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Kapitelinhalt32. Kapitel: Alchemisten (06.07.1871)


   01] (Vorbemerkung aus einem Brief (an Brd. S. in K.): "Und so müssen Worte des Herrn Sie dazu bestimmen, mit verborgenen Wünschen und Zweifeln ans Tageslicht zu treten, um vom Herrn Selbst die weitere Erklärung dieses gewünschten Themas zu erfahren, und so hören Sie denn:")

   02] "Mein lieber Sohn, als du in jenen Zeiten in diesen Werken (der Alchimisten usw.) Mich, deinen Vater suchtest, da erkanntest du freilich noch nicht, was Wahres und was Falsches in diesen Büchern war, und es erging dir, wie heutigentages noch einer Menge von Menschen, die die Bibel ebenfalls nicht verstehen, weil sie den geistigen Sinn darin nicht auffinden können.
   03] Jene Männer, welche schon seit den ältesten Zeiten sich mit der Nachtseite der Wissenschaft abgaben und Magier, Astrologen, Alchimisten hießen, jene Männer hatten alle eine ferne Ahnung, daß hinter dem, was die Natur sichtbar dem Menschen zeigt, noch bei weitem etwas Größeres, Erhabeneres dahintersteckt.
   04] Sie belauschten in nächtlicher Stille den Lauf der Sterne, studierten meistens eben bei Nacht, weil der Geist bei Nacht mehr konzentriert als bei Tage war; in der dunklen Nacht umschwebte sie der große Geist des stillen Wirkens, welcher Mein ganzes Universum durchdringt; sie ahnten seinen Einfluß; kannten aber den Geist Selbst nicht, und warum? Weil sie selbst nur zu weltlich gestimmt waren, nur auf ihren Eigennutz bedacht, alles was sie finden würden, nur zu ihrem Einfluß und zu ihrer Machtstellung benützen wollten.
   05] Daher der Grund, warum sie alle nichts (Rechtes) fanden, weder den "Stein der Weisen" noch das "Arcanum longae vitae (Geheimmittel langen Lebens, d.i. Lebenselixier) sie wurden nicht gescheiter, und mußten sterben, wie alle, die geboren werden.
   06] Das, was diese verirrten Kinder bald mit lateinischen, bald mit griechischen Namen als den UniversalGeist bezeichneten, ist, war und bleibt nichts anderes als Mein Wille oder die stets wirkende Macht, die alles erhält, alles zerstört und alles wieder neu schafft, um so in einer Reihe von Verkettungen und Transformationen (Umwandlungen) alles auf den geistigen Weg zu Mir wieder zurückzuführen.
   07] Manchmal tauchte ein Lichtgedanke in dem Gehirne eines solchen nächtlichen Studierenden auf, er wollte aber mit dem Verstande fassen, was nicht des Verstandes war, betitelte es mit fremden Namen unter mystischem Anstrich, um das Dumme noch dümmer zu machen, wollte andere Menschen glauben machen, was er selbst nicht glaubte, nämlich als wisse er mehr als andere, er hüllte sich dem Anscheine nach in einen Mantel von hoher Gelehrsamkeit. Niemand sah, daß aus seinem mystischen Anzuge als Zauberer, Alchimist oder Astrolog ein paar gewaltig große Eselsohren hervorragten.
   08] Was der von dir angeführte Pseudo-Philosoph als Salpeter, als wirkende Kraft bezeichnet, welche der Wind als den gesuchten Geist im Bauche getragen habe, ist nichts als die tätige Lebenskraft, die eben der Wind oder jeder Luftzug in sich birgt. Denn was ist eigentlich Salpeter, was ist Salz, und was ist der tätige Lebensgeist in der Schöpfung?
   09] Siehe, Mein lieber Sohn, das ist alles ein und dasselbe, nur mußt du es etwas genauer anschauen. - (Siehe das Wort: Zucker, Salz und Essig, S. 186ff.).
   10] Salpeter oder Salz ist eine Substanz, welche, aus der Zersetzung anderer Elemente genommen, wieder alles zersetzt, mit dem es vermischt wird.
   11] Was heißt aber "zersetzen"? Siehe, Zersetzen in Meiner Sprache ist nichts anderes als Anregen, als Lebenstätigkeit entwickeln, als Gebundenes frei machen.
   12] Wenn der Salpeter aus verwesten anderen Elementarstoffen sich in kristallinischer Form wieder frei macht, so ist er aus dem Ausgeschiedenen das feinste Geistige, steht gegen das Frühere auf einer höheren Stufe, um dann woanders, wo er hinzutritt, auch höheres Leben zu entwickeln, und so sich vergeistigend, auch alles andere durch die Zersetzung frei machend, eben den Weg zum geistigen Fortschritt anzubahnen.
   13] Das Ätzende desselben, wie des Salzes, ist der Wecker, Anreger zum höheren Leben, ist also nichts anderes als Mein mächtiger Wille, der alles Geschaffene auf seiner Bahn weitertreibt.
