Jakob Lorber: 'Die Erde'

29. Kapitel: Aufenthalt und Seligkeit der reinen Geister (11. Februar 1847)

Originaltext 1. Auflage 1856 durch Project True-blue Jakob Lorber

Text nach 4. Auflage 1953 Lorber-Verlag

01] In dem Wiederbringen, und zwar in dem vollkommenen Wiederbringen liegt eben der einstige vollkommene, vollkommenste und allervollkommenste Grad der Seligkeit; aber es wird nicht gefordert oder von dem Geiste eine Rechnung verlangt bezüglich der Wiederbringung alles desjenigen, was zu seiner Wesenheit gehörte, daß er das gewisserart auf eigene Rechnung wiederbringen sollte, was ihm ursprünglich und auf seiner ganzen Wanderung gegeben ward.

02] Was immer seinen Leib betrifft, und sein Vorgängiges, überhaupt alles Specificalische, erhält er in der ordnungsmäßigen Zeitfolge ohne sein Zuthun; aber ein Anderes ist es hinsichtlich seiner Befähigung, das alles wieder aufzunehmen, was einst zu seinem Wesen gehörte. Ueber die Befähigung wird er gewisserart thatsächlich zur Rechenschaft gezogen werden, und das darum, weil sich solche Befähigung jeder Geist aus den Vorschriften der reinen Religion erwerben kann und erwerben soll. Wer da nicht will thätig sein, und vergräbt sein Talent, und giebt sich lieber mit dem ab, was des Fleisches, als was des Geistes ist, der muß sich dann selbst zuschreiben, wenn er gerichtet wird durch das Wort, was ihm gegeben ward aus den Himmeln als ein getreuer Wegweiser, wie er das Leben wieder sammeln und dahin wiederbringen solle, von woher er ursprünglich gekommen ist.

03] Daß darob die schon rein gewordenen Geister längere Zeit noch in dieser dritten Region verweilen müssen, um ihre psychischen Specifica aufzunehmen, oder mehr auf deutsch gesagt, weil sie in der dritten Region so lange warten müssen, bis gewisserart ihr Irdisches verweset ist, und aus den Verwesungen in ihr Seelisches übergegangen; das ist nicht etwa als eine Strafe zu betrachten, sondern als eine gleiche Nothwendigkeit wie die Dauer des Leibeslebens auf der Erde, welche auch eine gewisse Zeit währen muß, bei Manchem kürzer, bei Manchem länger, damit in dieser Lebensdauer der Geist Zeit gewinne, sich in seinem Wesen wieder mehr, und mehr zu entwickeln und zu manifestiren.

04] Wer könnte da behaupten, daß da Jemand von der Zeit, die er auf der Erde im Körper zugebracht hat, irgend eine Rechnung geben müßte; denn diese ist eine Nothwendigkeit und liegt außer dem Willensbereiche des Geistes, eben so wie auch Niemand darüber wird eine Rechenschaft ablegen müssen, wie lang etwa sein Haar gewachsen wäre, oder die Nägel an seinem Finger, so wie auch nicht über die Pulsschläge seines Herzens, und über das, wie oft er Athem geholt hat; denn das alles ist, wie gesagt, eine Nothwendigkeit. Die Rechnung, oder besser das Gericht, liegt lediglich in dem thätigen Willen; alles Andere ist gleichgültig und ist ganz in der Ordnung, und giebt sich frei, wenn nur der Wille nach dem reinen Erkenntnisse Meines göttlichen Willens in die Ordnung gebracht wurde.

