Jakob Lorber: 'Himmelsgaben', Band 2


   18] Aus dieser sehr klaren Mitteilung wird sicher jeder von euch einsehen, was er so ganz eigentlich Gott und was er dem Kaiser schuldig sei - und was für ein leicht begreiflicher Unterschied da ist zwischen diesen beiden Hauptpflichten eines jeden Menschen, welche sich am Ende dennoch mit den zwei Hauptgeboten der Liebe ganz vollkommen wiederfinden.
   19] Da ihr aber solches verstehet, so tuet auch darnach im Geiste des Evangeliums, der hier gezeigt ist, körperlich, so werdet ihr wahrhaft selig leben zeitlich und ewig. - Amen.

Zum Namenstag (28.05.1847)

   00] Aus einem Brief an Wilhelmine Hüttenbrenner:
   01] Ich wandte mich für Sie an den Herrn, um für Sie von Ihm ein heiliges Wörtlein zu bekommen. Allein diesmal war Er, wenigstens für diesen Augenblick oder gerade für diesen Tag, durchaus nicht dazu zu bewegen. - Nur zu mir sagte Er nach einer Weile:
   02] »Was willst denn du, alberner Dummkopf, Mich stets zu einem Namenstagsgratulanten gebrauchen? - Warum soll denn gerade allezeit der Namenstag dazu bestimmt sein, dir für deine Mädchen gratulative Nebenwörtchen zu geben? - Ich will von den Geburtstagen des Leibes nichts sagen, aber was geben Mich eure dummen Namenstage an?! Ich habe es dir schon einmal gesagt, daß Ich die irdischen Namenstage nicht leiden kann, und dennoch kommst du Mir schon wieder mit so etwas!
   03] Was ist ein Namenstag? - Siehe, das ist der erste Eitelkeitstag - für die Eltern zuerst, da sie gar nicht wissen, auf was für einen allerschönsten Namen sie ihr Kind taufen lassen sollen; und dann für das Kind auch, wenn es einmal so viel Auffassungskraft besitzt, die Schönheit seines Namens einzusehen.


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