   14] Wenn dein Philosoph sagt: "Der Wind trägt den gesuchten Geist im Bauche", so heißt dieses dann mit andern Worten: "Die hervorgebrachte Bewegung in der Luft, welche zum schnelleren Stoffwechsel antreibt, diese Bewegung ist die Ausgebärerin des tätigen Lebens; denn wie das lebende Tier und der Mensch (das weibliche Geschlecht) die künftige Frucht im Bauche zur Auszeitigung trägt, so liegt auch in der Luft alles zur weiteren Beförderung bereit, was bei einer schnelleren Bewegung, schleunigerem Prozesse der Ausscheidung, als Wind oder Luftbewegung bemerkbar, zur Entscheidung treibt. Es ist der Geist, den Ich in Meine Natur legte, welcher alles anregend zersetzen und wieder neu schaffen muß.
   15] Und wenn die alten Alchimisten von einem ewigen, nie zu vernichtenden Leben etwas ahnten, so war es nicht ihr körperlich irdisches Leben, sondern das Leben ihres in sie hineingelegten Geistes, welches sie aber in ihren nächtlichen Einflüsterungen einer höheren Geisterwelt nicht verstanden und falsch auslegten.
   16] Es ist der Erde Vater oder Mutter nicht die Sonne noch der Mond, der Vater alles Geschaffenen bin Ich, und die stets ausgebärende Mutter, die fortwährend schafft, antreibt, erhält und neu kreiert (erschafft), ist Mein Wille, ausgedrückt durch alle Stoffe im Äther, welche alle den Impuls in sich tragen, wie die Salze anzuregen, zu neuen Formen zu zwingen, zu verkörpern und wieder als Salze zu zersetzen, und in neuen Verbindungen sich dem geistigen Weltenbau zu nähern, aus dem sie kamen und wohin sie, durch Meinen Willen getrieben, im Kreislauf wieder zurückkehren müssen.
   17] Dieses, Mein Sohn, sind die eigentlichen Träger Meiner Schöpfung gewesen und sind es noch.
   18] Es ist Mein Wille als "werktätige Kraft"; die als Magnetismus anzieht, als Elektrizität abstößt, als Licht anregt, als Wärme entwickelt, als Feuer zerstört, und endlich das durch die Salze und Säuren Veränderte, als Allerwecker, wieder in neuen Formen, aber mehr vergeistigt wie zuvor, einen anderen Zyklus von Schöpfungen durchzumachen nötigt. -
   19] Und was ist denn dein eigenes Leben? Ist es etwas anderes?
   20] Sieh, Mein Kind, die verschiedenen Verkettungen im Lebensweg sind die Salze, die Anreger, die Wecker, sie reizen dich zu denken, zu fühlen, zu handeln.
   21] Sie zersetzen die durch die Außenwelt aufgenommenen Eindrücke; es geht aus diesem Prozeß der Charakter oder die eigentliche geistige Physiognomie (äußere Erscheinung) des Menschen hervor.
   22] Diese Erfahrungen treiben deinen Geist weiter, läutern, entbinden und verknüpfen die Lebenseindrücke zu einem Ganzen.
   23] Mein Wille als geistiger Wind durchzieht deine Seele, gebärt dort neue Gedanken, neue Ideen aus, die dann, zu Handlungen sich gestaltend, dich auf bessere Wege geleitet und so dir den Weg zu Mir bedeutend abgekürzt haben.
   24] Das ist der Salpeter und das Salz des Lebens, das du überall findest, auf Bergen und in Tälern, in Grotten und auch bei dir zu Hause; es ist das anregende Prinzip der Verkettungen der Umstände, wie in der ganzen Schöpfung das immerwährende Anziehen und Abstoßen der gleichen und ungleichen Substanzen.
   25] So geht die Welt, und so gehst auch du deiner Veränderung entgegen.
   26] Hier hast du mit wenigen Worten deine, aus alten Büchern noch übriggebliebenen Nachklänge vergeistigt, erläutert.
   27] Von jeher war es dem denkenden Menschen ein Bedürfnis, nach dem Unbekannten zu forschen, und je weniger er es erreichen oder entziffern konnte, desto mehr reizte es ihn, sei es im materiellen, sei es im geistig-seelischen Fach.
   28] Daher stammen alle diese Verirrungen des menschlichen Geistes, der auch heute noch nur bei wenigen ganz klar sieht und seine Mission erkennt.
   29] Du, Mein Kind, bist nun aus dem Dunkeln ins helle Licht gelangt, folge Meinen Lehren und Meinen Worten, und du wirst, nicht mit dem Verstande, wohl aber mit dem Herzen aus der ganzen dich umgebenden Natur herauslesen und erkennen, daß es dein Vater ist, der aus allen Produkten und aus allen Winkeln deines Herzens dir zuruft: Es gibt nur einen Gott einen Schöpfer und einen Herrn, aber auch nur einen Vater, Der mit Seinem Willen als allgemeines Lebenssalz alles erweckt, anregt und führt, damit es, als aus dem geistigen Ich Seines Wesens Hervorgegangenes, einst wieder dorthin zurückkehren könne! Amen!

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