Jakob Lorber: "Bischof Martin - Die Entwicklung einer Seele im Jenseits"

127. Kapitel: An der verschlossenen Sonnentür. Verhältnis des Lichtes zur Tätigkeit. Vorbereitende Verhaltenswinke für die Sphäre der Weisheit. Bischof Martin und die Seinen auf der Sonne.

Originaltext 1. Auflage 1896 durch Project True-blue Jakob Lorber

Text u. Versnummerierung nach 3. Auflage 1960 Lorber-Verlag

01] Die ganze große Gesellschaft folgt Mir nun zu der bezeichneten Thüre, an der Martin und Chorel mit den Weibern harren, bis Ich komme und ihnen öffne die Thüre des Lichtes. Es sind in Allem nun schon 3000 an der Zahl, daß es an der Thüre ein förmliches Drängen abgiebt; aber da diese Thüre nun sehr weit ist, so haben diese verschiedenen Gäste dennoch leicht Platz zur Genüge, und können unbehindert auf den Boden der Sonne gelangen, und dort schauen die Wunder der Liebe, die Wunder des Lichtes.

02] Als Ich nun zu der Thüre komme, da kommt, um Mich über den Grund des Verschlossenseins dieser Thüre zu befragen, während doch alle andern nun offen stünden, Mir sogleich der Martin entgegen.

03] Ich aber sage zu ihm: „Freund, Bruder! hast du nie auf der Erde von den verschiedenartigen Geburten der Menschen und Thiere etwas gehört oder gelesen? Siehe, jedes Wesen ist bis aufs Auge schon seiner Sinne mächtig; es fühlt, es schmeckt, es riecht; auch das Ohr ist nicht geschlossen; aber das Auge wird erst geöffnet nach der Geburt; daher ist auch bei der geistigen Wiedergeburt das Oeffnen der Thüre zum Lichte, oder das Oeffnen des geistigen Auges das Letzte! Denn bevor Jemand schauen will, muß er dafür wohl vorbereitet sein.

04] So aber Jemand in seinem Hause zur Nachtzeit ein Licht anzünden will, muß er für diesen Zweck doch zuvor die nöthigen Vorkehrungen treffen, durch die er ein Licht erzeugen kann? muß er nicht in Bereitschaft haben eine mit Oel gefüllte Lampe, und haben ein gutes verläßliches Feuerzeug? Was muß er mit dem Feuerzeuge thun, und wie lange wird er zu thun haben, bis er aus seinem Feuerzeuge ein erwünschtes Licht zu Wege bringen wird? siehe, es wird bis zum Lichte eine Zeit vergehen, und eine mannigfache Handlung wird demselben vorangehen müssen, und der Zweck aller vorangehenden Handlung wird am Ende das Licht sein, und wann das Licht einmal erzeugt ist, dann erst kann auf ein anderes ersprießliches Handeln im Lichte übergegangen werden; aber zuvor kann davon keine vernünftige Rede sein!

05] So du nun das bedenkest, so wirst du leicht einsehen, warum hier in diesem Hause alle andern Thüren geöffnet sind, und warum diese Sonnenthüre bis nun verschlossen war vor diesen Gästen!?

06] Ich sehe wohl, daß du Mich nun abermals fragen möchtest und sagen: „Ja wenn also, warum sei denn die Thüre dir schon ein paar Male offen gestanden? und warum sei sie, als du sie zum ersten und zum zweiten Male betrat'st, nicht die letzte gewesen? Ich aber sage dir, fürs Erste gehörst du nicht mehr zu diesen Gästen, die erst der Wiedergeburt gewärtig werden müssen; und fürs Zweite, was die anderen Thüren betrifft, die du nach der Sonnenthüre betratst, so wird wohl jeder Geist, nach seiner Wiedergeburt doch sich zu einer Thätigkeit im Lichte, oder in klarer Einsicht und Erkenntniß bequemen wollen?!

07] Oder meinst du etwa noch, nach dem Empfange des Lichtes tritt ein ewiger, allenfalls wohllüstiger Müssiggang ein? O nein, sage Ich dir; die rechte Thätigkeit tritt erst im Lichte ein; denn vor dem Empfange des Lichtes ging jede Handlung nur darauf hin, um das Licht zu empfangen; ist das Licht aber da, ist der Tempel der Sonne geöffnet, dann erst fängt die größte Thätigkeit des wiedergeborenen Geistes an!