05] Wenn manchmal solche reine Geister auch mehrere hundert Jahre in dieser dritten Region verweilen, so verlieren sie dadurch nicht nur nichts, sondern sie können nur gewinnen; denn für's Erste geht ihnen durchaus nichts mehr ab, sie sind überaus glücklich und selig. Was aber ihre stets zunehmende Intelligenz betrifft, so ist das ja offenbar ein stetes Gewinnen, und je mehr sie da gewinnen, desto vollkommener werden sie dahinkehren, wo es sich um ihre endliche und ewige Bestimmung handelt. Haben sie da nur ein kleines Geschäft über sich, und haben dieses ordentlich und weise zu verwalten sich eigen gemacht, so werden sie einst um desto tauglicher sein, Großes zu verwalten, wo sie als Engelsgeister nicht nur über einzelne Theile eines Weltkörpers, sondern mit einem Blicke über ganze Weltkörper, ja über ganze Welten-Alle und Sonnengebiete geistig, und von da aus durch und durch in die Materie werden ihre Thatkraft ausüben müssen; und dazu gehört sicher mehr, als hier bloß nur einzelne Gegenden zu überwachen, und das unter der Oberleitung der Engelsgeister, denen diese gesammte Erde vom Mittelpunkte aus bis zur Sonne hin zu überwachen anvertraut ist.

06] Ja, Meine Lieben, da ihr mit euren Augen wenig oder nichts erblicket, da gehen gar große Dinge vor, und es ist also, wie einst ein Weiser sagte: Zwischen der Erde und der Sonne gehen Dinge vor, von denen sich die menschliche Vernunft noch nichts hatte vorträumen lassen.

07] Diese reinen Geister kommen auch nicht selten in die zweite, manchesmal auch in die erste Region herab; hauptsächlich aber sind jene Stellen auf der Erde ihre sichtbaren Niederkunftsplätze, die ihrer bedeutenden Höhe wegen fortwährend mit Schnee und Eis bedeckt sind; und darin liegt auch der Grund, warum solche Gegenden für fast jeden Menschen eine, wie ihr zu sagen pfleget, magische, beseligende und zugleich das ganze menschliche Gemüth erheiternde, stärkende und beruhigende Anziehungskraft haben. Wer da traurigen Herzens ist, und voll Unruhe in seinem Gemüthe, der begebe sich in Meinem Namen auf eine solche Höhe, oder gehe wenigstens in ihre Nähe, und sein Gemüth wird wie mit einem stärkenden Balsam übergossen werden.

08] Während das Gemüth in den tieferen Regionen stets dumpfer, schwieriger und leidender wird, ähnlich dem Gefühle eines Bergschluchten- und Höhlenbesteigers, wird eben das Gefühl bei einem, der eine solche reinere Höhe erstiegen hat, heiterer und heiterer, und wer da hinaufkommt, mag füglicher Weise ausrufen: 'Herr, hier ist gut sein'!- Aber da sage Ich dann dazu, es ist noch nicht an der Zeit für dich, hier zu bleiben. Aber dessen ungeachtet sage Ich dennoch:

09] Gehet gerne auf Berge. Denn auch Ich, als Ich im Leibe wandelte auf der Erde, ging häufig auf Berge; auf einem Berge ward Ich verklärt; auf einem Berge trieb Ich den größten Versucher von dannen; auf einem Berge predigte Ich das Himmelreich; auf einem Berge betete Ich, und auf einem Berge ward Ich gekreuzigt! - Darum gehet gerne auf die Berge; denn nicht nur euer Geist, sondern auch euer Leib gewinnt mehr dabei, als aus hundert Apotheken.

10] Auf diese Weise aber haben wir auch die dritte geistige Region der Erde durchwandert, und es bleibt darüber nur noch Weniges zu erwähnen übrig, und dieses Wenige besteht darin, daß die Erstlinge der reinen Geister sich zuerst dort aufhalten, wo sie bei Leibeslebzeitcn auf der Erde gewohnt haben; wann sie aber schon vollkommener geworden sind, dann dehnt sich ihr Wirkungskreis über alle Punkte der Erde aus; die stärksten jedoch bewachen die Polargegenden, und die weicheren, sanfteren und schwächeren die Tropengegenden der Erde, und diejenigen, die sehr regsam sind, bewachen das Meer, die Seen und die Flüsse; und den Anfängern werden größere oder kleinere Gebirge zur Ueberwachung anvertraut, und alles, was sich da befindet.

11] Dieses könnet ihr euch noch dazu anmerken, daß die weiblichen Geister zumeist das Pflanzenleben überwachen, und üben auch den Einfluß auf die gesammte Vegetation der Erdoberfläche.

