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Kapitelinhalt 298. Kapitel: Die dritte Türe der Westwand zeigt eine All-Mittelsonne. Jesus über die Ordnung der Sonnensysteme, die Lichtstärke der Sonnen und ihre Größe. Den Schauenden zeigen sich die Feuergeister der All-Mittelsonne in ihrer Tätigkeit. (Am 21. Dez. 1850)

Originaltext 1. Auflage 1898 durch Project True-blue Jakob Lorber

Text nach 2. Auflage 1929 Lorber-Verlag

01] Alle treten nun in die dritte (westliche) Thüre, und wie sie einen Blick hinauswerfen, kehren sie sich sogleich wieder um, und die Weiber machen einen starken Schrei, als wie Einer, der sich über etwas mächtig entsetzte; denn das hier entgegenstrahlende Licht ist wieder um's gar Unvergleichbare mächtiger, als das in der früheren Thüre; und Robert und mehrere Andere mit ihm sagen:

02] „O HErr, o Gott, o Vater! Unsere Augen, die nun das Licht der früheren Sonne am Ende schon ganz leicht haben ertragen können, vermögen nun dieß unbeschreiblich mächtigste Licht nicht mehr zu ertragen. Das Licht der früheren Sonne war doch ein ruhiges, obschon Anfangs auch beinahe unerträglich stark. Dieß Licht aber gleicht den mächtigst wallenden Flammen, und sticht gar übergewaltig in die Augen so, daß man es nimmer zu ertragen vermag. Was ist das wohl für ein Licht? Ist das etwa auch wieder eine Zentralsonne?"


03] Sage Ich: „Allerdings, und das wieder eine einer höheren Ordnung. Damit ihr aber das recht begreifet, so müsset ihr euch die Ordnung also machen:

04] Die vielen Millionen Planetarsonnen, um die sich die Planeten wie euere Erde bewegen, machen mit ihrer eigenen Zentralsonne ein Sonnengebiet aus, und dessen Zentralsonne ist stets so groß, daß sie den körperlichen Inhalt ihrer um sie bahnenden Sonnen, samt deren Planeten manchmal um's beinahe Hundertfache, manchmal gar um's Tausendfache, ja manchmal wohl auch um's Millionfache übertrifft, denn es gibt größere und kleinere Gebiete. Je größer aber ein Sonnengebiet ist, desto größer muß auch verhältnißmäßig eine Zentralsonne sein in allen Theilen gegen das totale Körperverhältniß ihrer Nebensonnen, um sie ob der größeren Entfernungen von ihr in den bestimmten Bahnen zu erhalten; denn in dem Verhältnisse sich die Anzahl und die nothwendigen Entfernungen der Nebensonnen mehren, desto verhältnißmäßig größer muß auch das Volumen einer solchen Zentralsonne sein, um Meister all' der sie umbahnenden Planetarsonnen zu sein.

05] Viele solche nun näher beschriebene Sonnengebiete aber haben dann wieder eine gemeinsame Mittelsonne, und bahnen von ihrer Mittelsonne getragen wieder in natürlich unvergleichbar größeren Kreisen um ihre gemeinsame Mittelsonne, die ganz natürlich wieder um's Verhältnißmäßige vielfach größer sein muß, als alle ihre Sonnengebiete zusammen genommen, deren oft viele Tausende um eine solche zweite Mittelsonne, wie wir in der zweiten Thüre eine gesehen haben, kreisen. Alle solche Sonnengebiete samt ihrer Mittelsonne geben dann ein Sonnenall.

06] Aber wieder haben viele Tausende solcher Sonnenalle einen gemeinsamen Mittelpunkt, oder eine Mittelsonne, die im gleichen Verhältnisse wieder oft um's viel Tausendfache größer ist in ihrem Volumen, als alle die sie umbahnenden Sonnenalle; und solch eine Allmittelsonne ist eben diese hier, die wir nun sehen.


07] Wie sich aber die Größen solcher Mittelsonnen steigern, also steigert sich auch ihr Licht. Ihr könnet das Verhältniß ungefähr also annehmen: Ist z. B. eine Planetarmittelsonne so groß, daß ihr Durchmesser eine volle Billion irdischer Meilen zählt, so zählt der Durchmesser einer zweiten Sonnengebietsmittelsonne das Zehnhunderttausend- oder Millionfache, was da eins und dasselbe ist, des Durchmessers einer Planetarmittelsonne, also eine volle Trillion irdischer Meilen; und eine solche Sonne, wie wir sie nun in dieser dritten Thüre schauen, wächst dann wieder, je nachdem sie mehr oder weniger ganze Sonnenalle beherrscht, ums Millionfache, manchmal sogar um's Billionfache in jeglichem Verhältnisse sowohl der nothwendigen Größe, als wie eben also des Lichtes, und kann dann wohl eine Quatrillion, manchmal sogar eine Quintillion irdischer Meilen im Durchmesser fassen.