08] Oder hast du auf der Erde wohl je gesehen, daß die Schulknaben Aemter bekommen? Es muß ein Schüler vorher zum vollen erforderlichen Erkenntnißlichte durch manche Studien gelangen, bis ihm ein seinem Lichte angemessenes Amt ertheilet wird! So er aber seine wissenschaftliche Laufbahn durchgemacht hat, und ein rechtes Erkenntnißlicht erreicht, wird er sich dann wohl auf ein Lotterbett werfen, und auf demselben ganz behaglich zu schlafen anfangen, anstatt zu arbeiten in seinem ihm gewordenen Lichte? Ja, siehe! er wird nun erst so ganz eigentlich zu arbeiten anfangen; denn alle seine früheren Studienarbeiten waren blos nur ein Lichtmachen in der Nacht seines Wesens!

09] Und siehe, da hast du wieder einen gar starken Grund mehr, warum es nach der Sonnenthüre noch andere Thüren gibt, besonders jene zum ganzen endlosen Universum? Sage, hast du nun noch etwa eine Frage übrig?"

10] Spricht Martin: „O Herr! Du durchschauest mein Herz wie einen Wassertropfen; ich empfinde nun nichts anderes in mir, als blos nur die heißeste Liebe zu Dir, Du endlos guter heiliger Vater! Du weißt, daß mir die meinen Kräften angemessene Thätigkeit über alles erfreulichst willkommen ist; daher wird auch mir ein noch höherer Lichtgrad sicher sehr gut zu statten kommen; denn Du weißt es, daß es mir am Willen Gutes zu wirken noch nie gemangelt hat; aber am Lichte, das ist, an der rechten Weisheit dazu, wohl noch fast immer; daher meine ich, die volle Wiedereröffnung dieses Tempels wird mir vorzugsweise von großem Nutzen sein? Obschon ich für mich allein genommen in Dir die ganz eigentliche Sonne aller Sonnen, und das Licht alles Lichtes erschaue, und nun auch in aller Fülle habe; daher ich auch für ewig jedes andern Lichtes rath halten kann!"

11] Rede Ich: „So, so, Mein lieber Bruder Martin; siehe, diese deine Rede gefällt Mir schon wieder um sehr vieles besser, denn deine früheren Fragen!

12] Wohl wahr ist es, daß Ich da bin die Sonne aller Sonnen, das Licht alles Lichtes, und wer Mich hat, der wandelt und handelt am hellsten Tage; aber da doch ein jeder Mensch aus Mir ein eigenes und freies Wesen ist, so hat er auch sein eignes Licht, das eben so frei in ihm leuchten muß, als wie frei da leuchtet die Sonne in der großen Raumhalle ihrer Planeten, und wie frei da jedem Menschen leuchten seine Augen, und wie frei da jedes Menschen Herz pulsiret stets, neue Gedanken, aus denen dann hervorgehen freie Ideen, aus ihnen die Erkenntniß ihrer selbst, und daraus die große Erkenntniß Meines Gottwesens, und Meiner Liebe, und Meiner Weisheit! Daher wird denn diesen Gästen nun auch diese Thüre eröffnet, damit sie sich erkennen, und dann erst Mich in aller Wahrheit; daher wollen wir uns denn nun auch an die Eröffnung dieser Thüre machen!"

13] Spricht der Martin: „O Herr! Du heiligster Vater! das wäre schon alles überwahr, gut und recht: aber nur gebe mir die Versicherung, daß Du zur Folge der vollen Erkenntniß und vollen Wahrheit, die diese Gäste über Dich bekommen werden, etwa nicht wieder Dich irgendwohin verbergen wirst, und wir Dich dann wieder werden suchen und rufen können, wie wir werden wollen, und Du wirst nicht so bald wieder zum Vorscheine kommen! O Herr, o Vater, o Du lieber Vater! nur das thue Du uns nimmer an!"

