Jakob Lorber: 'Das große Evangelium Johannes', Supplemente S. 306

»Der Meine Gebote hat und hält sie, der ist es, der Mich liebt.« (joh.14,21; jl.ev11.306,01-02)

   02] »Das heißt: Wer die Liebe hat und bleibt in der Liebe getreu und beständig, der liebt sicher Mich und seinen Nächsten; denn das sind ja Meine Gebote, daß die Menschen sollen Gott lieben über alles und ihre Brüder und Schwestern aber wie sich selbst. Wie liebt aber da nun eine Bruder den andern, so er ihm ist Herr und Richter? Wie kann er überhaupt einen Menschen als Bruder lieben, so er nicht zuvor den großen heiligen Vater erkennen und lieben will? Was ist ohne Den ein Mensch dem andern? Ich sage: nichts als ein naturmäßig moralisch sein sollendes Lasttier, das um den schlechtesten Sold dienen solle dem Reichen und dadurch auch dem Mächtigen und dieser dann als ein Herr und Richter herrsche über ihn, den armen Bruder. Solche Herren und Richter aber halten doch sicher Meine Gebote nicht, sowie dann auch die moralisch sein sollenden Lasttiere nicht, da sie sind voll Ärgers, voll Neid und voll Rache gegen die, welche da sein sollen ihre Richter und ihre vollkommenen Herren über Leben und Tod. - Wahrlich, diese sollen nimmer das Angesicht des Vaters schauen im Himmel! Und Ich werde nie zu ihnen kommen und Mich ihnen offenbaren!« (joh.14,21)

»Das gebiete Ich euch, daß ihr euch untereinander liebet« (joh.13.34; jl.ev11.306,03)

   03] aber nicht verurteilet und richtet und dann mehr Freude habt, wenn ein Bruder, der sich verirrt hat, in eine gesetzliche Strafe verfällt, statt daß ihr euch seiner erbarmet und ihn setzen möchtet auf den rechten Weg. Wahrlich, so Ich geboten hätte: Beraube einer den andern und schlage ihn tot, so würde solch ein Gebot sicher sehr vielen Beifall in aller Tätigkeit gefunden haben. Aber nur lieben will niemand seinen Bruder und seine Schwester! O du überarge Welt! - Da wird viel des allerärgsten Feuers nötig sein, um dich von deiner Härte loszumachen! (jl.ev11.306,03)

»Darin wird der Vater geehrt, daß ihr viel Frucht bringet.« (joh.15,08; jl.ev11.306,04-05)

   04-05] »Was ist die Frucht, die da soll vielfach gebracht werden, worin besteht sie? Die Werke der Liebe und aller Demut aus ihr sind diese Frucht, die Mir gebracht werden solle. Auf welchen Bäumen aber solle diese Frucht wachsen, so der ihr angehörige Baum der Liebe und des Lebens von der Wurzel nun vertrocknet und somit völlig ausgestorben ist?« (joh.15,08)

»Wenn aber das Licht, das in dir ist, eine barste Finsternis ist, wie groß muß dann erst deine Finsternis für sich sein!« (mt.06,23; jl.ev11.306,06-07)


   07] a »Das heißt, so der Mensch schon das Falsche liebt, um dadurch einen desto freieren Spielraum für seine Bosheit zu bekommen, wie groß muß dann erst die Liebe zum Bösen selbst sein? Sehet, das ist die gepriesene Weisheit der Welt, die aufgeklärte Vernunft: Regeln zu erfinden, damit unter ihnen der Mensch desto freier sündigen könne! Aber Meine Regel, welche da ist die Liebe, hält man für läppisch und unwürdig eines Mannes, der ein vollkommener Schüler der Vernunft sein will, welche die Liebe tadelt und rühmliches redet über den Selbstmord! - O Welt, O Greuel!« (a Matthäus.06,23; Lukas.11,34; Lukas.11,36)


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