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   01] Rede Ich: "Robert, siehe hierher! Die du lieb hast, ist die ganze Weile, während der du auswarest, an Meiner Brust gehangen. Du hast sehr viel gesehen und hast große Erfahrungen gemacht. Aber frage sie, was sie unter der Zeit deines wichtigen Ausseins alles gesehen und gehört hat! - Du bist in Meine Himmel gedrungen - und diese deine Helena tief in die großen Geheimnisse Meiner Liebe. Was meinst du nun, wer von euch beiden an tiefen und wichtigen Erfahrungen des Lebens wohl die größten und weitesten Fortschritte gemacht hat?"
   02] Spricht Robert-Uraniel: "O Herr, sicher diese liebste Helena hier! Denn wer an der Urquelle selbst schöpft, der empfängt sicherlich des Lebens reinstes Licht. Wer aber durch Umstände, wie sie Deine heilige Ordnung erheischet, genötigt wird, hinauszugehen und an den weitgedehnten Ausflüssen Deiner Liebe, Weisheit und Macht die Wunder Deiner Erbarmung zu besehen, der trinket Deine Gnade nur tropfenweise, während eine Helena in den gewaltigsten Zügen ganze Ströme Deines Urlichtes in ihr Herz aufnimmt und dadurch in den ungeheuern Sehkreis Deiner endlosen Erbarmungen und Wundertaten geleitet wird. Eine flüchtige Sekunde ihres ungetrübtesten Schauens in Dein Herz muß ihr ja mehr enthüllen als mir in der sichtlichen Ferne von Dir ein ganzes irdisches Jahrtausend! - Aber wie werde ich denn nun vor ihr bestehen? - Ich, ein durch winzige Lichttropfen gesätigter Geist! Und sie - Ströme und Meere des Lichtes aller Weisheit in sich fassend!"
   03] Rede Ich: "Dessen kümmere dich nicht! - So jemand auf Erden sich ein Weib nimmt, so wird sie ihm umso lieber sein, je reicher sie bei andern, gleich guten Eigenschaften (an irdischer Habe) ist, und so wird es dir hier wohl auch sicher nicht unangenehm sein, so hier dein rechtes Weib möglichst reich ausgestattet ist und einen derartigen Schatz von Mir überkommen hat, daß ihr beide daran für die Ewigkeit zur Genüge haben werdet. - Ihr Schatz besteht in einer unschätzbaren Fülle der Liebe. Und dein Schatz an Weisheit ist auch nicht der kleinste.
   04] "Wohl bist du nur mit Tropfen gespeist worden, wo sie Ströme in sich eingesogen hat. Aber so du einen solchen Tropfen in die Fülle ihrer Liebe tauchen wirst, so wird daraus eine Unzahl von Wundern und neuen Geschöpfen und Werken entstehen, an denen du dich nimmer wirst satt sehen können. Und du wirst darinnen dann erst Meine Macht, Größe, Liebe und Weisheit in aller Fülle stets mehr und mehr zu ersehen, zu bewundern und anzubeten beginnen. Denn alles, was mit dir bisher geschah, das war nur eine nötige Vorbereitung zu all dem, was du von nun an beginnen wirst!
   05] "Du sahest dein Haus zuerst von außen, und es gefiel dir ganz ungemein. Als du aber in den ersten Saal deines Hauses kamst, da gefiel es dir noch bei weitem besser, da du darauf bald zu einer Gesellschaft kamst, die zwar noch sehr roh aussah - als deinem Inwendigen in allem entsprechend. Aber sie ward bald sanft, als dein Inneres selbst lichter und sanfter wurde. Es ward darauf ein zweiter Saal geöffnet, der große Speisesaal, allwo du die Tische zu ordnen hattest, die dir viel Bangens machten. Darauf traten wir in einen dritten, sehr großen Saal, das Museum benannt. Da lerntest du im weitesten Umfange alle deine Mängel und des Todes Samen in dir kennen und schafftest sie aus dir nun alle hinaus, indem du auf den Grund der Hölle (von deinem Urentstehen an) zu dringen und dich von ihr zu reinigen hattest. - Und nun stehest du noch im selben Museumssaale vor Mir!