14] Rede Ich: „Mein geliebter Sohn! Ich sage dir aber: Sorge du dich um alles, nur um das sorge du dich nimmer! Denn wo die Kindlein sind, da ist auch der Vater; und wo der Vater, da auch die Kindlein! Aber du weißt es ja, daß Meine Familie groß ist, und übergroß die Heerde aller Meiner Schafe; diese alle werden wir dann in ein Haus bringen, und - es wird dann Eine Heerde und Ein Hirte sein! Aber es wird dabei noch sehr viel zu thun geben.

15] Merke dir's, auf dem Erdkörper sind nun viele Schnitter bestellet, da wird eine große Sichtung vor sich gehen; Ich werde viel Fleisches benöthigen, darum wird viel Blutes fließen zur Ausrottung aller Hurerei, - und Ich habe auf der Erde Zeugen erwecket, und was Ich mit dir nun hier rede, und geredet habe, und noch reden und handeln werde, siehe, das alles wird zu gleicher Zeit auf der Erde aufgeschrieben, und kund gemacht dem Fleische! Daher sorge dich nicht, als würde Ich euch nach der Eröffnung dieser Thüre irgend auf eine Art verlassen; sondern denke dir's also: Nun erst werde Ich ewig unverändert fest bei euch verbleiben!

16] Nun aber noch etwas, Mein geliebter Martin; siehe, wir werden diesmal die großen Gefilde der Sonne viel inniger und weiter gedehnt betreten, als es das erstemal der Fall war; es werden dir daselbst weibliche Wesen von nie geahnter Schönheit mit der größten Anmuth, Liebe und unbeschreiblicher Zärtlichkeit entgegen kommen, desgleichen auch Männer; du mußt sie aber stets mit einem wahren himmlischen Ernste behandeln, wenig reden; wann du aber redest, da rede also wenig und weise; dadurch wirst du sie am meisten gewinnen! lieben mußt du sie ganz geheim nur, so daß sie es nicht merken, da wirst du unter ihnen sicher wandeln.

17] Denn auf dieser großen Welt des Lichtes ist die Weisheit oben an; innerhalb dieser erst birgt sich ganz geheim die Liebe, gerade also, wie im Lichte der Sonne die Wärme ganz unersichtlich vorhanden ist, und sich nur in der zahllos vielartigen produktiven Wirkung kund gibt. In der Sonne mußt du daher blos leuchten, wie du auch Mich wirst leuchten sehen; diese Regel also getreu beobachtet, so wirst du bei dieser nunmaligen ersten großen Expedition viel Seligkeit genießen. Und nun zur Oeffnung der Thüre; gehe hin und eröffne sie in Meinem Namen! Es sei!"

01] Die ganze große Gesellschaft folgt Mir nun zu der bezeichneten Tür, an der Bischof Martin und Chorel mit den Weibern harren, bis ich komme und ihnen öffne die Tür des Lichtes. Es sind in allem nun schon bei dreitausend an der Zahl, so daß es da ein förmliches Drängen gibt. Aber da diese Tür nun sehr weit ist, haben die verschiedenen Gäste dennoch Platz zur Genüge und können unbehindert auf den Boden der Sonne gelangen und dort schauen die Wunder der Liebe, die Wunder des Lichtes.

02] Bei der Tür kommt Mir sogleich der Martin entgegen, um Mich über den Grund des Verschlossenseins dieser Tür zu befragen, während doch alle andern nun offen stünden.

03] Ich aber sage zu ihm: »Freund, Bruder, hast du nie auf der Erde von den verschiedenartigen Geburten der Menschen und Tiere etwas gehört oder gelesen? Siehe, jedes Wesen ist bis aufs Auge schon im Mutterleibe seiner Sinne mächtig. Es fühlt, es schmeckt, es riecht, auch das Ohr ist nicht geschlossen; aber das Auge wird erst geöffnet nach der Geburt. Daher ist auch bei der geistigen Wiedergeburt das Öffnen der Tür zum Lichte oder das Öffnen des geistigen Auges das Letzte. Denn bevor jemand schauen will, muß er dafür wohl vorbereitet sein.