08] Sonnen dieser Art haben schon vollkommen ein eigenes Feuerlicht, und sind zur Bewohnung materieller Wesen auf ihren für euch beinahe unermeßbar weiten Oberflächen nicht geeignet, dafür wohnen aber desto mehr Feuergeister ganz glücklich und behaglich in solch einem unermeßlich ausgedehnten Feuermeere, und haben da ihre Wohnungen und ihre Herrschgebiete. Wohl aber bewohnen auch Körpermenschen solch eine Sonne, aber nicht die äußerste Oberfläche einer solchen Sonne, sondern eine mehr innere; denn alle Sonnen bestehen aus mehreren Sonnen, die inwendig in der äußeren Sonne ungefähr also sich befinden, wie der Planet Saturn innerhalb seiner Ringe. Wie aber alles das sich verhält, und warum, werdet ihr in der Folge ganz auf ein Haar genau kennen lernen.


09] Nun aber bemühet euch, auch das Licht dieser Sonne zu ertragen; denn ihr müsset in der Folge unendlichmal stärkere Lichter ertragen, um endlich auch Mein eigenstes Gottlicht ertragen zu können. Versuchet es nur, es wird schon gehen; der Anfang ist stets schwer!" (Am 24. Dez. 1850)

10] Auf diese Meine Aneiferung wenden sich Alle wieder nach dieser Sonne hin, und beginnen zu versuchen, ob es etwa wohl möglich sein solle, am Ende auch dieser Sonne Licht zu ertragen.

11] Robert, dessen Augen gar sehr empfindlich sind, wendet sich an die stets anwesenden drei Apostel und sagt: „Lieben Freunde! Wie machet ihr es denn nun so ganz eigentlich, daß ihr gar so unschenirt in dieß Licht schauen könnet? Ich weiß auch, daß das Beschauen dieses mächtigsten Lichtes meinen Augen durchaus keinen Schaden bringen kann, aber dennoch vermag ich vor zu großer Lichtstärke es nicht zwei kontinuirliche Sekunden lang anzuschauen. Es macht mir auch gerade keinen Schmerz, so ich in dieß Licht einen Blick werfe, aber die ungeheure allerstechendste Lichtstärke selbst verwehrt es ordentlich meinen Augen, ihre Majestät länger als eine flüchtige Sekunde lang anzugaffen. Saget, ihr lieben Brüder, wie ihr es so ganz eigentlich machet, daß euch ein solches Licht aber auch nicht im geringsten schenirt?"

12] Sagt Paulus: „Mein lieber Bruder! Ich sage dir nichts als das: Sei festen Willens! dann geht Alles. Meinst du etwa, daß wir an unserer Sehe etwa schon derart abgestumpft sind, daß uns ein solches und ein noch um's Unvergleichbare stärkeres Licht gar nicht mehr scheniren kann? O da wärest du in einer sehr bedeutenden Irre! Solch eines Lichtes ungeheure Kraft und Stärke empfinden auch wir gleich wie du selbst; aber unser Wille hat bei solchen Gelegenheiten jene entschiedene Stärke, die es mit jeder Lichtstärke aufnehmen kann, mit der alleinigen Ausnahme der Lichtstärke in der innersten Gottheit des HErrn Selbst, die auch wir bei all' unserer Willensbeharrlichkeit nie länger als drei kurze Augenblicke nur ertragen können. Du mußt demnach nicht so sehr bemüht sein, deine Sehe, sondern vielmehr nur deinen Willen zu stärken; dann wirst du jedes Licht ansehen können, und es wird dich keines mehr behindern. Versuche das, und du wirst dich sogleich überzeugen, daß ich ganz recht habe!"

