Jakob Lorber: "Bischof Martin - Die Entwicklung einer Seele im Jenseits"

122. Kapitel: Eine himmlische Liebeserklärung. Der Sieg der Liebe. Gellas Freude über Chanchah.

Originaltext 1. Auflage 1896 durch Project True-blue Jakob Lorber

Text u. Versnummerierung nach 3. Auflage 1960 Lorber-Verlag

01] Spricht die Chanchah: „O Lama! o Lama! Wo ist das Herz, das Dich erkennt, und kann dann noch Maß nehmen in seiner Liebegluth zu Dir! O Du Heiligster von Ewigkeit?! Siehe, so ich so viel Herzen hätte, als es da gibt der Sterne am Himmel, des Sandes im Meere, und des Grases auf dem Erdboden, und wäre jedes Herz eine Sonne voll der höchsten Gluth zu Dir, so wäre aller dieser zahllosen Herzen Liebegluth zu Dir, o Du mein heiligster Lama, dennoch nur wie ein kühlster Thautropfen gegen ein siedend Meer! Denn Du kannst ewig nimmer zu viel geliebt werden, da Du doch die endlos allerhöchste und mächtigste Liebe Selbst es bist!

02] Ich weiß es wohl, daß Du, o Lama, ein Vater, ja sogar ein Bruder Deinen Geschöpfen bist, weil Du es sein willst; aber welches Herz kann Dich blos nur als Vater und Bruder denken; und sich dabei nicht stets erinnern, daß der Vater! der Bruder! auch der - ach, der ewig heiligste große allmächtige Lama (Gott) ist?! Daher muß ich Dich ja lieben, weil ich nicht anders kann, als Dich nur ganz allein endlos ewig über alles lieben, und keine Weisheit kann die Liebe meines Herzens mäßigen!

03] O! so ich tausend Leben hätte, und sagete mir die Weisheit: Siehe, Chanchah! alle diese 1000 Leben wirst du verlieren, so du deine Liebe zum Lama nicht weise mäßigst! da würde mein Herz der Weisheit erwidern: O, welche Seligkeit kann der gleichen, 1000 Leben in der Liebe zu dir, o Lama, zu verlieren! was aber sicher unmöglich ist; denn wie solle der je das Leben verlieren können, der Dich als das allerhöchste Leben alles Lebens über Alles liebt?!

04] Daher werde ich Dich nur noch stets mehr lieben, und keine Weisheit wird mein Herz in der Liebe zu Dir, o Du mein Lama, je zu mäßigen im Stande sein! Nur so Du, o Heiligster, es verwehren und zu Nichte machen willst, dann freilich wird die arme Chanchah Dich nicht mehr lieben können! aber, o Lama, o Vater! gelt' das wirst Du - der Chanchah ja doch nicht - nicht thun?"

05] Rede Ich: „O du, Meine allerliebste Tochter! Wahrlich, Ich sage es Dir: Wer Mich wie du liebt, der ist Eins mit Mir, und hat nicht Ein Leben, sondern zahllose Leben in sich! Wie solle der vergehen können. Liebe du daher Mich nur zu aus allen deinen Kräften und fürchte nichts; denn deine Liebe zu Mir wird dir auch Weisheit geben, und diese wird auch mehr erweitern dein Herz, auf daß du Mich nur stets mächtiger wirst lieben können! Nun aber komme an Meine Brust, und mache deiner Liebe Luft!

06] Mit diesen Worten schreiet die Chanchah vor Entzücken auf, und wirft sich Mir wie nahe bewußtlos an die Brust!"

07] Die Gella weinet mit vor Freude, daß die Chanchah Mich erkannt hat, und sagt bei sich schluchzend: „O du Glücklichste! Wie endlos selig muß es sein, an dieser Brust die endlosesten Ströme der ewigen Gottesliebe einzuathmen! Ach welch eine Luft muß da wehen, am Urborne, aus dem alle ewig zahllosen Wesen, Engel, Sonnen, Welten, Menschen, Thiere und Pflanzen ihr Dasein, ihr Leben, ihr Alles schöpfen!? O Lust, voll der allerhöchsten Lust, Freude und Seligkeit!

08] O Chanchah, Chanchah! wie endlos groß muß die Wonne, in der du im endlosesten Vollmaße schwelgest, sein? Welcher Engel wohl hat einen Maßstab, sie zu bemessen?