04] So aber jemand in seinem Hause zur Nachtzeit ein Licht anzünden will, muß er doch zuvor die nötigen Vorkehrungen treffen, durch die er Licht erzeugen kann. Muß er nicht in Bereitschaft haben eine mit Öl gefüllte Lampe und ein gutes, verläßliches Feuerzeug? Was muß er mit dem Feuerzeuge tun, und wie lange wird er zu tun haben, bis er daraus ein erwünschtes Licht zuwege bringen wird? Siehe, es wird bis zum Licht eine Zeit vergehen. Und eine mannigfache Handlung wird vorangehen müssen, und der Zweck aller vorangehenden Handlung wird am Ende das Licht sein! Wenn das Licht einmal erzeugt ist, dann erst kann auf ein anderes ersprießliches Handeln im Lichte übergegangen werden; zuvor aber kann davon keine vernünftige Rede sein!


05] So du das bedenkst, wirst du leicht einsehen, warum hier in diesem Hause alle andern Türen geöffnet sind und nur diese Sonnentür bis nun verschlossen war vor diesen Gästen.

06] Ich sehe wohl, daß du Mich abermals fragen möchtest und sagen: Ja, wenn so, warum sei denn die Tür dir schon ein paarmal offen gestanden? Und warum sei sie, als du sie zum ersten und zum zweiten Male betratest, nicht die letzte gewesen? Ich aber sage dir: fürs erste gehörst du nicht mehr zu diesen Gästen, die erst der Wiedergeburt gewärtig werden müssen. Fürs zweite, was die anderen Türen betrifft, die du nach der Sonnentüre betratst, so wird wohl jeder Geist nach seiner Wiedergeburt sich doch zu einer Tätigkeit im Lichte oder in klarer Einsicht und Erkenntnis bequemen wollen?

07] Oder meinst du etwa noch, nach dem Empfange des Lichtes tritt ein ewiger, allenfalls wollüstiger Müßiggang ein? O nein, sage Ich dir, die rechte Tätigkeit tritt erst im Lichte ein. Vor dem Empfang des Lichtes ging jede Handlung nur darauf hin, das Licht zu empfangen. Ist das Licht aber da, ist der Tempel der Sonne geöffnet, dann erst fängt die große Tätigkeit des wiedergeborenen Geistes an!

08] Oder hast du auf der Erde wohl je gesehen, daß die Schulknaben Ämter bekommen? Vorher muß ein Schüler zum erforderlichen vollen Erkenntnislicht durch manche Studien gelangen, bis ihm ein seinem Lichte angemessenes Amt erteilt wird. So er aber seine wissenschaftliche Laufbahn durchgemacht und ein rechtes Erkenntnislicht erreicht hat, wird er sich dann wohl auf ein Ruhebett werfen und auf selbem behaglich zu schlafen anfangen, anstatt zu arbeiten in seinem ihm gewordenen Lichte? Ja, er wird nun erst so eigentlich zu arbeiten anfangen, denn alle seine früheren Studienarbeiten waren bloß nur ein Lichtmachen in der Nacht seines Wesens.

09] Und siehe, da hast du wieder einen starken Grund mehr, warum es nach der Sonnentür noch andere Türen gibt, besonders jene zum ganzen endlosen Universum! Hast du etwa noch eine Frage übrig?«

10] Spricht Martin: »O Herr, Du durchschaust mein Herz wie einen Wassertropfen. Ich empfinde nun nichts anderes in mir als nur die heißeste Liebe zu Dir, Du endlos guter, heiliger Vater! Du weißt, daß mir die meinen Kräften angemessene Tätigkeit über alles willkommen ist; daher wird auch mir ein noch höherer Lichtgrad sicher sehr gut zustatten kommen! Denn Du weißt es, daß es mir am Willen, Gutes zu wirken, noch nie gemangelt hat, wohl aber am Lichte, d. i. an der rechten Weisheit dazu fast noch immer. Daher meine ich, die volle Wiederöffnung dieses Tempels wird mir vorzugsweise von großem Nutzen sein! Obschon ich für mich allein in Dir die eigentliche Sonne aller Sonnen und das Licht alles Lichtes erschaue und nun auch in aller Fülle habe, daher ich auch für ewig jedes anderen Lichtes entbehren kann!«

11] Rede Ich: »So, so, Mein lieber Bruder Martin; diese Rede gefällt Mir schon um sehr vieles besser denn deine früheren Fragen.