12] Nachdem wir nun auch dieses wissen, können wir uns schon in die zweite Luftregion herabsenken, allda es schon viel bunter zugeht, als in der dritten Friedensregion; nächstens also von der zweiten Region.

01] In dem Wiederbringen, und zwar in dem vollkommenen Wiederbringen, liegt eben der einstige vollkommene, vollkommenste und allervollkommenste Grad der Seligkeit; aber es wird nicht gefordert oder von dem Geiste eine Rechnung verlangt bezüglich der Wiederbringung alles desjenigen, was zu seiner Wesenheit gehörte, daß er das gewisserart auf eigene Rechnung wiederbringen sollte, was ihm ursprünglich und auf seiner ganzen Wanderung gegeben ward.

02] Was immer seinen Leib betrifft und sein Vorgängiges, überhaupt alles Spezifikalische, erhält er in der ordnungsmäßigen Zeitfolge ohne sein Zutun; aber ein anderes ist es hinsichtlich seiner Befähigung, das alles wieder aufzunehmen, was einst zu seinem Wesen gehörte. Über die Befähigung wird er gewisserart tatsächlich zur Rechenschaft gezogen werden, und das darum, weil sich solche Befähigung jeder Geist aus den Vorschriften der reinen Religion erwerben kann und erwerben soll. Wer da nicht will tätig sein und vergräbt sein Talent und gibt sich lieber mit dem ab, was des Fleisches als was des Geistes ist, der muß es sich dann selbst zuschreiben, wenn er gerichtet wird durch das Wort, was ihm gegeben ward aus den Himmeln als ein getreuer Wegweiser, wie er das Leben wieder sammeln und dahin wiederbringen solle, von woher er ursprünglich gekommen ist.

03] Daß darob die schon rein gewordenen Geister längere Zeit noch in dieser dritten Region verweilen müssen, um ihr psychischen Spezifika aufzunehmen, oder mehr auf deutsch gesagt: weil sie in der dritten Region so lange warten müssen, bis gewisserart ihr Irdisches verweset und aus den Verwesungen in ihr Seelisches übergegangen ist, so ist das nicht etwa als eine Strafe zu betrachten, sondern als eine gleiche Notwendigkeit wie die Dauer des Leibeslebens auf der Erde, welche auch eine gewisse Zeit währen muß, bei manchem kürzer, bei manchem länger, damit in dieser Lebensdauer der Geist Zeit gewinne, sich in seinem Wesen wieder mehr und mehr zu entwickeln und zu manifestieren.

04] Wer könnte da behaupten, daß da jemand von der Zeit, die er auf der Erde im Körper zugebracht hat, irgend eine Rechnung geben müßte? Denn diese ist eine Notwendigkeit und liegt außer dem Willensbereiche des Geistes, - ebenso wie auch niemand darüber wird eine Rechenschaft ablegen müssen, wie lang etwa sein Haar gewachsen wäre oder die Nägel an seinen Fingern, sowie auch nicht über die Pulsschläge seines Herzens und über das, wie oft er Atem geholt hat; denn das alles ist eine Notwendigkeit. Die Rechnung, oder besser das Gericht, liegt lediglich in dem tätigen Willen; alles andere ist gleichgültig, ist ganz in der Ordnung und gibt sich frei, wenn nur der Wille nach der reinen Erkenntnis Meines göttlichen Willens in die Ordnung gebracht wurde.


05] Wenn manchmal solche reine Geister auch mehrere hundert Jahre in dieser Region verweilen, so verlieren sie dadurch nicht nur nichts, sondern sie können nur gewinnen; denn fürs erste geht ihnen durchaus nichts mehr ab, sie sind überaus glücklich und selig. Was aber ihre stets zunehmende Intelligenz betrifft, so ist das ja offenbar ein stetes Gewinnen, und je mehr sie da gewinnen, desto vollkommener werden sie dahin kehren, wo es sich um ihre endliche und ewige Bestimmung handelt. Haben sie da nur ein kleines Geschäft über sich und haben dieses ordentlich und weise zu verwalten sich eigen gemacht, so werden sie einst desto tauglicher sein, Großes zu verwalten, wo sie als Engelsgeister nicht über einzelne Teile eines Weltkörpers, sondern über ganze Weltenalle und Sonnengebiete geistig, und von da aus durch und durch in die Materie, werden ihre Tatkraft ausüben müssen. Und dazu gehört sicher mehr, als hier bloß nur einzelne Gegenden zu überwachen, und das unter der Oberleitung der Engelsgeister, denen diese gesamte Erde vom Mittelpunkte aus bis zur Sonne bin zu überwachen anvertraut ist.