   06] "Aber hier ist des Bleibens noch nicht! Daher werden wir uns nun in die große Schatzkammer begeben, in der dir die Schätze ersichtlich werden, die du mit der Helena als eine freie Mitgabe von Mir erhältst. Rufe daher die ganze, nun sehr große Gesellschaft zusammen, und wir werden uns dann sogleich in den vierten großen Saal begeben, der da ist die große Schatzkammer deines Hauses. Grüße aber vorerst deine Helena, dein himmlisches Weib!"
   07] Robert begrüßt nun die Helena mit wahrer Engelszärtlichkeit. Und diese erwidert allerholdseligst den Gruß, ihm freundlichst die Hand reichend. - Robert vergeht nahe vor Wonne und sagt: "O du meine himmlische Helena, wie groß bist du nun, und wie klein bin ich vor dir!"
   08] Spricht Helena: "Liebster Robert-Uraniel! vor Gott, dem Herrn, Der da ist unser aller Vater voll der reinsten Liebe, gibt es weder irgend etwas Großes, noch etwas Kleines, sondern alles ist gleich - nur Sein Werk! Er aber gibt dem einen Werke diesen, einem andern Werke einen andern Zweck. Wo aber der Zweck göttlich, da ist auch das Mittel gut, durch das irgendein solch göttlicher Zweck erreicht wird. Ich bin ein Mittel, und du bist es auch in der Hand der göttlichen Liebe und bist, so wie ich, weder groß noch klein, sondern gleich mit mir in der Liebe vor Gott. Daher machen wir uns gegenseitig keine Lobreden mehr, sondern ergreifen wir uns dafür so recht innigst in Gott, unserem heiligen Vater! Deine Weisheit vermähle sich wahrhaft mit meiner in Gott reif gewordenen Liebe! Und werden wir so dann eins vor Gott, so werden wir ein wahrhaftiges Ehepaar im Himmel und werden als ein solches leben und wirken nach und in der Ordnung Gottes. - Meinst du nicht auch, daß es also um vieles besser und klüger sei, als sich gegenseitig leere, nichtssagende Lobeserhebungen zu sagen und sich das Herz damit zu trüben?!"
   09] Spricht Robert-Uraniel: "Du liebste, holdeste Schwester in Gott, dem Herrn und Vater - und Weib meines Herzens! Du hast ganz vollkonmmen recht! Also ist es und ewig nimmer anders! - Ach, wie selig doch haben mich deine Worte gestimmt! Ich hätte dir wahrlich jedes vom Munde wegküssen mögen! Denn ich sah mit deinen gar so himmlisch klingenden Worten den Geist der reinsten göttlichen Liebe mit in mein Herz herüberströmen. O welch eine liebliche Harmonie entfaltete das in meiner hochseligen Brust! - O ihr armen Schulvölker der mageren Erde, könntet ihr je so einen harmonischen Sang in euren Ohren vernehnen, dann würdet ihr es mit einem euer irdisches Leben zermalmendem Staunen gewahren, welch eine Macht im himmlischen Sange verborgen ist! - O Gott, welcher Masse von Seligkeiten gehe ich nun entgegen! Was alles wird meinen über die Maßen erstaunten Augen in der großen geheimen Schatzkammer des Herrn begegnen!? O Gott, o Gott, was alles habe ich schon gesehen und was werde ich noch sehen?! Seligkeiten ohne Maß, jede von neuen, nie geahnten Wundern der göttlichen Liebe, Weisheit und Macht begleitet!" - Hier fällt Robert- Uraniel der Helena an den Hals und küßt sie auf die Stirne.
   10] Ich aber segne sie beide abermals und bedeute dem Robert, daß er nun alle zum Weiterzuge aufrufen soll.

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