12] Wohl ist es wahr, daß Ich da bin die Sonne aller Sonnen, das Licht alles Lichtes. Wer Mich hat, der wandelt und handelt am hellsten Tage. Aber da doch ein jeder Mensch aus Mir ein nun eigenes und freies Wesen ist, so hat er auch sein eigenes Licht. Dieses muß ebenso frei in ihm leuchten, als wie frei da leuchtet die Sonne in der großen Raumhalle ihrer Planeten, wie frei jedem Menschen leuchten seine Augen und wie frei da jedes Menschenherz pulst stets neue Gedanken. Aus ihnen gehen dann freie Ideen hervor, aus ihnen die Erkenntnisse ihrer selbst und daraus die große Erkenntnis Meines Gottwesens, Meiner Liebe und Weisheit. Daher wird diesen Gästen nun auch diese Tür geöffnet, damit sie sich erkennen und dann erst Mich in aller Wahrheit. Wollen wir uns denn nun auch an die Öffnung dieser Tür machen!«

13] Spricht Martin: »O Herr, Du heiligster Vater, das wäre schon alles überwahr, gut und recht. Aber gib mir nur die Versicherung, daß Du zufolge der Erkenntnis und vollen Wahrheit, die diese Gäste über Dich bekommen werden, etwa nicht wieder Dich irgendwo verbergen wirst und wir Dich dann wieder werden suchen und rufen können, wie wir wollen, und Du wirst nicht so bald wieder zum Vorscheine kommen! O Herr, o Du lieber Vater, nur das tue Du uns nimmer an!«

14] Rede Ich: »Mein geliebter Sohn, Ich sage dir: Sorge du dich um alles, nur um das sorge du dich nimmer! Denn wo die Kindlein sind, da ist auch der Vater - und wo der Vater, da auch die Kindlein! Aber du weißt ja, daß Meine Familie groß ist und übergroß die Herde aller Meiner Schafe. Diese alle werden wir dann in ein Haus bringen, und es wird dann eine Herde und ein Hirte sein! Aber es wird dabei noch sehr viel zu tun geben.

15] Merke dir: auf dem Erdkörper sind nun viele Schnitter bestellt; da wird eine große Sichtung vor sich gehen! Ich werde viel Fleisches benötigen, darum wird viel Blut fließen zur Ausrottung aller Hurerei. Ich habe auf der Erde Zeugen erweckt, und was Ich mit dir nun hier rede, geredet habe und noch reden und handeln werde, siehe, das alles wird zu gleicher Zeit auf der Erde aufgeschrieben und dem Fleische kundgemacht! Daher sorge dich nicht, als würde Ich euch nach der Öffnung dieser Tür auf irgendeine Art verlassen, sondern denke: nun erst werde Ich ewig unverändert fest bei euch verbleiben! -

16] Nun aber noch etwas, Mein geliebter Martin! Siehe, wir werden diesmal die großen Gefilde der Sonne viel inniger und weiter gedehnt betreten als das erstemal. Es werden dir daselbst weibliche Wesen von nie geahnter Schönheit mit der größten Anmut, Liebe und unbeschreiblicher Zärtlichkeit entgegenkommen, desgleichen auch Männer. Du aber mußt sie stets mit wahrem himmlischem Ernste behandeln. Wenn du aber redest, da rede wenig und weise; dadurch wirst du sie am meisten gewinnen! Lieben mußt du sie ganz geheim nur, so daß sie es nicht merken, dann wirst du unter ihnen sicher wandeln!

17] Denn auf dieser großen Welt des Lichtes ist die Weisheit obenan. Innerhalb dieser erst birgt sich ganz geheim die Liebe geradeso, wie im Lichte der Sonne die Wärme ganz unersichtlich vorhanden ist und sich nur in der zahllos vielartig produktiven Wirkung kundgibt. In der Sonne mußt du daher bloß leuchten, wie du auch Mich wirst leuchten sehen! Diese Regel also getreu beachtet, wirst du bei dieser ersten großen Expedition viel Seligkeit genießen. Und nun gehe hin und öffne die Tür in Meinem Namen! Es sei!«

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