13] Sagt Robert: „Will es versuchen und sehen, wie weit ich die Sache treiben kann." Hier setzt sich Robert fest an, und fängt ganz glühenden Angesichtes in dieß Sonnenlicht hinein zu starren an, und sagt dann nach einer Weile: „Brüder! Ihr habet denn doch richtig ganz vollkommen recht; nicht im Auge, sondern an meines Willens schwacher Entschiedenheit lag es. Als nun mein Wille entschiedener auftrat, da ging es Anfangs freilich wohl sehr schlecht; aber nach einigen Minuten hatte sich alles Behindernde verloren,

14] und ich schaue nun auch dieß Licht mit einer großen Leichtigkeit an und habe darob eine ganz unbändig große Freude; denn ich fange nun an durch überaus klarste Aetherflammen eine ganz ungeheure Wunderwelt zu entdecken, und sehe ungeheuer weitgedehnte Wohngebäude, in denen wahrscheinlich die vom HErrn ehedem bezeichnten Feuergeister wohnen werden. Merkwürdiger Maßen besteht ein solches Gebäude eigentlich aus einer Unzahl von simetrisch errichteten ungeheuer hohen Thürmen, die untereinander mit unzählbar vielen Arkaden nebeneinander und übereinander verbunden sind; und nun ersehe ich auch wirklich menschenähnliche Wesen auf den Arkaden herumwandeln; ihre Bewegung ist aber schon eine ungemein schnelle; das geht ja wie Blitze hin und her! Haben denn diese Geister gar so dringende Geschäfte, weil sie gar so hin und her rennen, als ob sie so ein wenig, wie man auf der Erde sagt - besessen wären?"

15] Sagt Paulus: „Ja, mein Freund, auf solch einer Sonne gibt es schon ganz kurios viel zu thun, was du nun freilich noch nicht zu fassen im Stande bist; aber aus diesen übergroßen und weitgedehnten Gebäuden kannst du schon den füglichsten Schluß ziehen, daß es in dieser Sonne gar ungeheuer viel zu thun geben müsse, und daher denn auch die große Emsigkeit dieser Geister. Siehe, auf dieser ungeheuer großen Sonne brennt das allerreinste Gas und dieses muß in stets gehörigster Ueberfülle vorhanden sein in den großen untersonnischen (so viel als unterirdischen) Gasometern; und so ersiehst du hier vor uns nichts Anderes als eine große Gas(bereitungs)anstalt, dergleichen es auf dieser Sonne Trillionen gibt. Auch auf der Erde bereiten gewisse Geister in den inneren Gemächern der sogenannten feuerspeienden Berge das brennbare Gas, und zünden es auch an, wenn es einmal in einer gerechten Menge vorhanden ist. Das Gas selbst aber besteht im Grunde aus puren einfachsten Naturgeistern, die eine solche Läuterung zuvor durchmachen müssen, bevor sie in eine schon bestimmtere Wesenheit übergehen sollen. Auf der Erde aber' sieht das Alles krud und roh aus, was hier in der allergeordnetsten Weise verrichtet wird. Nun weißt du vorderhand genug und Die mit dir; darum machet euch zusammen, denn wir werden uns nun sogleich südwärts wenden."

01] Alle treten nun in die dritte Türe der Westwand. Aber sobald sie einen Blick hinausgeworfen haben, kehren sie sich sogleich wieder um, und die Weiber stoßen einen starken Schrei aus, als wie einer, der sich über etwas mächtig entsetzt. Denn das hier entgegenstrahlende Licht ist wieder ums gar unvergleichbare mächtiger als das in der früheren Türe.

02] Und Robert und mehrere andere mit ihm sagen: "O Herr, o Gott, o Vater! Unsere Augen, die nun das Licht der früheren Sonne am Ende schon ganz leicht haben ertragen können, vermögen dies unbeschreiblich mächtigste Licht nicht mehr zu ertragen. Das Licht der früheren Sonne war doch ein ruhiges, obschon anfangs auch beinahe unerträglich stark. Dies Licht aber gleicht den mächtigst wallenden Flammen und sticht gar übergewaltig in die Augen, so daß man es nimmer zu ertragen vermag! Was ist das wohl für ein Licht? Ist das etwa auch wieder eine Mittelsonne?"

03] Sage Ich: "Allerdings, und das wieder eine einer höheren Ordnung. - Damit ihr aber das recht begreifet, so müsset ihr euch die Ordnung der Sonnensysteme also vorstellen:

04] Die vielen Millionen Planetarsonnen, um die sich die Planeten wie eure Erde bewegen, machen mit ihrer gemeinsamen Mittelsonne ein Sonnengebiet aus, und dessen Mittelsonne ist stets so groß, daß sie den körperlichen Inhalt ihrer um sie bahnenden Sonnen samt deren Planeten manchmal ums beinahe Hundertfache, manchmal gar ums Tausendfache, ja manchmal wohl auch ums Millionfache übertrifft; denn es gibt größere und kleinere Gebiete. Je größer aber ein Sonnengebiet ist, desto größer muß auch seine Mittelsonne in allen Teilen sein gegenüber der gesamten Fülle ihrer Nebensonnen, um diese trotz der (erforderlichen) größeren Entfernungen in den bestimmten Bahnen zu erhalten. Denn je mehr sich die Anzahl und die notwendige Entfernung der Nebensonnen vergrößert, desto größer muß auch das Volumen einer solchen Mittelsonne sein, um Meister all der sie umbahnenden Planetarsonnen zu sein.

