleiter ihnen nichts geben. Da fangen die beiden Mönche an, uns in die Hölle zu verwünschen, und heißen uns schmutzige Luder hin und her und auf und ab. - Da kommen aber alle die Wiener nach, die wir schon früher gewonnen haben, packen die beiden Mönche und wollen sie recht wacker durchprügeln. - Ich aber sage zu ihnen: "Lasset sie! Diese sind geschlagen zur Genüge! Alle ihre Mühe, sowohl auf Erden als wie besonders hier im Geisterreiche, ist von nun an eine vergebliche. Sie werden langsam verdorren wie ein gemähtes Gras und werden zu Futter für die Tiere aufgespeichert werden im äußersten Abende. - Gehen wir nun hinaus! Ich sehe noch einige fruchtbare Gärten, in denen müssen wir noch eine Ernte machen!"

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