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Kapitelinhalt 13. Kapitel: Roberts Anruf. Jesu Kommen. Zum ersten Male findet die abgeschiedene Seele wieder festen Grund beim Herrn.

   01] Spricht Robert weiter: "Stets näher und näher kommt diese sonderbare Gegend zu mir heran! Der eine Berg, auf dem der Groß-Meister der herrlichsten Moral stehet, ist ziemlich von Bedeutung. Er möchte doch einige hundert Fuß Höhe haben und ist aus der einen Seite recht felsig und schroff. Aber die anderen Hügelchen um ihn herum heißen wohl nicht viel; denn man könnte sie sehr leicht bloß nur für etwas bedeutendere Sandhaufen halten, von denen die größten wohl kaum 30 Fuß Höhe haben dürften? Es ist aber auch die Beleuchtung dieser Hügelgegend sehr sonderbar. Man ersieht eigentlich nur die Hügel erleuchtet, und das auf eine Art, als wären sie mit Phosphor überzogen. Aber ihre Füße und die dazwischen doch notwendig vorkommenden Täler und etwaigen Ebenen ersieht man durchaus nicht; sondern man gewahrt bloß nur einen Dunst, der ein sonderbares dunkelgraugrünes Aussehen hat, und man kann es durchaus nicht ausnehmen, wie weit über diese kleine Hügelgegend er sich etwa hinaus erstreckt?
   02] "Ich meine, so werden wohl alle sich neugestaltenden Weltkörper aussehen, bevor sie als unscheinbare Kometen ihre Laufbahn um eine Sonne beginnen?! Diese Hügel werden tiefer unten wohl irgendeine Verbindung haben. Aber wie? Das wird der einzige Bewohner, der einstige Groß-Meister der reinsten und besten Moral wohl vielleicht am allerbesten wissen?! - Er ist nun schon ganz nahe. Er würde mich vielleicht wohl vernehmen, so ich an ihn einen recht kräftigen Ruf richtete? Es kommt ja da nur auf eine Probe an. Gelingt es mir, so wird es natürlich sehr gut für mich und vielleicht auch für ihn sein; und habe ich vergeblich gerufen, nun, so wird das wohl nicht mein erster, wie auch sicher nicht mein letzter vergeblicher Ruf sein! Also, es werde gerufen!"
   03] Nach diesen Worten macht unser Mann sich mittelst beider Hände ein sogenanntes Faustsprachrohr an den Mund, holt darnach den Atem so tief als nur immer möglich und schreit darauf nach allen seinen Kräften:
   04] "Jesus! Du großer Meisterlehrer aller Völker der dummen Erde, so du der bist, als den ich dich von dieser Ferne nun erkenne, und so du meine Stimme vernimmst, so komme, so es dir möglich ist, zu mir her mit deiner jungen Erde! Fürwahr, an mir sollst du deinen größten und heißesten Verehrer finden! Denn fürs erste schätze ich dich wegen deiner an sich schlichten und dabei aber dennoch größten Weisheit, mit der du alle deine Vorgänger, wie auch alle Nachfolger himmelhoch überragtest, fürs zweite schätze ich dich, weil unser beider irdisches Los nahe ein ganz gleiches war. Und endlich fürs dritte schätze ich dich für jetzt deswegen überaus hoch, da du der erste warst und noch bist, der mir in diese meine unausstehliche Finsternis das erste Licht zufällig oder, was leicht möglich sein könnte, auch wissentlich und geflissentlich gebracht hat; weshalb ich dir aber auch ewig allerdankbarst verbleiben werde.
   05] "Wenn du der mir so überteure Jesus bist und zu mir hierher kommen kannst und willst, und so du diesen meinen Ruf vernommen hast, da komme! O komme zu mir! Und laß uns einander gegenseitig trösten! An mir soll es nicht fehlen, dich nach Möglichkeit zu trösten. Desgleichen bin ich aber auch von dir gewiß und bin schon im voraus allerfestest überzeugt, daß du mit deiner großen Weisheit mir sicher den größten und allerberuhigendsten Trost geben wirst! - O komme, komme, du mein geehrtester und auch geliebtester Freund und Leidensgefährte!
   06] "Du Meister der Liebe, der du die Liebe zum einzigen und allumfassendsten Gesetze machtest! - so dir diese deine große Liebe geblieben ist, wie sie mir, nach meinem Gefühle, bis jetzt auch noch ganz ungeschmälert geblieben ist, - so sei solcher deiner Liebe eingedenk und komme mir mit der Liebe entgegen, die du selbst gelehret hast, und mit welcher Liebe ich dir auch für ewig entgegenkommen will!"
   07] Nach dieser sehr kräftigen Exclamtion (Anrufung) bewegt sich die kleine schimmernde Hügelwelt schnell unter die Füße unseres Mannes hin, und zwar so, daß er - zum ersten Male nach seinem gewaltsamen Übertritte gerade an Jesu rechter Seite auf dem höchsten Berge wieder festen Grund mit seinen Füßen fasset!


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