06] Ja, Meine Lieben, wo ihr mit euren Augen wenig oder nichts erblickt, da gehen gar große Dinge vor, und es ist also, wie einst ein Weiser sagte: Zwischen der Erde und der Sonne gehen Dinge vor, von denen sich die menschliche Vernunft noch nichts hatte vorträumen lassen.

07] Diese reinen Geister kommen auch nicht selten in die zweite, manchmal auch in die erste Region herab; hauptsächlich aber sind jene Stellen auf der Erde ihre sichtbaren Niederkunftsplätze, die ihrer bedeutenden Höhe wegen fortwährend mit Schnee und Eis bedeckt sind. Und darin liegt auch der Grund, warum solche Gegenden für fast jeden Menschen eine - wie ihr zu sagen pflegt - magische, beseligende und zugleich das ganze menschliche Gemüt erheiternde, stärkende und beruhigende Anziehungskraft haben. Wer da traurigen Herzens ist und voll Unruhe in seinem Gemüte, der begebe sich in Meinem Namen auf eine solche Höhe oder gehe wenigstens in ihre Nähe, und sein Gemüt wird wie mit einem stärkenden Balsam übergossen werden.

08] Während das Gemüt in den tieferen Regionen stets dumpfer, schwieriger und leidender wird, ähnlich dem Gefühle eines Bergschluchten- und Höhlenbesteigers, wird eben das Gefühl bei einem, der eine solche reinere Höhe erstiegen hat, heiterer und heiterer, und wer da hinaufkommt, mag füglicherweise ausrufen: »Herr, hier ist gut sein!« - Aber da sage Ich dann dazu: »Es ist noch nicht an der Zeit für dich, hier zu bleiben!« Aber dessenungeachtet sage Ich dennoch:

09] Gehet gerne auf Berge! Denn auch Ich, als Ich im Leibe wandelte auf der Erde, ging häufig auf Berge. Auf einem Berge ward Ich verklärt; auf einem Berge trieb Ich den größten Versucher von dannen; auf einem Berge predigte Ich das Himmelreich; auf einem Berge betete Ich, und auf einem Berge ward Ich gekreuzigt! Darum gehet gerne auf die Berge; denn nicht nur euer Geist, sondern auch euer Leib gewinnt mehr dabei als aus hundert Apotheken.

10] Auf diese Weise aber haben wir auch die dritte geistige Region der Erde durchwandert, und es bleibt darüber nur noch weniges zu erwähnen übrig, und dieses wenige besteht darin, daß die Erstlinge der reinen Geister sich zuerst dort aufhalten, wo sie bei Leibeslebzeiten auf der Erde gewohnt haben. Wenn sie aber schon vollkommener geworden sind, dann dehnt sich ihr Wirkungskreis über alle Punkte der Erde aus; die stärksten jedoch bewachen die Polargegenden, die weicheren, sanfteren und schwächeren die Tropengegenden der Erde, und diejenigen, die sehr regsam sind, bewachen das Meer, die Seen und die Flüsse, und den Anfängern werden größere oder kleinere Gebirge zur Überwachung anvertraut und alles, was sich da befindet.

11] Dieses könnet ihr euch noch dazu anmerken, daß die weiblichen Geister zumeist das Pflanzenleben überwachen und üben auch den Einfluß auf die gesamte Vegetation der Erdoberfläche aus.

12] Nachdem wir nun auch dieses wissen, können wir uns schon in die zweite Luftregion herabsenken, allda es schon viel bunter zugeht als in der dritten (d.h. in der) Friedensregion. Nächstens also von der zweiten Region!

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