05] Viele solche nun näher beschriebenen Sonnengebiete aber haben dann wiederum eine gemeinsame (Gebiets-)Mittelsonne und bahnen, von ihren (Gebiets-)Mittelsonnen getragen, in unvergleichbar größeren Kreisen um diese gemeinsame (höhere) Mittelsonne, die ganz natürlich wieder verhältnismäßig vielfach größer sein muß als alle ihre Sonnengebiete zusammengenommen - deren oft viele Tausende um eine solche zweite Mittelsonne (wie wir in der zweiten West-Türe eine gesehen haben) kreisen. Alle solche Sonnengebiete samt ihrer Mittelsonne geben dann ein Sonnenall.

06] Aber wieder haben viele Tausende solcher Sonnenalle einen gemeinsamen Mittelpunkt oder eine (noch höhere) Mittelsonne, die im gleichen Verhältnisse wieder oft ums Vieltausendfache größer ist in ihrem Raumgehalt, als alle die sie umbahnenden Sonnenalle. Und solch eine All-Mittelsonne ist ebendiese hier, die wir nun sehen.

07] Wie sich aber die Größen solcher Mittelsonnen steigern, also steigert sich auch ihr Licht. Ihr könnet das Verhältnis ungefähr also annehmen: Ist z.B. eine Planetarmittelsonne so groß, daß ihr Durchmesser eine volle Billion irdischer Meilen zählt, so zählt der Durchmesser einer Sonnengebiets-Mittelsonne das Zehnhunderttausend- oder Millionfache (was da eins und dassselbe ist) des Durchmessers einer Planetarmittelsonne, also eine volle Trillion irdischer Meilen. Und eine solche All-Mittelsonne, wie wir sie nun in dieser dritten Türe schauen, wächst dann wieder, je nachdem sie mehr oder weniger viele Sonnenalle beherrscht, ums Millionfache, manchmal sogar ums Billionfache in jeglichem Verhältnisse sowohl der notwendigen Größe als auch des Lichtes und kann dann wohl eine Quadrillion, manchmal sogar eine Quinquillion irdischer Meilen im Durchmesser fassen.

08] Sonnen dieser (in der dritten West-Türe ersichtlichen) Art (All-Mittelsonnen; ihr aus vielen Sonnenallen bestehendes Gebiet heißt ein All-All) haben schon ein vollkommen eigenes Feuerlicht und sind zur Bewohnung durch materielle Wesen auf ihren für euch beinahe unermeßbar weiten Oberflächen nicht geeignet. Dafür wohnen aber desto mehr Feuergeister ganz glücklich und behaglich in solch einem unermeßlich ausgedehnten Feuermeere und haben da ihre Wohnungen und ihre Herrschgebiete. Wohl bewohnen auch Körpermenschen solch eine Sonne, aber nicht die äußerste Oberfläche einer solchen Sonne, sondern eine mehr innere Sphäre. Denn alle Sonnen bestehen aus mehreren Sonnen, die inwendig in der äußeren Sonne ungefähr also sich befinden wie der Planet Saturn innerhalb seiner Ringe. - Wie aber alles das sich verhält und warum, werdet ihr in der Folge auf ein Haar genau kennenlernen.

09] Nun aber bemühet euch, auch das Licht dieser Sonne zu ertragen; denn ihr müsset in der Folge unendlichmal stärkere Lichter ertragen, um endlich auch Mein eigenstes Gottlicht ertragen zu können. Versuchet es nur, es wird schon gehen! Der Anfang ist stets schwer."

10] Auf diese Meine Aneiferung wenden sich alle wieder nach dieser Sonne hin und versuchen, ob es etwa wohl möglich sein sollte, am Ende auch dieser Sonne Licht zu ertragen.

11] Robert, dessen Augen gar sehr empfindlich sind, wendet sich an die stets anwesenden drei Apostel und sagt: "Liebe Freunde! Wie machet ihr es denn nun so ganz eigentlich, daß ihr gar so ungehindert in dies Licht schauen könnet? Ich weiß auch, daß das Beschauen dieses mächtigsten Lichtes meinen Augen durchaus keinen Schaden bringen kann, aber dennoch vermag ich vor zu großer Lichtstärke es nicht zwei Sekunden lang anzuschauen. Es macht mir auch gerade keinen Schmerz, so ich in dies Licht einen Blick werfe; aber die ungeheure, stechendste Lichtstärke verwehrt es ordentlich meinen Augen, ihre Majestät länger als eine flüchtige Sekunde lang anzugaffen. Saget, ihr lieben Brüder, wie ihr es so ganz eigentlich machet, daß euch ein solches Licht auch nicht im geringsten stört?"