09] Aber was denkst denn du, mein Herz, bist ja auch in der größten sichtbaren Nähe Dessen, Der heilig ist, überheilig! Darum sei stille, sei ruhig, mein Herz; der Herr gibt ja einem Jeden nach dem gerechtesten Maße Seiner Liebe und Weisheit; daher denke nicht über das höchste Seligkeitsmaß, das nun dieser edlen Chinesin zu Theile wird; sondern denke, wie endlos glücklich du selbst nun bist!"

01] Spricht Chanchah: »O Lama, o Lama! Wo ist das Herz, das Dich erkennt und kann dann noch Maß nehmen in seiner Liebesglut zu Dir, Du Heiligster von Ewigkeit! Siehe, so ich so viel Herzen hätte, als es da gibt Sterne am Himmel, des Sandes im Meere und des Grases auf dem Erdboden, und wäre jedes Herz eine Sonne voll der höchsten Glut zu Dir,  so wäre aller dieser zahllosen Herzen Liebesglut zu Dir, o Du mein heiligster Lama, dennoch nur wie ein kühlster Tautropfen gegen ein siedendes Meer! Denn Du kannst ewig nimmer zuviel geliebt werden, da Du doch die allerhöchste und mächtigste Liebe Selbst bist!

02] Ich weiß es wohl, daß Du, o Lama, ein Vater, ja sogar ein Bruder Deinen Geschöpfen bist, weil Du es sein willst. Aber welches Herz kann Dich nur als Vater und Bruder denken und sich dabei nicht stets erinnern, daß der Vater, der Bruder, auch der - ach, der ewig heiligste, große, allmächtige Lama (Gott) ist?! Daher muß ich Dich ja lieben, weil ich nicht anders kann, als Dich nur ganz allein endlos ewig über alles lieben! Und keine Weisheit kann die Liebe meines Herzens mäßigen!

03] Oh, so ich tausend Leben hätte und es sagte mir die Weisheit: 'Chanchah, alle diese tausend Leben wirst du verlieren, so du deine Liebe zum Lama nicht weise mäßigst!' - da würde mein Herz der Weisheit erwidern: 'Oh, welche Seligkeit kann der gleichen, tausend Leben in der Liebe zu Dir, o Lama, zu verlieren, was aber sicher unmöglich ist. Denn wie sollte je einer das Leben verlieren können, der Dich als das höchste Leben alles Lebens über alles liebt!

04] Daher werde ich Dich nur noch mehr lieben, und keine Weisheit wird mein Herz in der Liebe zu Dir, Du mein Lama, je zu mäßigen imstande sein! Nur so Du, o Heiligster, es verwehren und zunichte machen willst, dann freilich wird die arme Chanchah Dich nicht mehr lieben können. Aber, o Lama, o Vater, das wirst Du der Chanchah ja doch nicht tun!

05] Rede Ich: »Meine allerliebste Tochter! Wahrlich, Ich sage Dir: Wer Mich wie du liebt, der ist eins mit Mir und hat nicht ein Leben, sondern zahllose Leben in sich! Wie sollte der vergehen können? Liebe daher Mich nur aus allen deinen Kräften und fürchte nichts. Deine Liebe zu Mir wird dir auch Weisheit geben, und diese wird auch mehr erweitern dein Herz, daß du Mich stets mächtiger wirst lieben können. Nun aber komme an Meine Brust und mache deiner Liebe Luft!«

06] Bei diesen Worten schreit Chanchah vor Entzücken auf und wirft sich Mir wie nahezu bewußtlos an die Brust.

07] Gella weint mit vor Freude, daß die Chanchah Mich erkannt hat und sagt schluchzend: »O du Glücklichste! Wie selig muß es sein, an dieser Brust die endlosen Ströme der ewigen Gottesliebe einzuatmen! Ach, welch eine Luft muß da wehen - am Urborne, aus dem alle zahllosen Wesen, Engel, Sonnen, Welten, Menschen, Tiere und Pflanzen ihr Dasein, ihr Leben, ihr Alles schöpfen! O allerhöchste Lust, Freude und Seligkeit!


08] O Chanchah, wie groß muß die Wonne sein, in der du im Vollmaße schwelgst! Welcher Engel wohl hat einen Maßstab, sie zu bemessen!

09] Aber was denkst denn du, mein Herz - bist ja auch in der größten sichtbaren Nähe Dessen, der heilig ist, überheilig! Darum sei stille, mein Herz; der Herr gibt ja einem jeden nach dem gerechtesten Maße seiner Liebe und Weisheit! Daher denke nicht an das höchste Seligkeitsmaß, das nun dieser edlen Chinesin zuteil wird, sondern denke, wie endlos glücklich du selbst nun bist!«

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