12] Sagt Paulus: "Mein lieber Bruder! Ich sage dir nichts als das: Sei festen Willens, dann geht alles! Meinst du etwa, daß wir an unserer Sehe etwa schon derart abgestumpft sind, daß uns ein solches und ein noch ums unvergleichbare stärkeres Licht gar nicht mehr belästigen kann? O da wärest du in einer sehr bedeutenden Irre! Solch eines Lichtes ungeheure Kraft und Stärke empfinden auch wir gleich wie du selbst; aber unser Wille hat bei solchen Gelegenheiten jene entschiedene Kraft, die es mit jeder Lichtstärke aufnehmen kann, mit alleiniger Ausnahme der Lichtstärke in der innersten Gottheit des Herrn Selbst, die auch wir bei all unserer Willensbeharrlichkeit nie länger als drei kurze Augenblicke nur ertragen können. Du mußt demnach nicht so sehr bemüht sein, deine Sehe, sondern vielmehr nur deinen Willen zu stärken; dann wirst du jedes Licht ansehen können, und es wird dich keines mehr behindern. Versuche das, und du wirst dich sogleich überzeugen, daß ich ganz recht habe!"

13] Sagt Robert: "Will es versuchen und sehen, wie weit ich die Sache treiben kann." - Hier setzt sich Robert fest an und beginnt ganz glühenden Angesichtes in dies Sonnenlicht hineinzustarren. Nach einer Weile sagt er: "Bruder! Ihr habt denn doch ganz vollkommen recht! Nicht im Auge, sondern an meines Willens schwacher Entschiedenheit lag es. Als nun mein Wille entschiedener auftrat, da ging es anfangs freilich wohl sehr schlecht; aber nach einigen Minuten hatte sich alles Behindernde verloren.

14] Ich schaue nun auch dies Licht mit einer großen Leichtigkeit an und habe darob eine ganz unbändig große Freude; denn ich fange nun an, durch überaus klarste Ätherflammen eine ganz ungeheure Wunderwelt zu entdecken und sehe ungeheuer weitgedehnte Wohngebäude, in denen wahrscheinlich die vom Herrn ehedem bezeichneten Feuergeister wohnen werden. Merkwürdigermaßen besteht ein solches Gebäude eigentlich aus einer Unzahl von symmetrisch errichteten ungeheuer hohen Türmen, die untereinander mit unzählbar vielen Arkaden neben- und übereinander verbunden sind. Und nun ersehe ich auch wirklich menschenähliche Wesen auf den Arkaden umherwandeln. Ihre Bewegung ist aber schon eine ungemein schnelle! Das geht ja wie Blitze hin und her! Haben denn diese Geister gar so dringende Geschäfte, weil sie gar so hin und her rennen, als ob sie so ein wenig, wie man auf der Erde sagt - besessen wären?"

15] Sagt Paulus: "Ja, mein Freund, auf solch einer Sonne gibt es schon ganz kurios viel zu tun, was du nun freilich noch nicht zu fassen imstande bist! Aber auf diesen übergroßen und weitgedehnten Gebäuden kannst du schon den füglichsten Schluß ziehen, daß es in dieser Sonne gar ungeheuer viel zu tun geben müsse, und daher denn auch die große Emsigkeit dieser Geister! - Siehe, auf dieser ungeheuer großen Sonne brennt das allerreinste Gas, und dieses muß in stets gehörigster Überfülle vorhanden sein in den großen untersonnischen (soviel als unterirdischen) Gasometern. Und so ersiehst du hier vor uns nichts anderes als eine große ,Gasbereitungsanstalt', dergleichen es auf dieser Sonne Trillionen gibt. Auch auf der Erde bereiten gewisse Geister in den inneren Gemächern der sogenannten feuerspeienden Berge das brennbare Gas und zünden es auch an, wenn es einmal in einer gerechten Menge vorhanden ist. Das Gas selbst aber besteht im Grunde aus einfachsten Naturgeistern, die eine solche Läuterung zuvor durchmachen müssen, ehe sie in eine schon bestimmtere Wesenheit übergehen können. Auf der Erde aber sieht das alles krud und roh aus, was hier in der allergeordnetsten Weise verrichtet wird. - Nun weißt du vorderhand genug - und die mit dir! Darum schließet euch zusammen, denn wir werden uns nun sogleich südwärts wenden."

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